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Dirk Nowitzki und Jason Terry (r.) spielen seit 2004 zusammen in Dallas © getty

Dallas hat die Leichtigkeit wieder und hat Rang zwei im Visier. Terrys Ausraster bringt die Wende. Alles hängt an den Spurs.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Dirk Nowitzki hat offenbar hellseherische Fähigkeiten.

Der Superstar der Dallas Mavericks hatte inmitten der Formkrise seines Teams gesagt, dass es manchmal nur ein gutes Spiel braucht, um wieder in die Spur zu kommen.

Ob "Dirkules" nach den ernüchternden Pleiten gegen die Lakers oder Portland selbst wirklich daran glaubte, sei dahingestellt.

Doch nach dem Kantersieg gegen die Phoenix Suns sieht die Welt tatsächlich wieder freundlicher aus, und jetzt ist sogar Rang zwei wieder drin.

"Wir brauchen unseren 'Flow'. Unser Spiel basiert auf Rhythmus. Heute hat man gesehen, wie gefährlich wir dann sind", meinte Jason Terry.

Leichtigkeit zurück

Flow, Rhythmus, Leichtigkeit, Mojo - wie immer man es nennen will: Sieben gute Viertel haben das gewisse Etwas im Spiel der Mavs zurückgebracht - und den Schwermut der Tage und Wochen zuvor vertrieben. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Seit dem zweiten Viertel des Clippers-Spiels haben wir unsere Konstanz und Effizienz wiedergefunden. Unsere mentale Stärke ist zurück", bezog sich Trainer Rick Carlisle auf den Sieg zuvor.

Es ist kein Zufall, dass Dallas exakt nach dem Ausraster von Terry aus der Lethargie der vorherigen Spiele erwachte.

Terry dankt Teamkollegen

Der sechste Mann der Mavs hatte Kollege J.J. Barea verbal heftig attackiert und den Rest der Partie von der Bank verfolgt.

Das Team nahm Terry jedoch in Schutz und scheint dadurch die Chemie der ersten Saisonmonate wiedergefunden zu haben.

"So etwas passiert den besten Mannschaften. Ich fand es toll, wie die Jungs damit umgegangen sind. Wir haben es in positive Energie umgewandelt", sagte "Jet" den "Dallas Morning Nerws".

Kehrtwende überrascht

Nach der ernüchternden Niederlage in Los Angeles war mit dieser Kehrtwende nicht zu rechnen.

Jetzt eröffnet die Krise des Titelverteidigers den Mavericks noch einmal eine große Möglichkeit.

Die Lakers (55 Siege - 25 Niederlagen) verloren erstmals seit fünf Jahren wieder fünf Partien hintereinander und wurden mit Sieg im Texas-Derby in Houston vorerst überholt.

Der Einbruch gegen Oklahoma City zeigt zudem, dass die Kalifornier den Druck spüren.

Nachteil Dallas

Das Restprogramm spricht allerdings nicht unbedingt für Dallas. Die Heimpartie gegen New Orleans (Do., ab 2 Uhr LIVESCORES) ist durchaus machbar. Die beste Mannschaft der NBA könnte aber das Zünglein an der Waage spielen.

Die Lakers beenden die Saison in Sacramento (Do., ab 4.30 Uhr LIVESCORES).

Heimvorteil wichtig

Der Heimvorteil in einem eventuellen Zweitrundenduell wäre wichtig. Denn Dallas weist zwar die beste Auswärtsbilanz der Liga auf, doch L.A. ist in den Playoffs traditionell extrem heimstark.

Außerdem gelang der einzige Erfolg im direkten Duell auch im heimischen American Airlines Center.

Die Texaner könnten im schlimmsten Fall zwar auch noch auf Rang vier hinter Oklahoma City (54-26) zurückrutschen, aber die positiven Eindrücke der vergangen beiden Partien machen dieses Szenario unwahrscheinlich.

Selbstvertrauen zurück

Phoenix und die Clippers sind zwar keine Maßstäbe für die Playoffs, aber Wurfauswahl, Einstellung und die Körpersprache haben sich schlagartig verbessert.

Die erste Hälfte gegen die Suns machte das verbesserte Zusammenspiel deutlich. Dallas gelangen in der ersten Hälfte 17 Assists bei nur drei Ballverlusten.

"Wir wissen, dass wir von draußen treffen müssen, um ein Titelkandidat zu sein. Also müssen wir offene Würfe kreieren", sagte Dirk Nowitzki. Das Mojo ist zurück.

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