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Derrick Rose gewann mit den USA 2010 den Weltmeistertitel © getty

Chicago siegt dank seines Spielmachers im Spitzenspiel der Eastern Conference und geht wohl als Nummer eins in die Playoffs.

Von Eric Böhm

München/Chicago - Die Chicago Bulls haben den Spitzenplatz in der Eastern Conference so gut wie in der Tasche.

Der sechsmalige Meister schlug die Boston Celtics im heimischen United Center mit 97:81 (48:43) und feierte den 17. Sieg aus den vergangenen 19 Partien.

Vor dem Spitzenspiel wurde Bulls-Legende Scottie Pippen mit einer bronzenen Büste geehrt. Das aktuelle Team untermauerte dann seinen Anspruch, an die glorreiche Zeit von Jordan, Pippen und Co. anzuknüpfen.

"Ich habe immer gesagt, wir können mit den besten Mannschaften der NBA mithalten. Ich habe schon in der Vorbereitung den Erfolgshunger in unserem Team gespürt", sah sich Derrick Rose bestätigt.

MVP-Kandidat dominiert

Der Spielmacher lieferte erneut eine MVP-würdige Vorstellung ab und verbuchte 30 Punkte, acht Assists sowie fünf Rebounds.

Luol Deng steuerte 23 Zähler bei, aber D-Rose war die dominante Figur.

Er ließ Bostons Point Guard Rajon Rondo (sieben Punkte, sechs Assists) richtig alt aussehen und zog immer wieder spektakulär zum Korb.

"Ob es uns gefällt oder nicht, diese Jungs werden wir im Conference-Finale wiedersehen", blickte Rondo schon einmal voraus.

Boston schwach in der Zone

Sein Team muss sich aber noch deutlich steigern, wenn für den Altmeister nicht schon früher das Aus kommen soll.

Denn speziell unter den Körben offenbarten die Celtics immer wieder große Schwächen. Die Gastgeber holten nicht nur mehr Rebounds (44:35), sondern sammelten in der Zone auch doppelt so viele Zähler (44:22).

"Das darf uns nicht passieren. In einem so wichtigen Spiel müssen wir uns anders präsentieren", kritisierte Kevin Garnett. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Thibodeau sieht noch Luft nach oben

Der starke Carlos Boozer (14 Punkte, zwölf Rebounds) vollendete zu Beginn des Schlussabschnitts einen 13:2-Zwischenspurt, der den Bulls die vorentscheidende 74:60-Führung einbrachte.

"Ich glaube im Angriff spielen wir seit etwa zehn Spielen auf einem sehr hohen Niveau. In der Verteidigung fehlt noch die Konstanz", fand Chicagos Trainer Tom Thibodeau noch Raum für Verbesserungen.

Dennoch dürfte der ehemalige Celtics-Assistent hochzufrieden mit der Entwicklung seines Teams sein. Immerhin trafen die Celtics nur 38 Prozent ihre Versuche aus dem Feld.

Spitzenplatz fast sicher

Chicago (58 Siege - 20 Niederlagen) liegt nun relativ deutlich vor Boston und den Miami Heat (beide 54-24).

Aus den letzen vier Spielen wird nur noch einen Sieg oder eine Celtics-Niederlage benötigt, um als Nummer eins in die Playoffs zu gehen.

Da beide Teams im Saisonverlauf je zwei direkte Duelle gewannen, kann der direkte Vergleich nicht als Kriterium herangezogen werden.

Klar ist nur, dass Miami keine Chance mehr auf Rang eins hat. Denn die Heat haben gegen beide Kontrahenten eine negative Bilanz.

Mit Shaq in die Playoffs

Für die Celtics war Paul Pierce (15 Zähler) der Topscorer. Scharfschütze Ray Allen traf dagegen nur drei seiner elf Würfe und beendete die Partie mit sieben Punkten.

Center Shaquille O'Neal laboriert immer noch an seiner Wadenzerrung und musste erneut zuschauen.

"Er wird in den Playoffs zur Verfügung stehen, aber ich bin mir nicht sicher, was für eine Rolle er spielen wird", sagte Bostons Coach Doc Rivers nach der Partie.

Der Rekordmeister kämpft nun mit den Heat um Rang zwei. Am Sonntag kommt es in Miami (ab 21.30 Uhr LIVESCORES) zum Showdown.

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