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Dirk Nowitzki stand bereits zehnmal in All-NBA-Teams © getty

Dallas kämpft mit den Nerven und taumelt in Richtung Playoffs. Dort wartet wohl ein harter Brocken. Dirk Nowitzki übt Kritik.

Von Eric Böhm

München - Die Dallas Mavericks haben genau zum falschen Zeitpunkt völlig den Faden verloren.

Nach einer über weite Strecken sehr starken Saison taumelt Dirk Nowitzkis Team in Richtung Playoffs und wirkt auch psychisch angeschlagen.

Speziell die ernüchternden Pleiten bei den Lakers und in Portland gaben den Kritikern, die Dallas erneut ein frühes Aus prophezeien, neue Munition.

"Sie denken wir sind die 'same old Mavericks' - Erstrundenaus inklusive. Wir sehen das anders", reagierte Jason Terry auf diese Annahme trotzig.

Zahlen sprechen gegen Mavericks

Die nackten Zahlen sprechen eine andere Sprache. Von den letzten 16 Partien gewannen die Mavs nur acht, allerdings gelang keiner der Erfolge gegen ein Playoff-Team der Western Conference.

Von 13 Spielen gegen die momentan besten Acht im Westen konnten ganze zwei siegreich bestritten werden.

"Wir dürfen jetzt nicht in Panik geraten. Manchmal braucht es nur ein gutes Training oder Spiel, um wieder in die Spur zu kommen", sagte Nowitzki.

Nowitzki fordert Steigerung

Vor der Partie gegen Denver erwartet "Dirkules" freilich eine deutliche Reaktion von seinem Team.

"Wir müssen uns steigern. Ich muss deutlich besser spielen. 'Jet' war zuletzt unsichtbar, und J-Kidd muss seine Würfe verwandeln", redete der Würzburger Klartext. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Die Nuggets sind jedoch mit Sicherheit kein Aufbaugegner. Seit dem Trade von Carmelo Anthony gewannen sie 15 von 19 Partien und schlugen zuletzt sogar die Lakers in Los Angeles.

Das Comeback von Tyson Chandler - der Center fehlte in Portland mit Rückenproblemen - würde sicher helfen, dennoch gibt das kollektive Versagen bei den Blazers zu denken.

Blazers ein gefährliches Matchup

Portland ist schließlich der wahrscheinlichste Erstrundengegner und deckte schonungslos die Schwächen der Mavericks auf.

Mit Neuzugang Gerald Wallace auf dem Flügel und Power Forward LaMarcus Aldridge am Korb haben sie "echte Brocken", die nicht zuletzt Nowitzki in Abwehr und Angriff zu schaffen machen.

Die großen Guards gestatteten Terry und Kidd keine offenen Würfe. Mit Brandon Roy kommt sogar ein dreimaliger All-Star von der Bank.

"Wir suchen keine Entschuldigungen. Es gibt keine moralischen Siege. Sie waren besser als wir", gestand Trainer Rick Carlisle nach dem Spiel ein.

Wieder frühes Aus?

In den letzten vier Jahren schied Dallas dreimal in der ersten Runde aus. Sollten nun tatsächlich die stark aufspielenden Trail Blazers (45 Siege - 32 Niederlagen) warten, gibt es aktuell nur wenig Anlass zur Hoffnung.

Zumindest der Heimvorteil ist den Texanern in der ersten Runde sicher, doch auch gegen die beiden anderen potenziellen Kontrahenten Memphis (44-33) und New Orleans (44-33) setzte es im jeweils letzten Aufeinandertreffen Niederlagen.

"Die Leute sprechen immer über Portland oder Denver. Sie sollten lieben anfangen, über uns zu sprechen", trommelte Terry.

"Weich wie Toilettenpapier"

Dabei offenbarte der sechste Mann selbst zuletzt jenes dünne Nervenkostüm, das nicht nur Mavericks-Fans aus vergangenen Playoff-Fiaskos noch gut in Erinnerung ist.

Neben seinen unterirdischen Trefferquoten lieferte er sich in L.A. auch noch ein Scharmützel mit Lakers-Reservist Matt Barnes. In einem Radio-Interview legte er nun nach: "Barnes ist so weich wie Toilettenpapier."

Nach den letzten wackligen Auftritten des strauchelnden Mitfavoriten klingen solche Aussagen aber eher wie das berühmte Pfeifen im Walde.

Es liegt an den Mavs selbst die Kritiker zu widerlegen und die Vergangenheit endgültig abzuschütteln.

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