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Zwei Top-Kandidaten: Laker Lamar Odom (l.) und Denvers J.R. Smith © getty

Um den Preis ungeliebten Preis als bester sechster Mann entbrennt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Jason Terry ist erneut ein Kandidat.

Von Eric Böhm

München - Die reguläre Saison der NBA liegt in ihren letzten Zügen. Die Playoff-Teams stimmen sich auf ihre Erstrundengegner ein, der große Rest plant den Urlaub.

Das heißt aber auch, dass die Trophäen für die herausragenden Persönlichkeiten der Saison vergeben werden.

Während das MVP-Rennen ziemlich sicher zu Gunsten von Chicagos Derrick Rose entschieden ist, sind andere Auszeichnungen völlig offen.

Eine Liste ist besonders lang, und das obwohl viele Kandidaten und frühere Gewinner eigentlich nie darauf stehen wollten - die Anwärterliste für den besten sechsten Mann der Liga.

Terry ist bester Bank-Scorer

Egal ob Titelverteidiger Jamal Crawford, Ben Gordon oder Dell Curry, sie alle wurden bereits zum besten sechsten Mann der Liga gewählt und wollten doch lieber in der ersten Fünf stehen.

Der Preis ist bei den potenziellen Trägern meist ähnlich beliebt wie die Goldene Himbeere, der Anti-Oscar. Dabei ist der Sixth-Man-Award anders als die Himbeere ein Preis, der Leistung und Qualität prämiert.

Jason Terry von den Dallas Mavericks hat sich mittlerweile mit seiner Rolle arrangiert. Der Kumpel von Dirk Nowitzki gewann die Auszeichnung bereits 2009.

Im vergangenen Jahr belegte er Rang zwei und gehört auch in dieser Saison zum erweiterten Favoritenkreis. Immerhin ist er mit durchschnittlich 15,7 Punkten pro Partie der beste Bank-Scorer der NBA.

"Jet" holt Curry ein

Außerdem ist "Jet" der erste Reservist seit Dell Curry zu Beginn der 90er Jahre, der drei Jahre in Folge mindestens 1.000 Zähler in einer Saison sammelte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Allerdings leistete er sich in dieser Spielzeit auch einige Auszeiten und wirkte gerade im März etwas überspielt.

Nach der Verletzung von Caron Butler lastete schließlich noch mehr Verantwortung auf ihm, der Ausraster gegen Teamkollege J.J. Barea spiegelte sicher auch ein wenig Frustration wieder.

Carlisle voll des Lobes

Es spricht für Terry, dass ihn alle Mannschaftskameraden umgehend in Schutz nahmen.

"Er ist für uns ein ganz wichtiger Spieler. Er ist der emotionale Anführer unseres Teams. Wenn Jason gut drauf ist, sind wir schwer zu schlagen", lobte ihn Coach Rick Carlisle.

Mit Manu Ginobili steht ein früherer Gewinnen und Dauerkonkurrent Terrys in diesem Jahr zwar nicht zur Wahl - er steht meist in der ersten Fünf der Spurs - dennoch ist die Konkurrenz groß.

Odom ist der Favorit

An der Spitze steht Lamar Odom. Der Power Forward ist im Prinzip der sechste Starter der Lakers und setzt seine Vielseitigkeit immer gewinnbringend ein.

Obwohl auch er nie ein Hehl daraus macht, dass er lieber in der ersten Fünf stehen würde, erreichte er in dieser Saison eine ungeheure Konstanz.

27 Double-Doubles sprechen eine deutliche Sprache. Nur in 18 von 80 Partien punktete Odom nicht zweistellig.

"The Goods" (14,2 Punkte, 8,7 Rebounds) trifft mehr als 53 Prozent seiner Würfe - ein persönlicher Bestwert - und ist einer der besten Verteidiger in der Zone.

Ohne J.R. läuft nichts

Auch Bostons Glen Davis oder Hawks-Guard Jamal Crawford dürfen sich Hoffnungen machen, genau wie die beiden Sixers Lou Williams und Thaddeus Young.

Denvers J.R. Smith ist ebenfalls ein interessanter Kandidat. Er ist für den Erfolg seines Teams ein wichtiger Faktor.

Bei Siegen trifft Smith 46 Prozent seiner Würfe, verliert Denver sind es hingegen nur 39 Prozent. Der Scharfschütze ist zudem regelmäßig Topscorer der Nuggets und sammelt als Guard auch beachtliche vier Rebounds pro Spiel.

Gute Voraussetzungen für den Preis, den keiner haben will.

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