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Stephon Marbury hat in dieser Saison noch keine Spielminute für New York gespielt © getty

Ein New Yorker Torso-Trupp gewinnt gegen Washington - doch erneuter Ärger um Stephon Marbury überschattet den Triumph.

Von Martin Hoffmann

München - Die New York Knicks haben derzeit ein Personalproblem, das nur vorübergehend, aber groß ist.

Die Neuzugänge Al Harrington, Cuttino Mobley und Tim Thomas sind nach dem großen Trade mit den Golden State Warriors und den L.A. Clippers noch nicht spielberechtigt - die Abgänge Jamal Crawford, Zach Randolph und Mardy Collins sind aber schon weg.

Derart dezimiert kam bei den Knicks wieder ein Thema auf die Tagesordnung, das ein für alle Mal erledigt schien: Stephon Marbury.

Das Enfant Terrible der Knicks, zu Saisonbeginn von Coach Mike D'Antoni ausgebootet und seitdem teuer fürs Nichtstun bezahlt (21,9 Millionen fürs Zusehen), bekam nun das Angebot wieder aufzulaufen - doch er weigerte sich.

Marbury verweigert sich

Bei der 87:104-Niederlage gegen Milwaukee am Freitag saß Marbury bei den Knicks auf der Bank, damit New York die vorgeschriebene Anzahl von acht Spielern auf dem Spielberichtsbogen eintragen konnte.

D'Antoni erklärte hinterher, dass er Marbury auch angeboten hatte, für sein Team auf den Platz zu gehen - doch "Starbury" weigerte sich nach seiner Schilderung.

Am Samstag verzichtete D'Antoni daher ganz auf ihn und setzte stattdessen Jerome James als Platzhalter auf die Bank. Es brachte New York mehr Glück: Der Restbestand der Knicks feierte einen 122:117-Sieg gegen die Washington Wizards (Ergebnisse und Tabelle).

Zwei Versionen der Geschichte

Der Erfolg stand jedoch im Schatten der Affäre Marbury, von der Coach und Spieler zwei unterschiedliche Versionen der Geschichte erzählen.

"Ich habe ihm gesagt: 'Da draußen warten 30 bis 35 Spielminuten und sie gehören dir, wenn du sie willst. Bist du bereit?'"

Marbury hätte geantwortet, "dass er sich bei der Situation unwohl fühlte und nicht spielen wollte". Das hätte er dann akzeptiert: "Ich bin nicht böse auf Steph."

"Ich entscheide nicht ob ich spiele"

Marbury selbst stellte die Situation anders dar: "Das einzige, was ich sagen darf ist, dass mir gesagt wurde, dass das Team ein neues Kapitel aufschlägt und dass ich nicht derjenige bin, der entscheidet ob ich spiele."

Auf Nachfrage, ob das nicht die Ansage von vor der Saison gewesen wäre, antwortete Marbury nur: "Mir wurde heute dasselbe gesagt."

Weitere Nachfragen beantwortete er nicht.

Überragender Richardson

So oder so: Gegen Washington war Marbury ganz draußen - und sein Team bewies, dass es auch in größter Personalnot ohne ihn geht.

Zum Matchwinner wurde dabei Small Forward Quentin Richardson, der 34 Punkte und 12 Rebounds sammelte.

Sieben Mal traf Richardson dabei allein von der Dreierlinie - und verfehlte den Teamrekord New Yorks damit nur um zwei Treffer.

Alle Starter über 40 Minuten auf dem Platz

Wie alle Mitglieder der Starting Five musste Richardson mehr als vierzig Minuten ran - wie schon am Abend davor.

Der Kräfteverschleiß war immens, aber Richardson nahm es locker: "Als NBA-Spieler will man möglichst jede Minute spielen und jetzt waren wir mal in einer Situation, wo wir es auch konnten."

Coach D'Antoni war hinterher voll des Lobes für seinen Torso-Trupp: "Sie haben Herz gezeigt." Stephon Marbury durfte sich nicht angesprochen fühlen.

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