vergrößernverkleinern
Glen Davis (m.) spielte am College für die Louisiana State Tigers © getty

Der Rekordmeister beschert San Antonio die längste Pleitenserie seit fast 15 Jahren. Das Comeback eines All-Stars reicht nicht.

Von Eric Böhm

München/San Antonio - Die San Antonio Spurs schlittern zum Ende der Saison in eine handfeste Krise.

Das nach wie vor beste Team der NBA verlor beim 97:107 (49:49) gegen die Boston Celtics bereits zum fünften Mal hintereinander. Eine solche Negativserie erlebten die Spurs seit Tim Duncans Ankunft 1997 nicht mehr.

Auch das Comeback des Centers konnte die Pleite nicht verhindern. Der All-Star lieferte nach vier Spielen Verletzungspause mit 20 Punkten und 13 Rebounds ein Double-Double. Tony Parker markierte 23 Zähler.

"So eine Phase passiert allen Teams. Aber wir haben uns mit dem Saisonende den schlechtesten Zeitpunkt ausgesucht", sagte Spurs-Coach Gregg Popovich.

Ginobili ganz schwach

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte setzten sich die Celtics im dritten Viertel mit einem 12:0-Zwischenspurt ab. Die Spurs kamen danach nie näher als auf sechs Punkte heran.

Vor allem Manu Ginobili (neun Zähler, vier von 13 aus dem Feld) erwischte einen ganz schwachen Tag.

"Natürlich wollen wir als Nummer eins in die Playoffs gehen, aber wir haben uns in eine schwierige Situation manövriert", gab der Argentinier zu.

San Antonio (57 Siege - 18 Niederlagen) läuft Gefahr, Rang eins im Westen zu verspielen. Die Lakers (54-20) und Dallas (53-22) sind ihnen auf den Fersen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Befreiungsschlag für Celtics?

Beim Rekordmeister ragte Point Guard Rajon Rondo (22 Punkte, 14 Assists) heraus. Routinier Paul Pierce steuerte 21 Zähler und elf Rebounds bei.

"Es gibt keinen besseren Gegner, um wieder Schwung aufzunehmen. Sie haben schließlich die beste Bilanz", meinte Pierce.

Nach zuletzt sieben Niederlagen aus zwölf Partien könnte der zweite Saisonsieg gegen die Spurs zum erhofften Befreiungsschlag für den amtierenden Meister der Eastern Conference sein.

Power Forward Kevin Garnett sorgte mit 20 Punkten und neun Rebounds für eine starke Präsenz der Gäste in der Zone.

O'Neal ist zurück

Außerdem feierte Jermaine O?Neal (fünf Zähler) nach seiner Knieoperation ein überraschendes Comeback. Der Routinier hatte seit Mitte Januar kein Spiel mehr bestritten.

Celtics-Trainer Doc Rivers war froh über die zusätzliche Alternative: "Wir brauchen ihn dringend. Er entlastet unsere anderen Big Men."

Krstic fällt aus

Dennoch bleibt dem Team aus "Beantown" das Verletzungspech weiterhin treu.

Center Nenad Krstic verletzte sich im zweiten Viertel am Knie und fällt mindestens für die nächsten beiden Spiele aus.

"Ich weiß nicht, wie schwer die Verletzung ist. Für das Wochenende fällt er aus. Weiter denke ich zunächst nicht", meinte Rivers.

Statistik spricht gegen Spurs

Die Celtics (52-22) sind in der Eastern Conference hinter Chicago (54-20) weiterhin Zweiter und können noch auf den Spitzenplatz hoffen.

Boston ist zudem das einzige Team, das gegen die Spurs in dieser Saison ungeschlagen ist.

San Antonio muss dagegen schleunigst wieder in die Erfolgsspur zurückkommen, wenn es mit dem Titel klappen soll.

Seit den Houston Rockets der Saison 1994/1995 gewann kein Team mit einer Serie von fünf Niederlagen nach dem All-Star-Break die Meisterschaft.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel