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Dwyane Wade war in der Saison 2008/2009 bester Korbjäger der NBA © getty

Miami verschläft in Detroit die ersten drei Viertel und dreht plötzlich mächtig auf. LeBron sorgt für den Umschwug und mahnt.

Von Eric Böhm

München/Detroit - Die Miami Heat haben ihren Aufwärtstrend fortgesetzt und den sechsten Sieg aus den vergangenen sieben Spielen gefeiert.

Bei den Detroit Pistons kam das Starensemble aus Florida zu einem 100:94 (53:55)-Auswärtserfolg.

Die Entscheidung fiel im letzten Spielabschnitt, als die Heat plötzlich in Abwehr und Angriff wie ausgewechselt agierten.

"Wir wurden in den ersten drei Vierteln physisch dominiert. In dieser Liga gibt es keine leichten Spiele, aber wir haben uns gerade noch rechtzeitig gefangen", bilanzierte Miamis Trainer Erik Spoelstra.

Miller weckt Heat

Diese gewaltige Steigerung war gegen einen bestenfalls durchschnittlichen Gegner auch dringend notwendig.

Denn sein Team lag gegen Ende des dritten Viertels noch mit elf Punkten im Hintertreffen, ehe Mike Millers Dreier einen 18:0-Zwischenspurt einleitete, und Miami in Front brachte. Der Scharfschütze kam wie üblich von der Bank und steuerte 13 Zähler bei.

LeBron James war an diesem Lauf mit vier Punkten und drei Vorlagen maßgeblich beteiligt. Insgesamt sammelte der "King" 19 Zähler, acht Rebounds und sieben Assists. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Wir müssen 48 Minuten dieses Niveau erreichen. Wir haben sie im vierten Viertel bei nur 13 Punkten und vier von 19 aus dem Feld gehalten. Das zeigt unser Potenzial", forderte James mehr Konstanz und Konzentration.

Kuester ratlos

Die Pistons verloren gegen die urplötzlich ungemein aggressive Verteidigungsarbeit der Gäste völlig den Faden und kamen kaum noch zum Atmen.

"Auf einmal klappte überhaupt nichts mehr. Weder in der Zone, noch von Draußen kamen wir zum Zug", meinte ein ratloser Pistons-Coach John Kuester.

Miami zeigte dagegen die Abgeklärtheit eines Meisterschaftskandidaten und brachte die Partie souverän nach Hause.

Das unauffällige Debüt von Neuzugang Mike Bibby (fünf Punkte) in der Startformation fiel am Ende nicht mehr ins Gewicht.

D-Wade Topscorer

Topscorer der Heat war diesmal Dwyane Wade mit 24 Punkten. Chris Bosh steuerte 23 Zähler bei.

Wenn alle Mitglieder von "Miami Thrice" über 50 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld treffen, kann das Team nicht verlieren. In "Motown" war dies bereits zum 13. Mal der Fall.

"Es ist ein guter Auswärtssieg für uns. Wir spielen momentan sehr gut, so muss es jetzt weitergehen", zeigte sich D-Wade zufrieden.

Miami (49:22) pirscht sich damit in der Eastern Conference wieder näher an die zweitplatzierten Boston Celtics (50.20) heran.

Monroe vergibt Chance

Zu Detroits völlig verkorkstem Schlussviertel passte, dass in der letzen Minute die Chance bestand, auf zwei Punkte zu verkürzen, doch Greg Monroe (14 Punkte, zwölf Rebounds) verpasste einen relativ einfachen Korbleger.

"Es ist frustrierend. Wir hatten das Spiel im Griff und konnten einfach den Sack nicht zumachen", ärgerte sich der Rookie-Center.

Richard Hamilton zeigte mit 27 Punkten trotz der Schlappe eine Klasseleistung.

Die Pistons (25:46) haben als Elfter kaum noch Chancen auf die Playoffs.

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