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Tony Allen (l.) gewann 2008 mit den Boston Celtics die Meisterschaft © getty

Memphis sorgt für die erste kleine Sensation in den Playoffs. In San Antonio siegt die Hollins-Truppe dank eines Schlussspurts.

Von Rainer Nachtwey

München/San Antonio - Das Warten hat ein Ende.

16 Jahre nach dem Eintritt in die NBA - damals noch in Vancouver beheimatet - haben die Memphis Grizzlies erstmals in ihrer Klubgeschichte ein NBA-Playoff-Spiel gewonnen.

Bei den favorisierten San Antonio Spurs siegte die Truppe von Coach Lionel Hollins im ersten Duell der Best-of-Seven-Serie mit 101:98 und beendete eine Serie von 12 K.o.-Runden-Niederlagen in Folge.

2003 hatten die Grizzlies erstmals die Postseason erreicht, nach einem Sweep war aber gleich in Runde eins Schluss. Gegner damals: Die San Antonio Spurs.

Erfahrung nicht so wichtig

"Das fühlt sich großartig an", freute sich Grizzly Zach Randolph über den Erfolg in Texas und widerlegte damit die Kritiker, die der unerfahrenen, jungen Mannschaft aus Memphis nicht viel zugetraut hatten.

"Unsere jungen Spieler wissen, dass sie großartig spielen können. Da fällt die Erfahrung nicht so ins Gewicht." (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Routiniers entscheiden Partie

Randolph selbst ging mit gutem Beispiel voran. Der Power Forward war mit 25 Punkten bester Scorer der Partie. Zudem verbuchte er mit 14 Rebounds ein Double-Double. Marc Gasol steuerte 24 Zähler bei. (SERVICE: Die Tagesbesten)

Für die Entscheidung sorgten dann zwei erfahrene Haudegen. Nach Gasols Korbleger nach Pass von Tony Allen legte Shane Battier einen Dreier nach, und Allen schloss mit zwei verwandelten Freiwürfen einen 7:0-Lauf der Gäste in der Schlussminute ab.

Einen 94:98-Rückstand drehten die Grizzlies in den 101:98-Erfolg.

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Psychologischer Vorteil bei Spurs

"Das war ein unglaublich hartes Spiel. Aber so spielen die Spurs nun mal", meinte Randolph und führte weiter aus: "Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und dagegen gehalten."

Die Spurs schienen die Partie bereits zu ihren Gunsten entschieden zu haben, als sie nach dem 88:94-Rückstand durch einen 10:0-Lauf den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite hatten.

Ginobili fehlt San Antonio

Doch bei San Antonio machte sich das Fehlen von Topscorer Manu Ginobili bemerkbar. Der Argentinier musste das Spiel aufgrund einer Ellbogenverletzung in Zivil verfolgen.

"Ich weiß, dass er darüber nicht glücklich ist. Und ich weiß auch, dass er auf dem Spielfeld stehen wollte, aber ich habe so entschieden", sagte Trainer Gregg Popovich, der sich gegen einen Einsatz Ginobilis ausgesprochen hatte.

Schwache Quote von Parker

Punktbester Akteur bei den Gastgebern war Tony Parker, der 20 Zähler erzielte. Allerdings traf der Point Guard nur 4 seiner 16 Versuche aus dem Feld. Tim Duncan steuerte mit 16 Punkten und 13 Rebounds ein Double-Double bei.

Die zweite Partie steigt in der Nacht auf Donnerstag (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) erneut im AT von San Antonio, ehe beide Teams ihr Duell in Memphis fortsetzen.

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