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Carmelo Anthony spielte ein Jahr am College für die Syracuse Orange © getty

Der Superstar überragt bei New Yorks Befreiungsschlag gegen die Magic. Dwight Howard verliert in der Verlängerung die Nerven.

Von Eric Böhm

München/New York - Die New York Knicks haben dank Carmelo Anthony ihre Pleitenserie beendet.

Gegen die Orlando Magic gelang nach zuvor sechs Niederlagen ein dramatischer 113:106 (48:44, 100:100)-Heimerfolg nach Verlängerung. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Im Vorfeld hatte Melo gesagt, dass sein Team diese Partie unbedingt gewinnen müsse, und der Superstar ließ seinen Worten auch Taten folgen.

Mit 39 Punkten und zehn Rebounds war er der überragende Mann auf dem Parkett. Allein 33 Zähler seiner persönlichen Knicks-Bestleistung gelangen dem Flügelspieler nach der Halbzeitpause.

"Melo war on fire"

"Ich habe das gesagt, weil ich glaubte, dass wir als Team diesen Sieg unbedingt brauchten. Das war auch auf dem Spielfeld zu sehen", sagte Anthony im Anschluss.

Nach den zuletzt schwachen Ergebnissen war immer mehr Kritik an der Verpflichtung des exzentrischen gebürtigen New Yorkers aufgekommen.

Schließlich gelang gegen Orlando im 20. Spiel seit dem Mega-Deal erst der achte Sieg, doch in dieser Partie zeigte Anthony, warum ihn die Knicks unbedingt haben wollten.

"Melo war heute 'on fire'. Sie hatten ganz einfach keine Antwort für ihn parat", hob Amare Stoudemire seinen Mannschaftskollegen hervor.

Stoudemire lobt Einstellung

Der Power Forward verbuchte 20 Punkte und neun Rebounds. Aufbauspieler Chauncey Billups steuerte 17 Zähler, sechs Rebounds und sechs Assists bei.

Stoudemire lobte aber auch die verbesserte Einstellung des gesamten Teams: "Wir haben in der Abwehr richtig gut gearbeitet und keinen Ball verlorengegeben. Der Siegeswille war deutlich zu spüren."

Beinahe hätte Anthony das Spiel schon zum Ende der regulären Spielzeit entschieden, doch sein Versuch mit der Schlusssirene geriet etwas zu kurz.

Wenige Sekunden zuvor hatte Magic-Guard Jason Richardson (24 Punkte) das Spiel mit einem Dreier ausgeglichen.

Howard mit Aussetzer

In der Verlängerung verhalf den Knicks allerdings ein folgenschwerer Aussetzer eines Kontrahenten zu ihrem Befreiungsschlag.

Der bis dahin ebenfalls stark agierende Dwight Howard (29 Zähler, 18 Rebounds) leistete sich beim Kampf um einen Offensiv-Rebound sein sechstes Foul und musste das Feld verlassen.

Der Magic-Center war über diese Entscheidung allerdings so verärgert, dass er den Ball wegwarf und sich sein 17. technisches Foul der Saison abholte.

"Ich kann nichts dagegen machen. Ich habe einfach versucht, den Rebound zu bekommen. Für das Wegwerfen des Balles bekommst du in der Regel nur eine Warnung für Spielverzögerung", schob "Superman" den Referees den Schwarzen Peter zu.

"Superman" droht Sperre

Zu diesem Zeitpunkt führten die Knicks lediglich mit 108:106, aber ohne seinen Superstar gelang Orlando danach kein weiterer Punkt.

Außerdem droht Howard bei seinem nächsten technischen Foul - kein Spieler in der NBA hat mehr auf seinem Konto - die nächste Sperre.

Obwohl die Gäste ihren sechsten Sieg am Stück verpassten, zeigte sich Coach Stan Van Gundy nicht unzufrieden mit der Leistung: "Die Jungs haben hart gekämpft und hatten die Chance zum Sieg. Schade, dass es nicht gereicht hat."

Nelson wird vermisst

Immerhin wird der angeschlagene Point Guard Jameer Nelson (Reizung im linken Knie) relativ schnell zurückkehren.

In seiner Abwesenheit gab Gilbert Arenas sein Debüt in der Startformation, traf aber nur zwei seiner elf Würfe. Er verbuchte neun Punkte, zehn Rebounds und fünf Assists.

Die Magic (47:27) sind in der Eastern Conference trotz der Niederlage weiter Vierter. New York (36:38) steht auf Rang sieben und nähert sich der ersten Playoff-Teilnahme seit 2004.

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