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LeBron James nahm bereits siebenmal am All-Star Game teil © getty

Cleveland feiert gegen seinen verhassten Ex-Star den höchsten Saisonsieg. Die Genugtuung ist greifbar. Die Heat sind verwirrt.

Von Eric Böhm

München/Cleveland - Die Cleveland Cavaliers haben ihren zweifellos wichtigsten Sieg der Saison gefeiert.

Das schwächste Team der NBA schlug LeBron James und die Miami Heat vor ausverkauftem Haus mit 102:90 (53:42).

James schaffte mit 27 Punkten, zwölf Assists und zehn Rebounds zwar ein Triple-Double, konnte jedoch den höchsten Saisonsieg seines ehemaligen Teams nicht verhindern.

"Gegen uns holt jeder Kontrahent alles aus sich heraus. Sie haben extrem gut gespielt und einen verdienten Sieg errungen", sagte der enttäuschte "King" im Anschluss.

Heat-Aufholjagd reicht nicht

Dabei hätten James und seine Kollegen beinahe einen zwischenzeitlichen Rückstand von 23 Zählern noch in einem Erfolg verwandelt.

Mike Bibbys siebter Dreier - der Aufbauspieler erzielte insgesamt 23 Punkte - brachte Mitte des letzten Viertels sogar den 83:83-Ausgleich.

Darauf folgte allerdings ein 12:0-Lauf der Gastgeber, den ein Dreier des starken Anthony Parker (20 Zähler) knapp drei Minuten vor Schluss krönte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Nach Spielende schnappte sich der Guard das Mikrofon und wandte sich an die 20.562 Fans: "Ihr habt diesen Sieg verdient."

"Kein Vergleich zum ersten Mal"

Daraufhin brach in der Halle ein riesiger Jubelsturm los, der sich wahrscheinlich über ganz Ohio ausbreitete.

Die Anfeindungen gegen LeBron hielten sich bei dessen zweiten Gastauftritt in Cleveland allerdings in Grenzen. Im Dezember musste der zweimalige MVP einen regelrechten Spießrutenlauf über sich ergehen lassen.

"Ich hatte mich auf das Schlimmste eingestellt. Aber es war kein Vergleich zum ersten Mal", meinte James.

Damals setzte es für die Cavs eine deutliche 90:118-Abreibung, und "LBJ" hatte auf die Schmähungen mit 38 Punkten reagiert.

Hickson mit Double-Double

Diese Scharte wollte die durch Verletzungen und Trades ziemlich umgekrempelte Truppe von Coach Byron Scott unbedingt auswetzen.

"Damals haben sie uns richtig blamiert. Heute wollten wir uns vor allem für die Fans dafür revanchieren. Das ist ein tolles Gefühl", bestätigte Parker die Motivation seines Teams.

Power Forward J.J. Hickson steuerte mit 21 Zählern und zwölf Rebounds ein Double-Double bei.

Cavs mit Saisonrekord

Die Wurfquote von fast 56 Prozent war für Cleveland ein neuer Saisonrekord und von entscheidender Bedeutung für den erst 15. Erfolg dieser Spielzeit.

Immerhin halten nur die Chicago Bulls ihre Kontrahenten bei einer niedrigeren Quote aus dem Feld als die Gäste aus Florida.

"Du bekommst in dieser Liga, was du verdienst. Dem Gegner so eine Quote zu gestatten geht nicht. Sie haben besser gearbeitet als wir", fand Miamis Trainer Erik Spoelstra klare Worte.

Spoelstra ist verwirrt

Vor allem Chris Bosh (zehn Punkte, fünf von 14 aus dem Feld) erlebte einen rabenschwarzen Tag. Dwyane Wade sammelte 24 Zähler, benötigte dafür aber satte 20 Würfe.

"Sie hatten die bessere Einstellung. Das ist ein Trend, der in unseren letzten beiden Spielen schon zu erkennen war. Wir sind etwas verwirrt und müssen unsere Identität finden", mahnte Spoelstra.

Die Heat (51 Siege - 23 Niederlagen) verpassten mit der Niederlage den Sprung auf Rang zwei der Eastern Conference und liegen weiter hinter Chicago (53-20) und Boston (51-22).

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