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Jason Terry begann seine NBA-Karriere 1999 bei den Atlanta Hawks © getty

Jason Terry staucht einen Kollegen zusammen und wird verbannt. Dallas nimmt erst danach Fahrt auf und schlägt die L. A. Clippers.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben ihre fünfte Niederlage in Folge vermieden.

Die Truppe um den deutschen Superstar Dirk Nowitzki feierte gegen die Los Angeles Clippers einen letztlich verdienten 107:96 (47:54)-Heimerfolg.

Dabei sah es in der Anfangsphase eher nach einer Blamage aus. Schließlich führten die Gäste nach dem ersten Spielabschnitt mit 35:19 und machten praktisch alle ihre Punkte ungehindert per Dunking oder Korbleger.

Zu Beginn des zweiten Viertels nahm Dallas eine Auszeit, und Jason Terry stauchte Teamkollege J.J. Barea derart zusammen, dass "Jet" ans Ende der Bank verbannt wurde und nicht mehr zum Einsatz kam.

"Es ist eine interne Angelegenheit. Manchmal kochen die Emotionen über. Dabei möchte ich es belassen", bemühte sich Mavericks-Coach Rick Carlisle, einen großen Rummel zu vermeiden.

Mavs wie ausgewechselt

Dieser Vorfall schien die Mavs aber aufzuwecken. Denn bis zur Pause arbeiteten sie sich auf sieben Zähler heran und traten plötzlich deutlicher aggressiver auf.

Nowitzki zeigte mit 20 Punkten sowie acht Rebounds eine starke Leistung. Es war für "Big D" das 50. Saisonspiel mit mindestens 20 Zählern. Außerdem stellte er mit sieben Assists eine Saisonbestmarke auf.

"Es hatte sich zuletzt einiges angestaut. Die Pleiten, die Verletzungen, vielleicht musste das heute mal raus, um unseren Teamgeist wiederzufinden", so der Würzburger gegenüber den "Dallas Morning News".

Barea nicht sauer

Terry selbst wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern: "Dazu sage ich nichts. Es zählt nur, dass wir gewonnen haben."

Für den sechsten Mann war es nach der Fehde mit Laker Matt Barnes in kürzester Zeit schon der zweite Ausraster. Teambesitzer Mark Cuban redete ihm noch in der ersten Hälfte abseits des Teams ins Gewissen.

Barea spielte nach der deftigen Standpauke mit 15 Punkten und fünf Assists groß auf und ersetzte über weite Strecken den schwachen Roddy Beaubois (null Zähler) als Spielmacher.

"Es war nicht der Rede wert. Jason ist mein Lieblingsteamkollege. Ich nehme es ihm nicht übel", nahm der Puertoricaner seinen Kumpel sogar noch in Schutz.

Nowitzki schwört Team ein

Ein 22:4-Lauf im dritten Viertel demoralisierte die Clippers, und die Gastgeber hatten das Spiel von diesem Zeitpunkt an voll unter Kontrolle.

Die große Überlegenheit in der Zone (58 Punkte zu 42) macht den zurückgekehrten Kampfgeist überdeutlich.

"Darauf kommt es in den Playoffs an. Wir werden nur siegen, wenn alle an einem Strang ziehen und sich durchbeißen", schwor "Dirkules" seine Truppe ein. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Brewer ganz stark

Dallas (54 Siege - 25 Niederlagen) verteidigte Rang drei im Westen vor Oklahoma City (53-26) und hat auch die Lakers (55-24) noch im Blick.

In Abwesenheit des erneut geschonten Jason Kidd stand Corey Brewer in der ersten Fünf.

Der im März verpflichtete Flügelspieler nutzte seine Chance und lieferte mit 20 Punkten, sechs Rebounds, vier Assists sowie vier Steals eines der besten Spiele seiner Karriere ab.

"Er war einfach überall zu finden. Er hat mit seiner Energie alle angesteckt", lobte Center Tyson Chandler.

Kaman fehlt

Bei den Clippers ragte Aufbauspieler Mo Williams mit 29 Zählern heraus. Nationalspieler Chris Kaman musste dagegen mit einer Knieverletzung aus dem letzten Spiel gegen Oklahoma City passen.

"Das dritte Viertel hat uns erledigt", bekannte Blake Griffin.

Der Rookie zeigte mit 23 Punkten, neun Rebounds und sechs Assists eine gute Leistung, konnte die zehnte Clippers-Schlappe gegen die Mavericks in Folge aber auch nicht verhindern.

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