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Gordon Hayward (l.) stand mit Butler im letzten Jahr im College-Finale © getty

Der Meister patzt gegen Utah und kann Rang eins abschreiben. Bryant ist der tragische Held. Coach "Pop" holt eine Legende ein.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Die Los Angeles Lakers haben mit einer grausigen Vorstellung einen Rückschlag im Kampf um den Spitzenplatz der Western Conference erlitten.

Der Titelverteidiger verlor völlig überraschend gegen die Utah Jazz mit 85:86 (40:34) und kassierte die zweite Niederlage hintereinander.

Kobe Bryant war zwar mit 20 Zählern Topscorer der Lakers, leistete sich aber zwei Sekunden vor Schluss den entscheidenden Ballverlust gegen Utahs Al Jefferson.

Der Superstar hatte sein Team vorher mit zwei Dreiern innerhalb der letzten anderthalb Minuten überhaupt erst ins Spiel zurückgebracht, wurde am Ende jedoch zum tragischen Helden.

Lakers fahrig und lustlos

L.A. lieferte im heimischen Staples Center eine fahrige und erstaunlich lustlose Partie ab.

"Es war unser schwächstes Saisonspiel. Wir hatten den Sieg nicht verdient und werden gestärkt zurückkommen", suchte Lamar Odom gar nicht erst nach Entschuldigungen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Die Lakers verfehlten ihre ersten 13 Dreier und leisteten sich insgesamt 19 Ballverluste. Daran änderte auch die persönliche Bestleistung von Andrew Bynum nichts. Der Center schnappte sich gleich 23 Rebounds.

Jazz-Rookie ragt heraus

Utahs Rookie Gordon Hayward war mit dem Karriere-Bestwert von 22 Punkten nicht nur bester Gäste-Profi, sondern brachte die Jazz mit einem verwandelten Freiwurf sechs Sekunden vor Schluss auch auf die Siegerstraße.

"Ich bin ein Fan von ihm. Gordon ist ein ausgezeichneter Allrounder. Er erinnert mich an Jeff Hornacek, hat aber wesentlich mehr Talent", geriet Bryant fast ins Schwärmen.

Power Forward Paul Millsap steuerte für Utah ebenfalls 22 Zähler bei. 375715(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Gasol beißt sich durch

Die Lakers (55 Siege - 22 Niederlagen) werden San Antonio (59-19) somit wohl nicht mehr einholen und müssen sich mit Rang zwei begnügen.

"Es war natürlich ein Rückschlag. Wir werden die letzten Spiele dennoch nicht abschenken. Du weißt nie, was noch passiert", sagte Pau Gasol.

Der spanische Forward spielte trotz seiner Knieprellung und verbuchte 19 Punkte.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Atlanta Hawks - San Antonio Spurs 90:97

Die San Antonio Spurs gewannen bei den Atlanta Hawks 97:90 (43:48) und behaupten nach wie vor die beste Bilanz der NBA.

Ein 11:3-Zwischenspurt Mitte des Schlussviertels verhalf den Spurs zum ersten Auswärtssieg nach zuvor vier Pleiten in der Fremde.

Tony Parker gelangen 26 Zähler, Manu Ginobili erzielte 18 Punkte.

"Wir haben zuletzt etwas gewackelt. Jetzt sind wir wieder optimistischer, obwohl definitiv noch Steigerungspotenzial besteht", beschrieb der Argentinier die Gefühlslage seines Teams.

"Pop" holt Celtics-Legende ein

Spurs-Coach Gregg "Pop" Popovich schloss mit seinem 795. Sieg zu Celtics-Legende Red Auerbach auf. Nur Ex-Jazz-Trainer Jerry Sloan (1.127) gewann mit einem Team mehr Spiele.

Für Atlanta markierte Joe Johnson 21 Punkte. Die Hawks (44-34) bleiben in der Eastern Conference Fünfter.

"Sie können jederzeit einen Gang hochschalten. Ihre Guards sind ungeheuer aggressiv und defensivstark. So haben sie unseren Rhythmus gebrochen", zollte Center Al Horford den Gästen Respekt.

Chicago Bulls - Phoenix Suns 97:94

Die Chicago Bulls haben ihre Spitzenposition in der Eastern Conference verteidigt.

Der 97:94 (53:40)-Heimerfolg gegen die Phoenix Suns war jedoch ein hartes Stück Arbeit.

"Wir wollen uns weiter verbessern. Das ist am wichtigsten. Alles andere kommt von allein", meinte Derrick Rose

Dabei führten der MVP-Kandiat und seine Kollegen im dritten Viertel bereits mit 22 Punkten, ehe die Suns gewaltig aufdrehten.

Suns verpassen Ausgleich

Vince Carter (23 Zähler) brachte Phoenix 27 Sekunden vor Schluss sogar bis auf 94:96 heran.

Kyle Korver verwandelte wenig später für Chicago nur einen von zwei Freiwürfen, aber die Gäste kamen nicht mehr dazu, einen Dreier zum Ausgleich zu versuchen.

Suns-Trainer Alvin Gentry war entsprechend bedient: "Es war schlicht kein guter letzter Ballbesitz. Wir kamen nie in die richtige Aufstellung."

Durchwachsenes Noah-Comeback

Rose war mit 19 Punkten Chicagos bester Werfer. Joakim Noah feierte nach auskurierter Knöchelblessur mit zwölf Punkten und nur vier Rebounds in 28 Minuten eine durchwachsene Rückkehr.

"Im Angriff war es sehr ordentlich, in der Verteidigung hat ihm noch ein wenig das Timing gefehlt", bewertete Bulls-Coach Tom Thibodeau.

Die Bulls (57-20) halten im Osten Miami und Boston (beide 54-23) auf Distanz.

Phoenix hat sich mit sechs Niederlagen aus den vergangenen sieben Partien um die Playoff-Chance gebracht.

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