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LeBron James (mit Ball) wurde in den letzten zwei Jahren jeweils zum MVP gewählt © getty

Miami und die Celtics sind heiß auf den Kracher. Bostons Erzrivale steht im Weg. SPORT1 blickt auf die Playoff-Duelle im Osten.

Von Rainer Nachtwey und Mark Stoffers

München - Das Vorspiel ist vorbei, jetzt beginnt endlich die heiße Phase der NBA-Saison.

In der Eastern Conference erwarteten alle Experten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Boston Celtics und dem Starensemble der Miami Heat.

Die beiden Kontrahenten lieferten sich zwar bis zum letzten Wochenende der regulären Saison ein spannendes Duell, dabei ging es jedoch nur um Rang zwei. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Denn die Chicago Bulls sicherten sich angetrieben von MVP-Kandidat Derrick Rose überraschend die beste Ausgangsposition für die Playoffs. "Miami Thrice" und die "Big Three" steuern auf den Kracher zu.

SPORT1 blickt auf die Erstrundenduelle der Eastern Conference:

(1) Chicago Bulls - (8) Indiana Pacers

Aufeinandertreffen in der Regular Season: 3-1 (92:73, 99:86, 110:89, 108:115 n.V.)

Zwischen Chicago und Indiana besteht eine große Rivalität, die vor allem auf das Duell Michael Jordan - Reggie Miller gründet. Zwar reicht sie nicht an die zwischen Chicago und den Knicks oder den Pistons heran, von einer normalen Serie sprechen beide Beteiligten aber nicht.

Und aus Indianapolis erreichen die Bulls schon die ersten Spitzen.

Obwohl Chicago das beste Team im Osten stellt, meinte Indianas Danny Granger: "Boston ist ein anderes Monster. Sie haben vier, fünf Spieler, die dir Sorgen bereiten. Die Bulls stehen und fallen mit Derrick Rose. Wenn du Rose ausschaltest, schaltest du Chicago aus."

Dass der Umkehrschluss nicht zwingend gilt, bewiesen die Pacers beim letzten Aufeinandertreffen eindrucksvoll. Obwohl sie den quirligen Point Guard zu keiner Zeit in Griff bekamen, setzten sie sich nach Verlängerung durch.

Allerdings musste Rose auf seinen angeschlagenen "Sidekick" Carlos Boozer verzichten. Mit Boozer, Joakim Noah, Kurt Thomas und Taj Gibson unter dem Korb haben die Bulls eine beeindruckende Dominanz. Dadurch bieten sich Rose mehr Freiräume.

Nach jener Overtime-Niederlage gegen Indiana äußerte der Point Guard einen Wunsch: "Ich kann es gar nicht erwarten, wieder gegen sie zu spielen." Dieser Wunsch wird ihm nun in der ersten Playoff-Runde erfüllt.

(4) Orlando Magic - (5) Atlanta Hawks

Aufeinandertreffen in der Regular Season: 1-3 (93:89, 74:80, 81:91, 82:85)

Chicagos oder Indianas Halbfinal-Gegner ermitteln Orlando und Atlanta. Bei beiden Teams zeigt die Formkurve zuletzt jedoch nach unten.

Während Orlando immerhin nur vier Niederlagen aus den letzten neun Spielen kassierte - darunter eines gegen die Hawks - verlor die Truppe aus der Coca-Cola-Stadt zuletzt sechs Spiele in Folge.

Den Hawks setzt vor allem die Verletzten-Situation zu. Die Starter Joe Johnson, Al Horford und Josh Smith sind angeschlagen.

Dennoch sind die Aussichten gegen die Magic durchaus positiv. Zwar unterlagen die Hawks den Magic in den letztjährigen Playoffs in der zweiten Runde mit 0:4, diese Spielzeit gelangen ihnen aber drei Siege aus vier Spielen.

