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Dirk Nowitzki schied mit den Mavericks bereits viermal in der ersten Playoff-Runde aus © getty

Die deftige Abreibung bei den Lakers ruft Erinnerungen hervor und hinterlässt nicht nur bei Alleinunterhalter Nowitzki Spuren.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Das Spitzenspiel bei den Los Angeles Lakers hatten nicht zuletzt die Dallas Mavericks selbst als Härtetest für die Playoffs ausgerufen.

Doch anstatt sich Mut zu machen, erinnerte das Team von Dirk Nowitzki bei der 28-Punkte-Schlappe an frühere K.o.-Runden-Auftritte

Eine speziell unter den Körben ganz schwache Abwehrleistung, ein Angriff, der sich hinter dem Würzburger versteckte, und ein nicht nur durch Frustration erklärbarer Ausraster. Das kommt nicht nur Mavericks-Fans bekannt vor.

"Die Playoffs haben dieses Jahr früher angefangen. So laufen die Spiele, wenn es um alles geht. Du musst mit den Emotionen umgehen", sagte Nowitzki. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Alte Muster kehren wieder

Offensichtlich stecken die diversen Playoff-Patzer der letzten Jahre immer noch in den Köpfen.

Denn wenn es gegen einen starken Gegner in die entscheidende Phase geht, fällt das Team in die alten Verhaltensmuster zurück.

Dann ist auch bei neuen oder unverbrauchten Spielern, wie Tyson Chandler und Roddy Beaubois, plötzlich nichts mehr von dem erfrischenden Kombinationsspiel und der beweglichen Verteidigung zu sehen.

Cuban wirkt ratlos

Es war für Dallas bereits die siebte Niederlage in Folge gegen ein Playoff-Team der Western Conference.

"So ein Spiel passiert einfach. Die Lakers sind bei den Cleveland Cavaliers eingegangen. Wir haben einfach nichts getroffen. Was sollst du da machen?", versuchte Teambesitzer Mark Cuban die Pleite herunterzuspielen.

Damit vermittelt der sonst so impulsive und wortgewaltige Boss aber eher eine gewisse Ratlosigkeit.

Chandler mit Klartext

Er hat in den vergangen Jahren vieles versucht und hoffte, mit neuen Spieler oder einem neuen Coach die Geister der Vergangenheit zu vertreiben - geholfen hat es wenig.

"Wir sind nicht so weit, wie wir sein müssten. Das muss jeder akzeptieren", versuchte Chandler gar nicht erst, etwas zu beschönigen.

Der Center weiß, wovon er spricht, schließlich schaltete er Dallas 2008 mit den New Orleans Hornets in der ersten Runde aus.

Nowitzki als Alleinunterhalter

Die Lakers sind mit ihren großen, starken Leuten sicher für viele Teams ein echter Matchup-Albtraum, dennoch lässt sich Dallas häufig viel zu einfach aus dem Konzept bringen.

Es hat den Anschein, als wäre in den Topspielen jegliches Selbstbewusstsein des Spitzenteams urplötzlich wie weggeblasen, wenn irgendetwas schief läuft.

Alleinunterhalter Nowitzki (27 Zähler, 13 Rebounds) konnte auch keine detaillierte Erklärung für den Einbruch nach der Pause liefern: "Sie haben uns das Spiel aus der Hand gerissen."

Terry rastet aus

Shooting Guard Jason Terry hatte vor dem Kracher gegen die Lakers noch getönt, die öffentliche Wahrnehmung der "soften" Mavericks würde nach der Partie Vergangenheit sein.

Auf dem Parkett konnte er seine großen Worte nicht mit Taten untermauern. Ihm gelangen lediglich fünf Punkte.

Der sechste Mann - der in den Playoffs des Öfteren abtaucht - verlor zudem im Schlussviertel völlig die Nerven, zettelte eine wüste Rangelei an und wurde gemeinsam mit Backup-Center Brendan Haywood des Feldes verwiesen.

"Die Emotionen haben mich überwältigt. Ich habe mich bereits bei meinen Mannschaftskameraden entschuldigt. Das darf mir nicht passieren", bekannte Terry kleinlaut gegenüber den "Dallas Morning News".

Wiedergutmachung bei den Blazers?

Nach dem Spiel in Golden State (So., ab 4.30 Uhr LIVESCORES) gibt es bei den Portland Trail Blazers (Mo., ab 3 Uhr LIVESCORES) die drittletzte Chance, noch einen Sieg gegen ein Playoff-Team zu feiern, sich für die knappe Niederlage Mitte März zu revanchieren und die zahlreichen Kritiker zu widerlegen.

Ein Erfolg hätte auch psychologisch eine große Bedeutung, immerhin könnten die Blazers der Erstrundengegner sein.

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