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Dirk Nowitzki (r.) blieb gegen Denver mit 20 Punkten unter seinem Schnitt von 23,0 Zählern © getty

Nach der Pleite droht den Mavs ein Playoff-Duell mit Denver. Aber auch gegen andere Kandidaten sind die Aussichten nicht rosig.

Von Olaf Mehlhose

München/Dallas - Gegen die Denver Nuggets gab es die vierte Pleite in Folge.

Mit neun Niederlagen aus den letzten 17 Partien verspielten die Dallas Mavericks nicht nur die Chance, sich bis zu den Conference-Finals den Heimvorteil zu sichern.

Jetzt droht dem Team von Dirk Nowitzki sogar der Absturz auf Platz vier: Der Vorsprung auf die Oklahoma City Thunder ist auf ein gewonnenes Spiel zusammengeschmolzen.

"Natürlich würde ich noch gerne ein paar Spiele gewinnen und mit einem guten Feeling in die Playoffs gehen", sagte Nowitzki bei "Spox.com", gab aber zu bedenken, dass es in der K.o.-Runde keine einfachen Gegner gäbe: "Egal, auf welchem Platz wir landen, die erste Runde wird schwer."

Aber wie stehen überhaupt die Chancen, dass die Mavericks noch hinter die Thunder zurückfallen? Und welche Folgen hätte das für die Playoffs?

SPORT1 beleuchtet mögliche Szenarien.

Leichteres Restprogramm

Um noch an Dallas vorbeizuziehen, müsste Oklahoma City aus den vier ausstehenden Saisonspielen zwei Siege mehr einfahren als die Texaner, da Dallas den direkten Vergleich mit 2:1 für sich entschied. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Hinzu kommt, dass die Mavs das etwas leichtere Restprogramm haben.

Die Los Angeles Clippers, die Phoenix Suns und die New Orleans Hornets müssen noch nach Dallas. Mit der Partie bei den Houston Rockets steht nur noch ein Auswärtsspiel auf dem Programm.

Rockets mit vagen Aussichten

Zudem warten mit den Clippers und den Suns zwei Teams, für die es nur noch um die Ehre geht. Und Houstons vage Aussichten die K.o.-Runde zu erreichen, dürften beim Aufeinandertreffen bereits Geschichte sein.

Damit wären die Hornets der einzige Gegner, für den in der regulären Saison noch etwas auf dem Spiel steht.

Lakers und Nuggets warten

Die Thunder haben gegen die Denver Nuggets und bei den Los Angeles Lakers noch zwei schwere Aufgaben vor der Brust, bevor es gegen West-Kellerkind Sacramento Kings und die bereits ausgeschiedenen Milwaukee Bucks geht.

Fazit: Trotz der dürftigen Leistungen der Mavericks in den letzten Wochen ist es unwahrscheinlich, dass die Truppe um NBA-Topscorer Kevin Durant noch an Dallas vorbeizieht

Denver zu Hause eine Macht

Der dritte Rang käme der Truppe von Rick Carlisle vor allem in der ersten Runde zugute.

Dadurch würde ein Duell mit den Nuggets vermieden werden, denen der fünfte Rang, nach derzeitigem Stand kaum noch zu nehmen ist. Dem Team, das Dallas in den Conference-Finals von 2009 mit 4:1 in die verfrühte Sommerpause schickte. (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Eine Playoff-Serie gegen die Nuggets ist für jedes Team eine Herausforderung. Die überragende Heimbilanz (31:8) des Teams aus Colorado erklärt sich auch dadurch, dass Denver 1609 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Alte Bekannte für die Mavs

Aber Denver ist so etwas wie ein Angstgegner für die Mavs, die von den vier Aufeinandertreffen in der regulären Saison auch nur eins gewinnen konnten.

Die von George Karl verordnete harte Spielweise der Nuggets scheint den Mavericks nicht zu liegen. Mit "Birdman" Chris Andersen, Kenyon Martin, J. R. Smith und Nene befinden sich noch einige Protagonisten aus der Serie von 2009 in den Reihen der Nuggets.

"K-Mart" musste damals für ein Flagrant Foul an Nowitzki in Spiel 1 eine Geldstrafe von 25.000 Dollar zahlen.

Softies aus Dallas

Insgesamt gelang es Denver aber, die Serie durch knüppelharte Spielweise zu dominieren. Die Mavericks wurde nach dem Ausscheiden von einigen Experten, unter anderem vom elfmaligen All-Star Charles Barkley, als zu "soft" eingestuft.

Zwar hat Dallas mit Tyson Chandler mittlerweile einen Spieler im Kader, auf den diese Bezeichnung mit Sicherheit nicht zutrifft. Aber ob das gegen die seit dem Abgang von Carmelo Anthony wie entfesselt aufspielenden Nuggets ausreicht?

West fehlt den Hornets

In einem Aufeinandertreffen mit den Hornets, die aktuell mit 45 Siegen aus 78 Spielen den sechsten Platz belegen, dürften sich die Texaner deutlich bessere Chancen ausrechnen.

Zumal mit David West (18,9 Punkte pro Spiel) New Orleans' bester Scorer verletzt ausfällt.

Keine positiven Bilanzen

Gegen die Portland Trail Blazers, die mit einer identischen Bilanz wie die Hornets auf Platz sieben rangieren, gewann Dallas in der abgelaufenen Saison immerhin zwei von vier Partien.

In den letzten beiden Aufeinandertreffen gab es allerdings zwei empfindliche Niederlagen.

Nowitzki zumindest hat keinen Wunschgegner für den Playoff-Auftakt: "Wenn ich mir den Westen anschaue, dann sind alle Teams richtig schwer zu spielen. Portland hat uns ein paar Mal geschlagen, Memphis hat uns sogar dreimal geschlagen, New Orleans hat uns in New Orleans geschlagen. Dazu kommt noch Denver, die haben uns am Mittwoch geschlagen."

Spurs oder Lakers

Ab dem Halbfinale kommt es aber ohnehin knüppeldick: Sollte Dallas auf dem dritten Platz bleiben, stände dort aller Voraussicht nach ein Meeting mit den Los Angeles Lakers an.

Denen könnten die Mavs zwar durch das Zurückfallen auf Platz vier entgehen, aber die Chancen in einem Duell mit dem großen Texas-Rivalen San Antonio Spurs wären nur unwesentlich größer.

Bereits im letzten Jahr mussten sich die Mavericks den Spurs trotz Heimvorteil mit 2:4 geschlagen geben. Auch in dieser Saison gab es nur einen Sieg.

Starke Serie im Februar

Am besten wäre es für Nowitzki und Co. ohnehin, wenn sie zu der Form zurückfinden, mit der sie Ende Januar bis Anfang März 18 von 19 Partien gewannen.

Auch wenn es mit Atlanta, New York, Boston, Denver, Philadelphia und Indiana aller Voraussicht nach nur gegen sechs spätere Playoff-Teams ging.

Und auch den Nuggets würde Dallas so aus dem Weg gehen.

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