Coach Drew hat gegen den scheinbar übermächtigen Dwight Howard unter dem Korb ein passendes Rezept gefunden. Er stellte Horford mit Jason Collins einen zweiten Center zur Seite und schob Josh Smith auf den Flügel.

"Unser Schlüssel zu den Erfolgen war eine größere Formation. Jason hat seinen Job gegen Dwight hervorragend erledigt. Und ich erhielt dadurch mehr Freiräume."

Und auch Orlandos Coach Stan Van Gundy sieht hier den entscheidenden Punkt in der Serie. "Ich habe dieses Jahr keine bessere Defensivarbeit gegen Dwight gesehen als von Collins. Er hat Dwight das Leben sehr schwer gemacht."

(2) Miami Heat - (7) Philadelphia 76ers

Aufeinandertreffen in der Regular Season: 3-0 (97:87, 99:90, 111:99)

Die Miami Heat stehen bereits seit Saisonstart unter einem riesigen Erfolgsdruck, doch jetzt wartet auf LeBron James und Co. die Nagelprobe.

Schließlich haben sich James und Chris Bosh nur aus einem Grund für einen Wechsel zu Dwyane Wades Heat entschlossen - die Sehnsucht nach einer Meisterschaft.

Dafür nahm speziell "LBJ" einen wahren Spießrutenlauf auf sich. Nach einer recht holprigen Saison gehen "Miami Thrice" nun aber mit breiter Brust in die Endrunde.

"Wir standen 82 Spiele lang ständig im Fokus. Das hat uns zusammengeschweißt. Jetzt braucht es schon viel, um uns aus der Ruhe zu bringen", stellte Bosh das kollektive Selbstvertrauen zur Schau.

Die Sixers sehen die meisten Fachleute dabei eher als gemütlichen Aufgalopp. In der zweiten Runde könnte der Kracher gegen die Celtics anstehen.

In der Pflicht stehen bei Philly vor allem Andre Igoudala, Thaddeus Young und Lou Williams. Doch gerade Aufbauspieler Williams und Igoudala - dessen Defensive gegen James ein entscheidender Faktor sein könnte - sind angeschlagen.

"Ich hatte noch nie mit einem Team so viel Spaß. Hoffentlich können wir gegen Miami unser Potenzial zeigen. Dann könnte es interessant werden", freute sich Collins auf die Heat.

(3) Boston Celtics - (6) New York Knicks

Aufeinandertreffen in der Regular Season: 4-0 (105:101, 118:116, 96:86, 112:102)

Immer wenn der "Big Apple" auf "Beantown" trifft, herrscht in beiden Städten Ausnahmezustand. Celtics und Knicks lieferten sich in früheren Jahren schon einige legendäre Serien, auch diesmal ist viel Feuer drin.

Nach den anfänglichen Krise, die der Camelo-Anthony-Trade verursachte, scheinen die New Yorker sich langsam gefunden zu haben während bei den Neuengländern, die nur zehn Siege aus den letzten 21 Partien einfahren konnten, der Wurm drin ist .

Dennoch haben die Celtics mit ihrem altgedienten Star-Trio Paul Pierce, Ray Allen und Kevin Garnett und ihrem brillanten Spielmacher Rajon Rondo bereits in der vergangenen Saison unter Beweis gestellt, dass sie, wenn es ans Eingemachte geht, den Schalter umlegen können.

Der ungewisse Fitnesszustand von Center-Oldie Shaquille O'Neal bereitet Trainer Doc Rivers allerdings heftige Kopfschmerzen.

Der Meister von 2008 muss sich aber in Acht nehmen, denn die Truppe von Coach Mike D'Antoni hat Spieler in ihren Reihen, die nicht nur über Playoff-Erfahrung verfügen, sondern auch an jedem Abend explodieren können.

"Dafür bin ich hierhergekommen. Jetzt müssen wir Farbe bekennen", stimmte "Melo" seine Truppe auf das vielleicht interessanteste Erstrundenduell ein.

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