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LeBron James wurde 2004 zum Rookie des Jahres gewählt © getty

Miamis Superstar fühlt sich in der Fremde sehr wohl und zerlegt Atlanta. D-Rose ist der tragische Held. Boston blamiert sich.

Von Eric Böhm

München/Atlanta - Die Miami Heat haben dank LeBron James einen souveränen Auswärtssieg eingefahren.

Bei den Atlanta Hawks setzte sich die Truppe aus Florida mit 106:85 (50:38) durch und feierte den vierten Sieg aus den vergangenen fünf Spielen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"King" James übertraf mit 43 Zählern zum vierten Mal in dieser Saison die 40-Punkte-Marke. Er fühlt sich gerade in fremden Arenen besonders wohl und erzielt dort im Schnitt fast drei Zähler mehr als in Miami.

"Das stimmt. Ich spiele einfach sehr gern auswärts. Die gegnerischen Fans beflügeln mich", erklärte der MVP der letzten beiden Jahre seine Gala.

James mit Meilenstein

"LBJ" sorgte im dritten Viertel auch im Alleingang für die Entscheidung, als er mehr Zähler sammelte (23) als das komplette Hawks-Team (20). Außerdem durchbrach James auch die Schallmauer von 17.000 Punkten.

"Speziell wenn du reihenweise schwere Würfe verwandelst, nimmst du dem Gegner seinen Einsatzwillen. Das war mein Ziel", beschrieb er seine Taktik nach der Pause. (STATISTIK: Die Tagesbesten)

Chris Bosh lieferte mit 17 Punkten und 10 Rebounds ein Double-Double ab, sodass sich Dwyane Wade (14) merklich zurückhalten konnte.

Der Guard offenbarte im Anschluss, dass auch ihn sein prominenter Kollege immer wieder ins Staunen versetzte: "Es war unwirklich. Wenn er in so einen Lauf kommt, kannst du nur den Weg frei machen."

Hawks chancenlos

Die Heat dominierten jeden Aspekt des ungleichen Duells. Die deutliche Rebound-Überlegenheit (50:27) sowie die herausragende Feldwurfquote von 53,5 Prozent - Atlantas lag bei 44,3 - unterstreichen dies.

Mit dem Erfolg schoben sich die drittplatzierten Heat (47:22) im Osten wieder etwas näher an die Boston Celtics (48:19) heran.

Atlanta (39:30) bleibt trotz nur drei Siegen aus den letzten zehn Spielen weiter Fünfter. Für die hoffnungslos unterlegenen Gastgeber traf Reservist Marvin Williams mit 15 Zählern am besten.

"Wir stecken momentan in einer Krise. Wir versuchen immer noch uns als Team zu finden", bekannte ein enttäuschter Hawks-Center Al Horford.

SPORT1 fasst weiteres Geschehen aus der NBA zusammen:

Indiana Pacers - Chicago Bulls 115:108 n.V.

Spitzenreiter Chicago (49:19) verpasste es seinen Vorsprung auf Boston auszubauen.

Bei den Indiana Pacers verloren die Bulls in einem dramatischen Spiel mit 108:115 (48:62) nach Verlängerung.

Der überragende Derrick Rose (42 Punkte) markierte allein im Schlussviertel 19 Zähler und rettete sein Team nach zwischenzeitlichem 20-Punkte-Rückstand 1,2 Sekunden vor Schluss mit drei verwandelten Freiwürfen die Verlängerung.

Selbst Indianas Danny Granger zog den Hut vor Chicagos Spielmacher: "Er ist der dominanteste Spieler, gegen den wir in diesem Jahr gespielt haben. Für mich ist er der MVP."

Rose ist tragischer Held

In der Overtime wurde D-Rose aber zum tragischen Helden. Erst verlor er den Ball an den ebenfalls glänzenden Tyler Hansbrough (29 Zähler, 12 Rebounds), der Darren Collisons Korbleger zum 106:102 vorbereitete.

Beim Stand von 108:111 konnte Rose einen Dunking-Versuch von Josh McRoberts nur mit seinem sechsten Foul stoppen und musste die letzten 24 Sekunden von der Bank aus verfolgen.

Die Pacers behielten danach von der Freiwurflinie die Nerven und verteidigten mit dem Heimsieg den achten Rang der Eastern Conference.

Houston Rockets - Boston Celtics 93:77

Die Boston Celtics leisteten sich mit dem 77:93 (40:62) bei den Houston Rockets eine blamable Niederlage.

Die Rockets setzten sich bereits im zweiten Viertel entscheidend ab und holten ihren dritten Sieg in Serie.

Der frustrierte Rekordmeister verlor völlig die Fassung und holte sich innerhalb einer Minute gleich zwei technische und ein absichtliches Foul ab.

Kevin Martin gelangen 25 Punkte. Houston (36:34) liegt nur noch hauchdünn hinter Memphis (37:32), das im Westen den letzten Playoff-Rang behauptet.

"Wir waren einfach großartig. Ich glaube, wir können nicht viel besser spielen als vor der Pause", schwärmte Coach Rick Adelman von seiner Truppe.

Garnett konsterniert

Nach der vierten Pleite in sechs Spielen waren die Celtics ob ihrer traurigen Vorstellung konsterniert.

"Sie haben das Spiel an sich gerissen. Wir konnten sie nicht stoppen, und im Angriff lief nichts zusammen", stöhnte Kevin Garnett (elf Zähler).

Paul Pierce und Rajon Rondo trafen zusammen nur 4 ihrer 21 Versuche aus dem Feld. Jeff Green war mit 17 Punkten Bostons Topscorer.

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