vergrößernverkleinern
Dirk Nowitzki erzielt in den Playoffs im Schnitt 25,6 Punkte pro Partie © getty

Die Dallas Mavericks haben sich für die Endrunde qualifiziert. Erhöhte Chancen auf den Titel verspricht eine neue Stärke.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Dass die Dallas Mavericks erneut die Playoffs erreicht haben, ist nun wahrlich keine Überraschung.

Der Kantersieg gegen die Golden State Warriors beseitigte die letzten theoretischen Zweifel und sicherte dem Team um Dirk Nowitzki die elfte Endrunden-Teilnahme hintereinander. Das ist nach den San Antonio Spurs immerhin die zweitlängtse aktive Serie der NBA.

Der Würzburger richtete den Fokus aber direkt nach der Partie umgehend auf sein eigentliches Ziel.(DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Das ist gut zu wissen. Wir werden wahrscheinlich auch unsere elfte 50-Siege-Saison erreichen, aber es fehlt eine Sache: der Ring", stellte Nowitzki klar, dass für ihn nur der Titel zählt.

Abwehr als Trumpf?

Doch wie stehen genau vier Wochen vor Beginn der Postseason eigentlich die Chancen auf die lang ersehnte Meisterschaft?

Die Mavericks haben in dieser Saison bisher brillante Phasen erlebt, aber auch monumentale Einbrüche erlitten.

Das wahre Leistungsvermögen liegt irgendwo in der Mitte, dennoch gibt es Grund zur Hoffnung.

Denn die phasenweise ausgezeichnete Abwehrarbeit mit dem Fels Tyson Chandler in der Mitte ist eine Qualität, die den Mavericks in früheren Jahren abging.

Chandler mit Schlüsselrolle

Dallas gestattet den Kontrahenten in dieser Saison etwas mehr als 96 Punkte und steht damit in den Top Ten der NBA. In den vergangenen beiden Jahren wurde die Defensive spätestens in den Playoffs oftmals zur Achillesferse.

Gerade Chandlers Präsenz könnte gegen die starken "Big Men" in der Western Conference zum Trumpf werden.

Immerhin dominierte Tim Duncan in der Playoff-Serie 2010 die Zone und war ein entscheidender Faktor für das Ausscheiden gegen die Spurs.

"Wir haben jede Menge gute Scorer. Ich muss Rebounds holen, Würfe blocken und Foulprobleme vermeiden. Das ist für uns von entscheidender Bedeutung", schätzt "TC" seine Rolle richtig ein.

Hauptlast auf Nowitzki

Im Angriff liegt dagegen die Hauptlast nach wie vor auf Nowitzkis Schultern. Kein anderer Maverick weist einen Punkteschnitt von über 18 Zählern auf.

In den letzten 15 Jahren gewann kein Team mit so wenig Unterstützung für seinen Topstar eine Meisterschaft.

Die letzten Niederlagen gegen San Antonio und die L.A. Lakers schienen Kritiker zu bestätigen, die Dallas ein weiteres Aus in der ersten Runde (es wäre das vierte in fünf Jahren) prophezeien.

Butler nicht vor den Playoffs zurück

Die Hoffnungen ruhen auf der Genesung von Caron Butler (Operation an der Patellarsehne).

Es darf allerdings bezweifelt werden inwieweit der Flügelspieler nach monatelanger Verletzungspause überhaupt helfen kann.

In dieser Woche bestätigte er, dass eine Rückkehr vor Ende der regulären Saison nicht zur Debatte steht.

"Ich fühle mich wie ein Hund an der Leine. Jeden Tag kann ich etwas weiter raus in den Garten. In den nächsten Wochen beginne ich mit basketballspezifischen Aktivitäten", sagte Butler gegenüber den "Dallas Morning News".

Stojakovic als X-Faktor

Das vielversprechende Comeback von Peja Stojakovic gegen die Warriors verdeutlichte erneut den Wert des Routiniers.

Der Scharfschütze wurde gerade in den beiden verlorenen Spitzenspielen schmerzlich vermisst und könnte in den Playoffs zum X-Faktor werden.

"Gegen die Spurs hatten wir eine Durststrecke von fünf Minuten. Heute kam Peja rein und machte in fünf Minuten gleich elf Punkte", unterstrich Jason Terry die Qualitäten des Serben.

Ein echter Dreierspezialist mit viel Erfahrung kann in einem engen Spiel den Ausschlag geben.

"Er gibt uns eine zusätzliche Dimension. Außerdem verteidigt er besser als viele Leute denken. Seine Größe und Erfahrung sind unschätzbar", meinte Coach Rick Carlisle.

EM-Teilnahme fraglich

Für die deutschen Fans könnte ein langer Playoff-Run der Mavericks allerdings ohnehin zu einem zweischneidigen Schwert werden.

Denn sollte dieser Fall eintreten, könnte Nowitzki die Europameisterschaft in Litauen (31. August bist 18. September) auslassen.

"Diese Saison kann für uns eine sehr lange werden. Ob ich dann im Sommer dabei bin, muss ich abwarten. Der mögliche Lockout spielt auch eine Rolle", sagte "Big D".

Eine Qualifikation für die Olympischen Spiele in London wäre ohne den Superstar von vornherein illusorisch.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel