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Derrick Rose spielte am College ein Jahr für die Memphis Tigers © getty

Der MVP-Kandidat wird in Atlanta gefeiert und enttäuscht die Fans nicht. Die Bulls beenden eine Serie. Bei den Hawks qualmt es.

Von Eric Böhm

München/Atlanta - Die Chicago Bulls (51:19) haben sich wieder vor die Boston Celtics (50:19) an die Spitze der Eastern Conference gesetzt.

Bei den Atlanta Hawks gewann der sechsmalige Meister 114:81 (72:43) und beendete eine lange Durststrecke.

In Georgia hatten die Bulls zuletzt vor vier Jahren am 1. April 2007 einen Erfolg gefeiert, doch diesmal war schon zur Pause alles klar. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Es wird langsam wirklich peinlich. Wir haben uns überhaupt nicht gewehrt", wetterte Atlantas Josh Smith (14 Zähler).

D-Rose überragt

Derrick Rose (30 Punkte, zehn Assists) zeigte einmal mehr seine Extraklasse und sorgte mit drei Dreiern kurz vor Ende der ersten Hälfte für klare Verhältnisse.

Erneut wurde Chicagos Aufbauspieler auch in einer fremden Arena mit MVP-Rufen gefeiert.

"Direkt nachdem wir in Führung gegangen waren, haben wir uns darauf eingeschworen, nicht noch mal so eine bittere Niederlage zu erleiden", spielte Rose auf die letzte Pleite in Atlanta an.

Beim 80:83 hatten die Bulls eine Führung von 19 Zählern verspielt.

Zwei Saisonrekorde

Aus dieser Partie haben die Gäste ihre Schlüsse gezogen und verloren von den folgenden elf Partien nur gegen die Indiana Pacers.

Neben Rose überzeugte Flügelspieler Luol Deng mit 27 Punkten. Die Punktausbeute der beiden Jungstars war umso bemerkenswerter, da sie im kompletten Schlussabschnitt geschont wurden.

"Wir haben unglaublich viel Selbstvertrauen. Wenn wir in der Abwehr konzentriert arbeiten, läuft es im Angriff umso besser", erklärte der 25-Jährige das Erfolgsrezept seines Teams.

Die Bulls stellten mit 41 (zweiter Abschnitt) beziehungsweise 72 Punkten Saisonrekorde für ein Viertel und eine Hälfte auf.

Thibodeau noch nicht zufrieden

Vor allem das Zusammenspiel der Mannschaft aus der "Windy City" beeindruckte. Von den 43 Treffern aus dem Feld wurden gleich 30 mit einem Assist vorbereitet.

Deng ließ dann auch keinen Zweifel an den Zielen der Bulls: "Wir wollen in den Playoffs Großes erreichen."

Coach Tom Thibodeau fand bei der starken Vorstellung seines Teams dennoch ein Haar in der Suppe.

"Sie hatten eine Wurfquote von über 45 Prozent. Also gibt es defensiv noch einigen Spielraum nach oben", mäkelte der 53-Jährige.

Hawks geraten aneinander

Für die Gastgeber gelangen Backup-Guard Jeff Teague 20 Zähler.

Gegen Ende der Partie lieferten sich auch noch Trainer Larry Drew und Zaza Pachulia nach einem Fehlversuch des Centers ein lautstarkes Wortgefecht.

"Ich habe ihm gesagt, dass er keinen Wurf von draußen nehmen soll. Das ist nicht sein Spiel. Damit war das Thema durch", beschrieb Drew die Szene emotionslos.

Atlanta (40:31) verpasste mit der Niederlage die sichere Playoff-Qualifikation, bleibt aber trotz sieben Niederlagen in den vergangen zehn Spielen Fünfter.

Blazers mit Kantersieg

Außerdem schlugen die Portland Trail Blazers die Washington Wizards klar und deutlich mit 111:76 (62:45).

Die Blazers (41:30) stehen in der Western Conference auf Rang sechs hauchdünn hinter den Denver Nuggets (42:29).

Gerald Wallace war mit 28 Punkten Topscorer der einseitigen Partie. Nicolas Batum (22 Zähler, zwölf Rebounds) verbuchte ein Double-Double.

"Er wird schließlich nicht umsonst 'Crash' genannt. Gerald überrollt seine Gegner einfach", lobte LaMarcus Aldridge (ebenfalls 22 Punkte) seinen Kollegen.

Bei den Hauptstädtern, die ohne jede Playoff-Chance sind, war Jordan Crawford (zwölf Punkte) der einzige Starter mit zweistelliger Ausbeute.

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