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Dwyane Wade spielte am College für Marquette in Milwaukee © getty

Miami gewinnt ein hitziges Duell in der Hauptstadt. Nach einer Rangelei fliegen drei Spieler. "Melo" entscheidet das Lokalderby.

Von Eric Böhm

München/Washington - Die Miami Heat sind nach der peinlichen Niederlage gegen Cleveland in der Hauptstadt mit einem blauen Auge davongekommen.

Bei den Washington Wizards gelang der Startruppe ein 123:107 (63:52)-Erfolg. Dabei täuscht das Endergebnis über den tatsächlichen Spielverlauf hinweg. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Denn neun Minuten vor Schluss führten die Heat nur 91:90, ehe Dwyane Wade (33 Punkte, neun Assists) den entscheidenden 12:4-Zwischenspurt der Gäste einleitete.

"Wir haben in Cleveland zwei Schritte zurück gemacht. Heute ging es wieder einen Schritt nach vorn. So müssen wir weitermachen", analysierte LeBron James den Erfolg.

Rangelei mit Folgen

"LBJ" markierte 35 Zähler, acht Rebounds und acht Assists. Chris Bosh steuerte 26 Punkte bei.

Der große Aufreger war jedoch eine handfeste Rangelei zwischen Wizards-Rookie John Wall und den Heat-Reservisten Zydrunas Ilgauskas sowie Juwan Howard.

Wall verteidigte gegen Ilgauskas an der Dreierlinie. Der litauische Center traf ihn mindestens einmal mit dem Ellbogen im Gesicht, woraufhin sich Washingtons Spielmacher mit einem Schlag revanchierte.

Howard mischte sich ein und lieferte sich ein Wortgefecht mit Wizards-Trainer Flip Saunders. Alle drei Streithähne wurden vorzeitig zum Duschen geschickt, Saunders kam mit einer Verwarnung davon.

LeBron beschwichtigt

Wall entschuldigte sich nach der Partie: "Er hat mich zweimal mit dem Ellbogen erwischt und ich habe reagiert. Das darf mir nicht passieren. Ich bin enttäuscht von mir."

In seiner Abwesenheit machte Ersatz-Spielmacher Jordan Crawford einen starken Eindruck und stellte mit 39 Zählern eine persönliche Bestleistung auf.

"Ich habe zwei aggressive Spieler gesehen. Ellbogen gehören zum Spiel. Die Situation geriet etwas außer Kontrolle, aber das gehört dazu", spielte James den Vorfall herunter.

Die Heat (52 Siege - 23 Niederlagen) bleiben in der Eastern Conference auf Rang drei hinter Chicago (54-20) und Boston (51-22). Washington ist Vorletzter.

SPORT1 fasst weiteres Geschehen aus der NBA zusammen:

New York Knicks - New Jersey Nets 120:116

Die New York Knicks haben das Lokalduell gegen die New Jersey Nets mit 120:116 (58:68) gewonnen.

Dabei lagen die Gastgeber zeitweise bereits mit 16 Punkten im Hintertreffen und gestatteten den Nets in der ersten Hälfte mit 68 Zählern eine Saisonbestmarke.

Carmelo Anthony erzielte aber im zweiten Spiel in Folge 39 Punkte und brachte die Knicks ins Spiel zurück.

"Melo" bringt Entscheidung

Der Superstar sorgte dann rund eine Minute vor dem Ende auch für die Führung. "Für mich läuft es momentan richtig gut. In der entscheidenden Phase der Saison so einen Lauf zu haben, fühlt sich gut an", sagte "Melo". Chauncey Billups steuerte 33 Zähler bei.

Deron Williams verpasste bei seinem Comeback vier Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleich. Der Nets-Spielmacher (22 Punkte, acht Rebounds, acht Assists) stand nach seiner Verletzung am Handgelenk erstmals wieder zur Verfügung.

"Deron war nicht ganz fit, aber er hat gutes Spiel gemacht. Am Ende ging ihm etwas die Luft aus", bewertete Coach Avery Johnson die Leistung seines Rückkehrers.

Anthony Morrow war mit seiner Saisonbestleistung von 30 Zählern bester Scorer der Gäste. Die Knicks (37-38) bleiben als Siebter im Osten auf Playoff-Kurs. Für New Jersey sind die Playoffs längst kein Thema mehr.

New Orleans Hornets - Portland Trail Blazers 95:91

Die New Orleans Hornets (43-32) haben beim 95:91 (48:50)-Heimsieg gegen die Portland Trail Blazers mit dem direkten Konkurrenten aus Oregon gleichgezogen.

Beide Mannschaften stehen nun in der Western Conference gemeinsam auf Rang sechs.

Backup-Guard Willie Green erzielte zehn seiner zwölf Punkte während des vorentscheidenden 16:4-Laufs der Gastgeber im Schlussviertel und war damit der Matchwinner.

"Willie war phänomenal. Wenn er diese Form konservieren kann, bin ich sehr zufrieden", lobte Hornets-Coach Monty Williams.

Landry springt ein

Nach dem vorzeitigen Saisonaus von David West (Kreuzbandriss) springt Carl Landry immer besser in die Bresche und war mit 21 Zählern Topscorer der Gastgeber.

Die Gäste haderten mit ihrem Einbruch in der entscheidenden Phase. "Die Ballverluste waren entscheidend. Solche Patzer kannst du dir in dieser Liga nicht erlauben", kritisierte Portlands Trainer Nate McMillan.

Da half auch die erneut gute Leistung von LaMarcus Aldridge (24 Punkte, 15 Rebounds) nicht mehr.

Sollten die Teams nach dem Ende der regulären Saison noch gleichauf liegen, hätten die Hornets dank des gewonnenen direkten Vergleichs die Nase vorn.

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