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Dirk Nowitzki hat die Mavericks zum elften Mal in Folge in die Playoffs geführt © getty

Im Kracher bei den L.A. Lakers geht es für das Nowitzki-Team um mehr als nur Rang zwei im Westen. Dallas muss ein Zeichen setzen.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Der letzte große Showdown der regulären NBA-Saison hat schon fast die Bedeutung eines Playoff-Spiels.

Im Duell zwischen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks und den Los Angeles Lakers (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) geht es um wesentlich mehr als nur die zweite Position in der Western Conference.

"Es wäre nicht das Ende der Welt, wenn wir als Nummer drei in die Playoffs gehen, aber wir werden alles geben, um sie zu überflügeln", blickte Nowitzki nach dem Sieg gegen die Clippers bereits nach vorn.

Der Würzburger und sein Team wollen sich selbst und den Gegnern beweisen, dass sie gegen größere und athletischere Teams bestehen können.

Größennachteil ist ein Faktor

Gegen die Spitzenmannschaften San Antonio, Chicago und die Lakers gelangen in acht Partien nur zwei Siege.

Viele Experten prognostizieren den relativ kleinen Mavs deshalb erneut ein frühes Playoff-Aus, da sich die körperlichen Nachteile in einer Best-Of-Seven-Serie noch potenzieren. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Wir sind zwar klein, aber dafür langsam. Nein, ich mag unser Team. Die Lakers sind ein hartes Matchup, aber wir müssen ihnen unser Spiel aufzwingen", sagte Coach Rick Carlisle den "Dallas Morning News".

Daher ist es auch kein Zufall, dass Dallas die letzten drei direkten Duelle gewinnen konnte, wenn L.A.-Center Andrew Bynum weniger als 19 Punkte markierte. Liegt Bynum über dieser Quote, gewinnt der Titelverteidiger.

Cuban hat eine Strategie

Im Klartext heißt das, die Texaner müssen den physischen Vorteil der Lakers in einen Nachteil umwandeln.

Teambesitzer Mark Cuban hat dazu eine interessante strategische Variante parat.

"Je öfter Ron Artest den Ball hat, desto besser für uns. Im Duell mit Jason Kidd hat er zwar athletische Vorteile, aber mir ist es lieber, wenn er die Entscheidungen trifft", machte Cuban "Ron Ron" als Schwachpunkt aus.

Immerhin würde dann nicht Kobe Bryant die gefürchtete Triangle-Offense kontrollieren.

Carlisle freut sich

Das Nowitzki-Team macht dem Superstar ohnehin schon genug Probleme.

Denn gegen kein anderes NBA-Team hat Bryant seit Beginn der letzten Saison einen schwächeren Punkteschnitt (17,0).

"Wir sind schneller. Wenn wir ins Laufen kamen und viele Punkte per Fast Break erzielten, sahen wir gegen sie immer am besten aus", gibt Jason Terry die Marschroute vor.

Dem besten sechsten Mann der Liga (16,2 Zähler pro Partie) wird als zweitem Scorer eine Schlüsselrolle zukommen, in seinen letzten drei Spielen sammelte er mehr als 21 Punkte.

"Wir freuen uns auf diesen Härtest. Sie sind momentan die Nummer eins der Liga", sieht Carlisle den Gipfel als Herausforderung.

Auswärtsstärke als Trumpf?

Einfach wird es für das beste Auswärtsteam der NBA allerdings nicht, den 28. Sieg in fremder Halle einzufahren.

Der Meister hat seit dem All-Star-Break einen Wahnsinnslauf und gewann 15 seiner letzten 16 Partien. Im Staples Center gelangen zuletzt sogar neun Siege am Stück.

"Es läuft momentan sehr gut, aber wir sollten die Serie nicht überbewerten. Es ist wichtiger, gesund in die Playoffs zu kommen. Trotzdem wollen wir einen direkten Konkurrenten auf Distanz halten", trat Power Forward Pau Gasol im Vorfeld auf die Euphoriebremse.

Barkley setzt auf Dallas

Immerhin traut NBA-Legende Charles Barkley den Mavericks auch für die Playoffs einiges zu.

"Dallas ist das einzige Team, das die Lakers in einer Playoff-Serie schlagen kann. Sie sind ein ausgeglichener und gefährlicher Haufen", sagte der heutige TV-Experte.

Nach jetzigem Stand käme es in der zweiten Runde zum Wiedersehen, das Spiel in der Nacht zu Freitag ist also in der Tat mehr als nur ein Vorgeschmack auf die K.o.-Runde.

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