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Chris Paul (l.) wurde 2006 zum besten Neuling der NBA gewählt © getty

Hornets-Spielmacher Chris Paul verdirbt dem Meister den Playoff-Start. New Orleans feiert einen Rekord. Kobe Bryant wirft zu oft.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Die Los Angeles Lakers haben einen kapitalen Fehlstart in die NBA-Playoffs hingelegt.

Der Titelverteidiger unterlag den New Orleans Hornets im heimischen Staples Center überraschend mit 100:109 (47:55).

Der Außenseiter führte nahezu das gesamte Spiel hindurch und ging damit in der Best-of-Seven-Serie mit 1:0 in Führung.

"Ich bin enttäuscht, schockiert und überrascht. Wir haben uns diese Situation selbst eingebrockt. Wir müssen härter an uns arbeiten", stammelte Lakers-Forward Pau Gasol.

Paul mit Glanzleistung

Es war vor allem Chris Paul, der den Auswärtserfolg für die Nummer sieben der Western Conference sicherstellte.

Der Point Guard sammelte 33 Punkte, 14 Assists und sieben Rebounds. Allein 17 seiner Zähler gelangen "CP3" dabei im Schlussviertel. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich habe in dieser Saison etwas geschwächelt, aber in den Playoffs herrscht eine ganz andere Atmosphäre", so der viermalige All-Star.

"Wir spielen als Einheit"

Er steuerte auch vier Punkte zu dem letztlich entscheidenden 8:0-Lauf der Gäste innerhalb der letzten drei Minuten bei.

Die Lakers sind ohnehin einer von Pauls Lieblingsgegnern. In bisher 20 regulären Saisonspielen markierte er fast 21 Zähler und zwölf Assists. Kein noch aktiver Spieler gibt gegen L.A. mehr Vorlagen.

"Viele Leute haben uns für chancenlos gehalten. Wir haben neben Chris noch einige gefährliche Jungs im Team. Wir spielen als Einheit", meinte Carl Landry.

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Hornets mit Rekord

Der Power Forward (17 Punkte) machte auf der Position des verletzten David West (Kreuzbandriss) eine starke Partie.

Die Hornets überzeugten mit ihrer sattelfesten Verteidigung (acht Steals) und stellten mit nur drei Ballverlusten einen NBA-Playoff-Rekord ein.

Außerdem beendeten sie eine lange Durststrecke. Nach 18 Playoff-Auswärtsspielen in Folge erzielte New Orleans erstmals wieder mehr als 100 Zähler.

"Unser Team hat Respekt vor den Hornets. Sie waren deutlich aggressiver als wir. In der Abwehr kamen wir ständig zu spät", analysierte Lakers-Coach Phil Jackson die Partie.

Gasol ganz schwach

Bei den Gastgebern überzeugten einzig Kobe Bryant (34 Punkte) und Ron Artest. Dem Flügelspieler gelang mit 16 Zählern und elf Rebounds ein Double-Double.

Der immense Größenvorteil kam kaum zum Tragen, da Gasol (acht Punkte, nur zwei Treffer bei neun Versuchen) und Lamar Odom (nur ein Rebound) überhaupt nicht in Tritt kamen.

Center Andrew Bynum erzielte bei seinem Comeback zwar 13 Zähler sowie neun Rebounds, hatte in der Abwehr aber große Probleme.

Kobe wirft zu oft

Deshalb blieb die Hauptlast im Angriff erneut an Bryant hängen. Der Superstar nahm insgesamt 26 Würfe - keine anderer Laker kam auf mehr als neun Versuche.

Wenn "Black Mamba" mehr als 25 Mal auf den Korb wirft, gewann L.A. in dieser Saison allerdings nur neun von 18 Partien. In 14 Spielen mit 15 oder weniger Würfen von Bryant sind sie dagegen noch ungeschlagen.

"Ich glaube, dieser Schuss vor den Bug kommt zur rechten Zeit. Wir sind ein Team, dass manchmal zu schnell abhebt. Das wird und helfen", sagte Odom.

Das zweite Spiel der Serie in der Nacht auf Donnerstag (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) wird zeigen, ob der Meister seine Lektion gelernt hat.

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