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Lamar Odom wurde 1999 von den Los Angeles Clippers gedraftet © getty

Die Lakers straucheln. Der Center kritisiert das Training, Kobe fordert Gasol heraus. San Antonio fehlt das Herz, Dallas träumt.

Von Eric Böhm

München - Vor Beginn der NBA-Playoffs wurden die Dallas Mavericks als Wunschgegner aller Teams im Westen gehandelt.

Nach dem Endrunden-Auftakt sieht es plötzlich ganz anders. Dirk Nowitzkis Mannschaft konnte als einziges Team der Top drei sein erstes Heimspiel gewinnen.

Die Los Angeles Lakers verpatzten dagegen ihre Playoff-Premiere gegen New Orleans ebenso wie die San Antonio Spurs die ihre gegen Memphis. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Die beiden Topfavoriten scheinen urplötzlich sogar in großen Schwierigkeiten zu stecken, während Dallas - im Vorfeld von vielen Experten bereits abgeschrieben - allmählich zartes Selbstvertrauen tankt.

Lakers finden Schalter nicht

Die Lakers knüpften gegen aggressive Hornets nahtlos an ihre uninspirierten Auftritte vom Ende der regulären Saison an.

Keine Leidenschaft, kaum Gegenwehr in der Verteidigung und im Angriff die eindimensionale One-Man-Show von Kobe Bryant - so wird es definitiv nichts mit der Titelverteidigung.

Trainerlegende Phil Jackson muss jetzt einen Weg finden, um bei seinem Team den Schalter wieder umzulegen.

Bynum übt Kritik

So wie nach dem All-Star Game, als L.A. eine unglaubliche Erfolgsserie hinlegte und 17 von 18 Spielen gewann.

Es darf allerdings bezweifelt werden, ob der "Zen-Meister" dieses Kunststück hinbekommt, schließlich begann er bei all seinen Meisterschaften die Playoffs mit einem Sieg.

"Wir müssen intensiver trainieren. Wir reden zu viel und kommen jemandem wie Chris Paul nicht hinterher", kritisierte Andrew Bynum.

Die Aussage des Centers stellt auch Jacksons Trainingsmethoden kein gutes Zeugnis aus.

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Kobe fordert Gasol

Außerdem bereitet dem Lakers das zurückgekehrte Phlegma von Pau Gasol Schwierigkeiten. Bryant hatte bereits während der Saison mehr Aggressivität vom Spanier gefordert.

Nach dem Hornets-Spiel legte "Black Mamba" nach: "Pau ist nach mir unser Go-To-Guy. Auf ihm lastet Verantwortung und Druck. Damit muss er klarkommen."

Der 0:1-Rückstand an sich ist kein Grund zur Panik, aber die mangelnde Einstellung des Meisters in einem Playoff-Spiel ist besorgniserregend. Der kleine Chris Paul holte mehr Rebounds - nämlich sieben - als Bryant, Gasol und Lamar Odom zusammen.

Spurs vermissen Ginobili

Die topgesetzten Spurs haben zwar kein Problem mit der Einsatzbereitschaft, doch ohne den angeschlagenen Manu Ginobili (Ellbogenverletzung) fehlte San Antonio das Herz. Es ist fraglich ob der Topscorer in der zweiten Partie (Do., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) auflaufen wird.

Außerdem rieb sich Tim Duncan trotz guter Leistung gegen Marc Gasol, Zach Randolph und Darrell Arthur regelrecht auf.

"Sie haben ausgezeichnete Big Men, auf die wir noch keine Antwort gefunden haben. Wir müssen besser verteidigen", sagte Duncan. Die Grizzlies trafen in Spiel eins mehr als 55 Prozent ihrer Würfe.

Mavs mental stark

Die Mavericks gehen dagegen guten Mutes in ihr zweites Duell mit den Portland Trail Blazers (Mi., ab 3.30 Uhr LIVESCORES).

Dank Nowitzki brachen sie nach dem plötzlichen Rückstand im Schlussviertel nicht ein und bewiesen bei dem Sieg vor allem mentale Stärke.

Selbst eine über zehnminütige Durststrecke brachte Dallas nicht aus dem Konzept.

"Haben uns entwickelt"

"In früheren Jahren hätten wir danach mit 20 Punkten hinten gelegen. Wir haben uns weiterentwickelt", meinte Jason Kidd.

Der wiedererstarkte Aufbauspieler und die neugewonnene Defensivstärke sind neben Nowitzkis üblicher Playoff-Form die Trumpfkarten der Mavs des Jahres 2011.

Nach den ersten Playoff-Eindrücken sind die Titelchancen der Texaner in jedem Fall nicht geringer geworden.

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