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LaMarcus Aldridge spielte am College für die Texas Longhorns in Austin © getty

Portlands LaMarcus Aldridge gehört seit dieser Saison zu den besten Big Men. Nun will er Dallas und Nowitzki das Fürchten lehren.

Von Eric Böhm

München - Der fünfte Dezember 2009 hat für LaMarcus Aldridge und die Portland Trail Blazers eine besondere Bedeutung.

An diesem Tag verletzte sich Portlands früherer Nummer-eins-Pick Greg Oden schwer am Knie und spielte seit dem keine einzige Minute mehr.

Damals begann aber auch der Aufstieg von LaMarcus Aldridge zu einem der besten Big Man der NBA.

Ohne Oden lastete plötzlich mehr Verantwortung auf dem schlaksigen Power Forward, der sich immer weiter verbesserte und nun auch die Dallas Mavericks das Fürchten lehren will.

"LaMarcus übernimmt Verantwortung"

Der 25-Jährige hat sich in dieser Saison auf fast 22 Punkte und neun Rebounds pro Partie gesteigert.

Damit gehört er zu den effektivsten Low-Post-Spielern der Liga und ist neben Brandon Roy auch einer von zwei Teamkapitänen.

"LaMarcus übernimmt immer mehr Verantwortung. Im Angriff ist er unser wichtigster Spieler. Er hat sich wirklich weiterentwickelt", lobte Coach Nate McMillan. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Revanche für Draft

Der 2,11-Meter-Mann war der erste Spieler der Teamgeschichte, der in drei aufeinanderfolgenden Spielen mindestens 35 Punkte markierte.

Im Februar gelangen ihm in einem Spiel gegen Chicago sogar 42 Zähler. Damit verschaffte sich Aldridge späte Genugtuung. Die Bulls hatten ihn einst im NBA-Draft 2006 an der zweiten Stelle ausgewählt und direkt nach Portland weitergereicht.

Seit Gerald Wallace von den Charlotte Bobcats als zusätzliche Option für den Angriff verpflichtet wurde, tritt er sogar noch dominanter auf.

Aldridge schließt zu Drexler auf

Folgerichtig wurde "L-Train" im März in der Western Conference zum besten Akteur des Monats gewählt.

Nur den beiden Blazers-Legenden Clyde Drexler (1991) und Kelvin Ransey (1981) wurde diese Ehre vor ihm zuteil.

"Das ist eine große Anerkennung. Ohne mein Team wäre das aber nicht möglich gewesen. Sie glauben an mich", zeigte sich Aldridge bescheiden.

Herzprobleme überwunden

Dabei stand seine Karriere am Ende seiner ersten NBA-Saison - die ihn ins All-Rookie Team brachte - für kurze Zeit in Frage.

Am 31. März 2007 wurde er wegen Atembeschwerden ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde das sogenannte Wolff-Parkinson-White-Syndrom diagnostiziert.

Nach der Saison wurde diese Herzrhythmusstörung erfolgreich behandelt, und Aldridge konnte seine Karriere fortsetzen.

Matchup mit "Dirkules"

Gerade Dirk Nowitzki wird in der ersten Playoff-Runde mit dem offensivstarken Jungstar alle Hände voll zu tun haben.

Das gilt allerdings auch umgekehrt, denn Portlands Nummer zwölf ist - wie "Dirkules" - nicht gerade als Defensivspezialist bekannt.

Die Mavericks sind sich über die herausragenden Qualitäten des Hometown-Heros jedenfalls im Klaren.

"Aldridge ist mittlerweile ihr bester Spieler. Seine Beweglichkeit um den Korb herum ist außergewöhnlich", so Mavericks-Coach Rick Carlisle.

Extra-Motivation in der Heimat

In seiner Heimatstadt wird Aldridge gegen die Mavs (So., ab 3.30 Uhr LIVESCORES) in jedem Fall besonders motiviert zu Werke gehen.

Denn seine Mutter kann wegen ihrer Chemotherapie - sie kämpft gegen Brustkrebs - nicht fliegen und wird ihren Sohn nur in Dallas live sehen können.

Dort erzielte er in dieser Saison in zwei Partien insgesamt 63 Zähler, konnte die beiden Niederlagen Portlands aber nicht verhindern. Entsprechend groß ist sein Respekt.

"Ich bin nicht froh über diese Paarung. Dallas ist ein unheimliches starkes Team. Es wird eine schwere Aufgabe für uns", schloss sich Aldridge gegenüber dem "Oregonian" nicht der vorherrschenden Meinung in seinem Team an.

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