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Kevin Garnett wurde 2004 zum MVP der Saison gewählt © getty

Die Celtics stecken in der Krise. In Abwehr und Angriff hapert es. Ein All-Star gibt Rätsel auf. Die Hoffnungen ruhen auf Shaq.

Von Eric Böhm

München - Haben die Boston Celtics mit ihren Tauschgeschäften vor der Trading-Deadline das Ende ihrer erfolgreichen Ära eingeleitet?

Es sieht fast so aus.

In Houston kassierte der umgekrempelte NBA-Rekordmeister die vierte Pleite aus den vergangenen sechs Spielen. Dabei gibt vor allem das blutleere Auftreten des Teams von der Ostküste Anlass zur Sorge. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Immerhin stehen in der Startformation gleich vier aktuelle All-Stars. Einer aus diesem Quartett gibt momentan selbst den Mitspielern Rätsel auf.

Rondo im Tief

Denn Rajon Rondo steckt seit geraumer Zeit in einem tiefen Leistungsloch.

In sieben Partien punktete er nur zweimal im zweistelligen Bereich und lieferte nie mehr als neun Vorlagen, in den zwölf Einsätzen zuvor blieb er dagegen nur zweimal unter zehn Assists.

In den letzten vier Spielen traf er nur vier seiner 29 Versuche aus dem Feld. Teamkollege Kevin Garnett sprach zuletzt von einer Knöchelverletzung, davon will Rondo selbst nichts wissen.

"Ich bin nicht verletzt. Zu diesem Zeitpunkt der Saison hat jeder ein paar Wehwehchen. Es ist nichts Ernstes", sagte der 25-Jährige.

"Bin nicht verletzt"

Dass seine Einsatzzeit zuletzt stetig nach unten ging, könnte jedoch ein Indiz für gesundheitliche Probleme sein.

Rondo sieht dafür allerdings eine andere Ursache: "Ich spiele einfach nicht gut. Coach Rivers weiß, was er tut. Ich versuche für die Playoffs in Schwung zu kommen."

Ohne seine Regiequalitäten stockt der Celtics-Angriff bedenklich. Am 28. Februar gegen die Utah Jazz gelangen zum letzten Mal über 100 Punkte gegen ein Team mit positiver Bilanz.

"Wir nehmen in letzter Zeit viele schlechte Würfe und verfehlen gute Möglichkeiten. Das ist nicht charakteristisch für uns", meinte Doc Rivers.

Green sucht seine Rolle

Center Nenad Krstic und Power Forward Jeff Green spielen seit ihrem Celtics-Debüt bestenfalls durchschnittlich.

Die beiden Neuzugänge aus Oklahoma City sind bisher noch keine signifikanten Verstärkungen.

Gerade Green hat seine Rolle im Team noch nicht gefunden. Der Coach ist nach drei Wochen immer noch unschlüssig, wo er dem Team am besten helfen kann.

"Ich lerne ihn immer noch kennen. Er ist sehr vielseitig, aber wir müssen seine Fähigkeiten in unsere Spielweise integrieren", gab Rivers zu.

Arroyo keine Verstärkung

Der neue Ersatz-Aufbauspieler Carlos Arroyo ist ebenfalls nur noch ein Schatten früherer Tage und ist offenbar selbst für den formschwachen Rondo kein ernsthafte Alternative.

Noch schlimmer ist aber, dass die Offensivschwäche jetzt auch die Abwehr beeinträchtigt. Über Jahre war die Verteidigung stets die Grundlage für den Erfolg der "Kelten."

Die Niederlage gegen Houston untermauerte dabei den Trend der letzten Wochen.

Boston gestattete den Rockets in der ersten Hälfte mit 62 so viele Punkte, wie noch keinem Gegner in dieser Saison.

Perkins wird vermisst

Die beiden starken Verteidiger Kendrick Perkins und Nate Robinson werden genauso vermisst, wie Tony Allen, der vor der Saison nach Memphis wechselte.

Speziell Perkins fehlt offenbar auch als Persönlichkeit mehr als es den Verantwortlichen lieb sein kann. Die Unbeherrschtheiten häufen sich.

Gegen die Rockets verlor auch ein Routinier wie Kevin Garnett die Nerven. Innerhalb einer Minute holten sie sich gleich zwei technische und ein absichtliches Foul ab.

Guards wie Monta Ellis, Mo Williams oder Kevin Martin konnten sich zueltzt teilweise erstaunlich mühelos zum Korb durchtanken.

Shaq vor Comeback

Die Hoffnungen der Celtics ruhen vor allem auf der Rückkehr der verletzten Rollenspieler.

Delonte West absolvierte in Texas sein zweites Spiel nach langer Pause, und Shaquille O'Neal steht kurz vor der Rückkehr.

Der schwergewichtige Center fehlt seit dem 4. Februar mit einer Achillessehnenverletzung, trainiert aber seit einigen Tagen und könnte innerhalb der nächsten drei Partien in die Startformation zurückkehren.

"Shaq ist ganz nahe dran. Deshalb ist er auf dem jetzigen Auswärts-Trip dabei. Er wird demnächst wieder spielen", bestätigte Rivers.

Jermaine O'Neal wird hingegen nach seiner erneuten Operation wohl frühestens für die Playoffs bereitstehen.

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