Die Mavericks machen einen Schritt nach vorn, sind aber erneut kein Titelkandidat. Butlers Verletzung darf keine Ausrede sein.

Zwei Siege mehr, aber einen Platz im Westen schlechter als vor den Playoffs 2010: Statistisch hat sich nicht viel getan bei den Dallas Mavericks.

Dennoch darf sich der umtriebige Besitzer Mark Cuban durchaus ans Revers heften, trotz geringem Spielraum innerhalb der Gehaltsgrenze einiges zum Besseren verändert zu haben.

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Ob das Nowitzki-Team nun tatsächlich das am tiefsten besetzte der gesamte Liga ist, wie Cuban vollmundig verkündete, sei mal dahingestellt: Aber mit dem energiegeladenen Center Tyson Chandler, Verteidigungs-Ass Caron Butler und dem nachverpflichteten Scharfschützen Peja Stojakovic hat Dallas einige Löcher gestopft.

Ärgerlich nur: Durch Butlers Patellasehnen-Riss fehlt den Mavs seit Monaten ein Eckpfeiler, und Wirbelwind Roddy Beaubois kam nach Fußbruch später als gedacht zum Comeback.

Andererseits: Die Mavs sind längst nicht das einzige Team, das Verletzungspech beklagt - und eine bessere Ausgangsposition für die K.o.-Runde verspielten sie vor allem, weil sie in den neun Spielen ohne Nowitzki überhaupt nicht klar kamen und sogar Kellerkindern Siege erlaubten.

Diese Phase und die Serie von neun Pleiten gegen Playoff-Teams aus dem Westen, die erst das 121:89 gegen New Orleans zum Hauptrunden-Abschluss durchbrach, geben Anlass zur Sorge, was das Erstrunden-Duell gegen Portland angeht.

Denn mit LaMarcus Aldrige steht Nowitzki ein Power Forward gegenüber, der die Kreise des Deutschen wirkungsvoll einengen kann - und wer springt dann als Verantwortungsträger in die Bresche?

Es geht um mehr als das Weiterkommen: Es gilt, den auch von Rick Carlisle erhobenen Softie-Vorwurf zu widerlegen. Und darum, den alljährlichen Nowitzki-Frust nach dem Ausscheiden auf die zweite Runde zu verschieben und dadurch abzumildern.

Darüber hinaus wird es nicht gehen: In einer potenziellen Viertelfinal-Serie gegen die Lakers sind die Aussichten finster. Zwar strauchelte der Titelverteidiger in Teilen der Regular Season erheblich, aber das hat bei den Routiniers aus L.A. wenig zu bedeuten. Und unter dem Korb sind die Kalifornier überragend besetzt, was den Mavs gar nicht liegt - wie beim 82:110 Ende März gesehen.

Trotz allem Bemühen: Zu einem Titelkandidat fehlt Dallas ein Quäntchen. Ein Zustand, der eigentlich Anreiz sein sollte, noch ein bisschen weiter nach vorn zu kommen.

Das Problem dabei: Die biologische Uhr tickt hörbar gegen die Mavericks. Spielmacher Jason Kidd ist mittlerweile 38, Jason Terry, einst bester Reservist der Liga und noch immer zweitbester Mavs-Scorer, wird im Herbst 34. Und auch Nowitzki, der im Juni 33 Jahre alt wird, spricht seit dieser Saison über Alters-Wehwehchen.

Und es ist kaum vorstellbar, dass Dallas ganz nach vorne preschen kann, ohne dass diese Drei auf der Höhe ihres Schaffens sind.

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