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Derrick Rose gewann mit den USA 2010 den Weltmeistertitel © getty

Chicagos Derrick Rose entwickelt sich zum Superstar und könnte jetzt Geschichte schreiben. Ein "Beach Boy" hat etwas dagegen.

Von Eric Böhm

München - Derrick Rose hat in dieser Saison vielen Beobachtern und Experten die Augen geöffnet.

Der Point Guard der Chicago Bulls erreichte nicht nur persönlich ein ganz neues Leistungsniveau, sondern entwickelte sich in seiner Heimatstadt auch zur absoluten Galionsfigur.

Er führte die Bulls vor den besser eingeschätzten Miami Heat, L.A. Lakers oder San Antonio Spurs zur besten Bilanz der NBA und machte sich damit zum Topfavoriten auf den MVP-Titel.

Seine Leistungsexplosion könnte dem Rookie des Jahres 2009 darüber hinaus sogar ein historisches Doppel einbringen.

Schafft Rose Historisches?

Seit der Spielzeit 1985/1986 vergibt die Liga den Preis für den "Most Improved Player" (MIP). Dabei kam es noch nie vor, dass ein Spieler gleich beide Preise abräumen konnte.

Sowohl die Zahlen als auch die öffentliche Wahrnehmung sprechen jedoch eine deutliche Sprache.

D-Rose hat sich in dieser Saison mit durchschnittlich 25 Punkten und fast acht Assists pro Partie in beiden Kategorien unter den Top Ten der NBA etabliert. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Ritterschlag von LeBron

Außerdem steigerte er seine Quote von der Freiwurflinie - von 76 auf 86 Prozent - erheblich und traf jeden dritten Dreier - im vergangenen Jahr war es noch jeder vierte Versuch.

"Derrick ist ein unglaublicher Spieler. Er ist für mich der MVP. Chicago ist nur wegen ihm Erster geworden", adelte ihn zuletzt sogar LeBron James.

Gerade in engen Spielen dreht er am Ende richtig auf und bewegt sich schon fast auf dem Niveau des besten NBA-Closers Kobe Bryant.

Love ist ein Phänomen

Sollten die Sportjournalisten Rose jedoch "nur" zum MVP küren, so ist sicherlich Kevin Love von den Minnesota Timberwolves der heißeste Kandidat für die MIP-Trophäe.

Er steigerte sich innerhalb von zwei Jahren auf 15,2 Rebounds pro Partie - der höchste Schnitt seit Ben Wallace in der Saison 2002/2003 - und schraubte seine Punktausbeute von 14 auf über 20 Zähler.

K-Love stellte mit 53 Double-Doubles hintereinander nebenbei noch einen neuen NBA-Rekord auf. Der Neffe des Beach-Boys-Mitbegründers Mike Love lag zudem mit fast 42 Prozent von jenseits der Dreierlinie unter den besten 20 der Liga.

Sein erfrischendes Auftreten ohne jegliche Starallüren machte ihn auch zu einem Publikumsliebling in Heim- und Auswärtsspielen.

"Miami Thrice" als Glücksfall für Warriors

Ein aussichtsreicher Underdog ist in jedem Fall Dorell Wright von den Golden State Warriors.

Der Small Forward fiel vor der Saison trotz guter Leistungen der Formierung von "Miami Thrice" zum Opfer und heuerte an der Westküste an.

D-Wright erzielte in einem Jahr in Oakland mehr Punkte als in sechs Jahren für die Heat und sammelte zusätzlich über fünf Rebounds sowie drei Assists pro Spiel.

Der exzellente Verteidiger gehört bei den Warriors zu den Schlüsselspielern für die kommenden Jahre.

Chandler wohl ohne Chance

Auch Aufsteiger LaMarcus Aldridge (Portland Trail Blazers) oder JaVale McGee (Washington Wizards) währen würdige Titelträger.

Dirk Nowitzkis Teamkollege Tyson Chandler wurde ebenfalls lange als Mitfavorit in dieser Kategorie gehandelt.

Immerhin brachte der Center den Dallas Mavericks eine dringend benötigte Präsenz unter dem Korb und verbuchte durchschnittlich fast ein Double-Double. Nowitzki bezeichnete "TC" gar als den wertvollsten Spieler des Teams.

Doch zuletzt spielte er nicht mehr ganz so auffällig. Mit den Zahlen dürften auch seine Aktien entscheidend gefallen sein.

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