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Antoine Wright war Bestandteil des Jason-Kidd-Trades mit den New Jersey Nets © getty

Trainer Carlisle setzt bei Dallas' Sieg über Indiana auf den richtigen Mann und zudem ist den Texanern endlich mal das Glück holt.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - 49,1 Sekunden vor Ende der Partie war die Begegnung für Antoine Wright nach seinem sechsten persönlichen Foul beendet.

Er wollte es erst nicht glauben, verharrte noch kurz auf dem Court und blickte zum Videowürfel. Nach einem aufmunternden Klapps von Jason Kidd bewegte er sich dann auf Auswechselbank zu.

Ein tosender Applaus der Zuschauer im American Airlines Center begleitete ihn auf dem kurzen Weg. Denn der Shooting Guard der Dallas Mavericks hatte beim 109:106-Sieg (Spielbericht) über die Indiana Pacers wohl alle Erwartungen der Fans übertroffen.

Goldenes Händchen des Trainers

Mit 24 Punkten war er gemeinsam mit Dirk Nowitzki zweitbester Scorer der Begegnung und stellte dabei einen Karriererekord auf. Einzig Jason Terry übertraf den Defensivspezialisten in der Punkteausbeute.

Von Rick Carlisle erhielt Wright ein Klopfen auf die Schulter als dieser das Feld verließ und der Coach dürfte sich dabei auch gleichzeitig selbst gemeint haben.

Denn die Entscheidung des Trainers, auf Wright statt auf Gerald Green zu setzen, der die letzten fünf Spiele als Shooting Guard in der Starting Five gestanden hatte, stellte sich als goldrichtig heraus.

Rundum gelungene Vorstellung

Nachdem er zuletzt drei Spiele durchgehend auf der Bank verbracht hatte, brillierte der Flügelspieler in 39 Minuten Spielzeit - nur eine weniger als Dauerbrenner Jason Kidd - nicht nur mit 24 Punkten im Angriff, sondern auch in der Abwehrarbeit.

Gegenspieler Marquis Daniels hielt Wright bei 14 Punkten, zwei unter dessen bisherigem Schnitt. "Ohne Antoine hätten wir heute nicht gewonnen. Er hat sowohl in der Defensive als auch in der Offensive Großartiges geleistet", lobte Carlisle.

Zudem vermied Wright das, was der Coach am meisten hasst: Turnover. Keinen einzigen Ballverlust leistete sich der 24-Jährige. Einzig die Dreierquote mit 0 von 5 war verbesserungswürdig.

Auf die Frage, wie es sich denn angefühlt habe, wieder in der Startaufstellung zu stehen, antwortete er grinsend: "Anstrengend. Nachdem ich zuletzt gar nicht gespielt habe, waren die 39 Minuten schon sehr hart, aber ich hätte die letzte gerne noch mitgenommen."

Gegen den Ring und rein

Dass es gegen die Pacers zum siebten Saisonsieg (Spielplan der Mavs) reichte, lag aber nicht an Wright allein. Eine verbesserte Reboundarbeit im letzten Viertel - nach 36 Minuten stand es 29:42 aus Sicht der Mavericks in dieser Kategorie, am Ende waren es nur noch 43:48 - und ein Quäntchen Glück verhalfen den Mavericks zu einer 50-prozentigen Siegquote.

Terrys Dreier beim Stand von 90:97 aus Sicht der Texaner sprang vom Ring einen Meter kerzengerade in die Höhe 37543(Bilder des Spiels), ehe er durch selbigen fiel und Dallas das 93:97 ermöglichte.

Ein Bauklotz als Wegbereiter

"Das war ein grausamer Wurf, ein Bauklotz. Aber er hat seinen Weg in den Ring gefunden", gestand der Absender. ?So ist es das nun mal. Zu Saisonbeginn, sind solche Dinger daneben gegangen, jetzt haben wir das nötige Glück. Das hat dieser Wurf unter Beweis gestellt."

Dank dieses kuriosen Treffers gelangen den Mavericks der Anschluss und anschließend die Führung, als Terry und Kidd beim 19:9-Lauf zum Ende der Partie 18 der 19 Punkte markierten. Einzig ein verwandelter Freiwurf von Nowitzki gehörte nicht zur Ausbeute des Duos.

"Ihr Wille hat uns zum Sieg geführt", stellte Carlisle fest.

Terry mit starker Quote von der Bank

Der Coach wird bei der Partie in der Nacht auf Samstag bei den Los Angeles Lakers (4.30 Uhr LIVESCORES) voraussichtlich an Wright als Starter auf der Shooting-Guard-Position und Terry als Sechstem Mann festhalten, hat aber noch keine endgültige Entscheidung gefällt.

Terrys Schnitt von 23 Punkten während der fünf Spiele dauernden Siegesserie, in der er jedes Mal von der Bank kam. spricht dafür, dass der Coach an dem Erfolgskonzept festhält. Deshalb wird die Entscheidung, beim Starter wohl zwischen Wright und Green fallen.

"Ich warte immer noch darauf, dass sich einer die Position zwei schnappt", sagte Carlisle.

Beim Spiel in Kalifornien dürfte Wright die Nase deutlich vor Green haben. Denn mit Kobe Bryant als Gegenspieler benötigen die Mavericks vor allem einen guten Verteidiger. Und dafür ist Green nicht bekannt.

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