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Tyson Chandler kam 2001 direkt aus der Schule in die NBA © getty

Der Center des Nowitzki-Teams kritisiert die Abwehrarbeit. Das Pech eines All-Stars könnte für Dallas zum Glücksfall werden.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Tyson Chandler hat sich in nur einer Saison zum emotionalen Anführer der Dallas Mavericks entwickelt.

Sein unermüdlicher Einsatz sowie seine mitreißende Art kommen bei den Teamkollegen an und verleihen den Mavs dringend benötigtes Feuer.

Die sportlichen Qualitäten des 2,16 Meter großen Modellathlethen sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Mit 9,4 Rebounds pro Partie kratzt er schließlich an den Top Ten der NBA. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Doch nun nimmt Chandler seine Teamkollegen in die Pflicht.

Chandler stocksauer

Speziell die ernüchternde Niederlage gegen die San Antonio Spurs trieb ihm die Zornesröte ins Gesicht.

"Ich habe den Jungs gesagt, dass wir entweder einen langen Sommer haben können, oder jetzt eine Schippe drauflegen müssen", bestätigte "TC" den "Dallas Morning News".

Die schlechte Abwehrarbeit gegen das beste Team der NBA brachte ihn regelrecht auf die Palme.

"Ich nehme solche Spiele persönlich. Ich liege dann bis vier oder fünf Uhr in der früh wach und starre an die Decke", gab Chandler Einblick in sein Innenleben.

Wechsel ein Glücksfall

Für den Center persönlich war der Wechsel nach Dallas trotzdem ein Glücksfall.

Er hat seine Fitness wieder erlangt und präsentiert sich in neuem Umfeld so stark wie in seiner besten NBA-Saison 2007/2008. Damals schaltete er mit den New Orleans Hornets im Übrigen Dirk Nowitzki und die Mavs aus.

Er verkörpert die Beharrlichkeit, die Coach Rick Carlisle von seinem gesamten Team in der Verteidigung fordert.

"Das ist definitiv sein Lieblingswort. Er predigt uns immer wieder den kompletten Ballbesitz des Gegners hindurch beharrlich zu bleiben", meinte Nowitzki.

Spurs bangen um Duncan

Eine Steigerung ist auch notwendig, denn mit San Antonio könnte es in den Playoffs ein Wiedersehen geben.

Dallas hatte Chandler schließlich nicht zuletzt unter dem Eindruck des letztjährigen Ausscheidens gegen jene Spurs verpflichtet, um einen "Big Man" zu haben, der Tim Duncan neutralisieren kann.

Doch nun bangt das Team von Gregg Popovich um seinen All-Star. Duncan zog sich gegen Golden State eine Knöchelblessur zu und wird für unbestimmte Zeit fehlen.

In den nächsten Tagen wollen die Verantwortlichen eine Prognose abgeben

Mavs könnten profitieren

Ein solcher Ausfall ist für San Antonio extrem bitter, könnte jedoch für die Mavericks zu einem großen Vorteil werden.

Denn ohne den 34-Jährigen haben nicht nur die gegnerischen Center mehr Raum, auch die aggressiven Drives zum Korb von Tony Parker und Manu Ginobili würden extrem leiden.

Genau diese Drei waren für die jüngste Heimpleite der Mavericks hauptverantwortlich. Dies bekamen die Spurs schon bei der Niederlage in Denver zu spüren. Denn Ersatzmann Tiago Splitter ist kein gleichwertiger Ersatz.

Nach jetzigem Stand käme es zu dem Texas-Duell zwar erst in einem eventuellen Finale der Western Conference, aber dann könnten das Nowitzki-Team tatsächlich die besseren Karten haben.

"Brauchen alle in Topform"

Der deutliche Erfolg gegen die Golden State Warriors ist jedoch ebenso wenig ein Gradmesser, wie der Sieg gegen die Timberwolves.

"Viele Teams, die keine Chance auf die Playoffs mehr haben, sind mit den Gedanken bereits im Urlaub. Die sind für uns kein Maßstab", sagte Jason Terry.

Einige Spiele auf dem kommenden Auswärtstrip, unter anderem Suns, Lakers, Trail Blazers, werden zeigen ob das Team Chandlers eindringliche Botschaft verinnerlicht hat.

"Jet" nimmt seinen Center jedenfalls beim Wort: "Wir brauchen alle Spieler in Topform. Einer oder zwei reichen nicht."

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