vergrößernverkleinern
LaMarcus Aldridge (m.) wurde im Draft 2006 an zweiter Stelle von Chicago ausgewählt © getty

Der Meister kassiert in Portland die vierte Schlappe am Stück. Kobe und der "Zen-Meister" wettern. Chicago macht Rang eins klar.

Von Eric Böhm

München/Portland - Die Los Angeles Lakers haben Rang zwei im Westen noch nicht sicher und präsentieren sich im Endspurt nicht wie ein Titelkandidat.

Der Meister kassierte mit dem 86:93 (47:53) bei den Portland Trail Blazers bereits die vierte Niederlage in Serie.

Dabei überraschte vor allem die erneut lustlose und unmotivierte Vorstellung, so führten die Blazers im dritten Viertel bereits mit 24 Punkten. Lakers-Trainer Phil Jackson ging entsprechned hart mit seiner Truppe ins Gericht.

"Den Jungs fehlt momentan der Wille, alles zu geben. So kurz vor den Playoffs passt mir diese mangelnde Einstellung überhaupt nicht", kritisierte der sonst so gelassene "Zen-Meister".

Kobe konsterniert

Bei den Kaliforniern überzeugte einzig Kobe Bryant (24 Zähler). Nur Lamar Odom (13) und Ron Artest (14) punkteten ebenfalls zweistellig.

Allerdings verwandelte Kobe lediglich zehn seiner 25 Versuche aus dem Feld. "Ron Ron" traf auch nur vier von 14 Würfen.

"Darüber müssen wir reden. Einige wirkten unkonzentriert und müde. Hoffentlich können wir das Blatt wieder wenden", meinte der konsternierte Bryant. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Mangelhaftes Zusammenspiel

Die 17 Ballverluste und der klare Nachteil bei den Assists (14:28) untermauern das mangelhafte Zusammenspiel beim Titelverteidiger.

Außerdem konnte Center Andrew Bynum (drei Pünktchen, sechs Rebounds) wegen einer Magenverstimmung nicht seine gewohnte Leistung abrufen.

Damit besteht für Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks (54 Siege - 25 Niederlagen) noch die Chance, Los Angeles (55-24) abzufangen. Der direkte Vergleich spricht jedoch gegen die Mavs.

Duo pusht Blazers

Blazers-Forward LaMarcus Aldridge ragte mit 24 Zählern und elf Rebounds heraus.

"Wir sollten das Spiel nicht überbewerten, aber immer wenn du die Lakers schlagen kannst, ist es ein guter Tag", freute sich der "L-Train".

Auch Gerald Wallace (19 Punkte, 13 Rebounds) gelang ein Double-Double. Er beendete eine gute Minute vor Schluss mit seinem Korbleger zum 89:77 auch das kleine Aufbäumen der Gäste.

Portland (47-33) bleibt knapp vor New Orleans (46-33) und Memphis (45-34) Sechster.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Cleveland Cavaliers - Chicago Bulls 82:93

Die Chicago Bulls gehen erstmals seit 1998 - Michael Jordans letzte Meistersaison - wieder als Nummer eins der Eastern Conference in die Playoffs.

Der sechsmalige Champion gewann bei den Cleveland Cavaliers 93:82 (54:46) und kann von Boston nicht mehr überholt werden.

Nach drei Vierteln war die Partie beim Stand von 78:63 frühzeitig entschieden.

Noah will mehr

Carlos Boozer zeigte mit 24 Zählern und elf Rebounds eine Glanzleistung. Derrick Rose konnte sich mit elf Punkten und acht Assists diesmal etwas zurückhalten.

"Letztes Jahr rutschten wir gerade noch in die Playoffs, jetzt sind wir die Nummer eins. Das ist toll, aber wir haben noch mehr vor", sagte Center Joakim Noah (elf Punkte, acht Rebounds, sechs Blocks).

Zum ersten Mal seit 1996 verloren die Bulls kein einziges Aufeinandertreffen mit den Cavaliers.

"Serie" der Cavs gerissen

Für Cleveland überzeugte Power Forward J.J. Hickson mit 22 Zählern und 15 Rebounds.

Das Schlusslicht scheiterte vor allem an der miserablen Dreierquote (zwei von 15) und konnten die längste Siegesserie seit Anfang November - zwei Erfolge - nicht verlängern.

"Sie sind auch so ein sehr gutes Team, wir müssen ihnen nicht noch helfen", bezog sich Clevelands Coach Byron Scott auf die 16 Ballverluste seiner Männer.

Miami Heat - Charlotte Bobcats 112:103

Die Miami Heat schlugen die Charlotte Bobcats 112:103 (55:44) und bleiben gleichauf mit Boston (55-24) Zweiter im Osten.

Dwyane Wade feierte beim Starensemble nach einem Spiel Zwangspause (Oberschenkelprobleme) mit 27 Punkten eine bärenstarke Rückkehr.

Chris Bosh gelangen ebenfalls 27 Zähler und zusätzlich zehn Rebounds. LeBron James verpasste mit 23 Punkten, neun Assists und sieben Rebounds ein Double-Double.

"Wenn wir aggressiv sind, läuft es gut. Wir müssen die Gegner attackieren. Das muss unsere Mentalität sein", forderte Bosh.

Gestärkt in den Gipfel

Die Heat gewannen zwölf ihrer letzten 15 Spiele und gehen mit Selbstvertrauen in das letzte Spitzenspiel der regulären Saison gegen Boston (ab 21.30 Uhr LIVESCORES).

"Wir freuen uns auf die Herausforderung. Der Heimvorteil ist wichtig für uns", blickte D-Wade voraus.

Der ersatzgeschwächten Bobcats - unter anderem fehlten Stephen Jackson und Shaun Livingston - hatten in der Endphase nichts mehr zuzusetzen.

Big Man Kwame Brown ließ mit 23 Zählern und 13 Rebounds mal wieder sein Potenzial aufblitzen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel