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Jason Kidd spielt seit 2008 mit Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks © getty

Dirk Nowitzki und Jason Kidd reißen das ganze Team mit und bescheren Dallas den Playoff-Start nach Maß. Das Duo weckt Hoffnungen.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Bei den Dallas Mavericks war kollektives Durchatmen angesagt.

Nach dem harterkämpften Erfolg zum Playoff-Auftakt gegen die unbequemen Portland Trail Blazers fiel nicht nur Mark Cuban ein gewaltiger Stein vom Herzen.

Der aufbrausende Teambesitzer hielt nach der Schlusssirene einen Moment inne, ehe der Jubel aus ihm herausbrach.

Nach drei Erstrundenniederlagen in vier Jahren sorgten die beiden erfahrensten Mavericks für den optimalen Start und vertrieben - zumindest vorläufig - die Geister der Vergangenheit.

"Musste mich durchkämpfen"

Das Oldie-Duo Dirk Nowitzki und Jason Kidd trieb Dallas mit seinem immensem Einsatzwillen nach vorn.

"Dirkules" kämpfte zwar drei Viertel lang mit der beinharten Blazers-Abwehr und seiner daraus resultierenden schwachen Wurfquote, ließ sich aber zu keinem Zeitpunkt hängen.

"Für das Team musste ich mich durch kämpfen. Die Jungs haben mir gesagt, ich soll immer weiter angreifen, dann würde der Knoten platzen. So war es dann auch", so der 32-Jährige.

Nowitzki in exklusivem Klub

Der zehnmalige All-Star explodierte dann im Schlussviertel mit 18 seiner insgesamt 28 Punkte und rettete seine strauchelnden Teamkollegen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Wir sprechen immer über Beharrlichkeit. Dirk war heute das perfekte Beispiel dafür. Wenn es nicht läuft, zeigt sich die wahre Klasse eines Spielers", hob Coach Rick Carlisle seinen Superstar heraus.

Auf der Jagd nach einem Meisterschaftsring läuft Nowitzki regelmäßig zu großer Form auf, schließlich ist er einer von nur vier Spielern der NBA-Geschichte, die in den Playoffs im Schnitt 25 Zähler und zehn Rebounds pro Partie verbuchen.

Die Legenden Bob Pettit, Elgin Baylor und Hakeem Olajuwon gehören außer ihm zu diesem exklusiven Klub.

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J-Kidd mit Bestmarke

Bis zu Nowitzkis Endspurt hielt der sogar noch erfahrenere J-Kidd die Texaner im Spiel.

Der Aufbauspieler zeigte mit sechs Dreiern - persönlicher Playoff-Rekord - traumwandlerische Sicherheit von draußen und hielt auch in der Defensive gut dagegen.

"Jason hat das Spiel der Saison geliefert. Immer wenn wir einen Korb brauchten, hat er uns nicht enttäuscht", lobte Carlisle.

Chandler ist stolz

Als die Mavericks Mitte des letzten Viertels drauf und dran waren ihrer unrühmlichen Playoff-Historie einen weiteren Kollaps hinzuzufügen, beendete der 38-Jährige eine über zehnminütige Dürreperiode.

Urplötzlich war bei den Spieler und dem Publikum gleichermaßen der Glaube zurück.

"Ich war zwar nicht dabei, aber das sind die Spiele, die in der Vergangenheit verloren wurden. Ich bin stolz auf die Truppe", sagte Tyson Chandler den "Dallas Morning News".

Gier der Oldies als Trumpf?

Die starke Abwehrleistung des ganzen Teams sowie im Besonderen von DeShawn Stevenson dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Dennoch besteht kein Zweifel, dass Dallas ohne die unverwüstlichen Nowitzki und Kidd nicht die Spur einer Chance gehabt hätte. Die Parallelen zwischen den den ehemaligen MVPs sind unverkennbar.

Beide kennen das Gefühl einer Finalniederlage - Kidd war mit New Jersey sogar zweimal in Folge unterlegen und jagten über ihre gesamte Karriere hinweg vergeblich einer Meisterschaft hinterher.

Die Gier der beiden Veteranen nach dem Ring war gegen Portland förmlich greifbar. Dieses Verlangen könnte die Mavericks in dieser Postseason noch sehr weit tragen.

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