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Lamar Odom ist seit 2009 mit Model Khloe Kardashian verheiratet © getty

Laker Lamar Odom wird zum besten sechsten Mann der NBA gewählt und kämpft gegen einen Fluch. Ein Nowitzki-Kollege ist Zweiter.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Bei einem so traditionsreichen Team wie den Los Angeles Lakers gibt es eigentlich nichts, was es nicht schon gegeben hätte.

Trotzdem lieferte Lamar Odom nun eine Premiere in der langen Geschichte des amtierenden Meisters.

Der Power Forward ist nämlich der erste Lakers-Akteur, der zum besten sechsten Mann der Liga gewählt wurde.

"Ich musste einige Jahre darauf warten. Ich habe immer weiter gearbeitet. Jetzt hat es geklappt. Ich fühle mich geehrt", freute sich Odom anlässlich der Trophäenübergabe.

Odom mit persönlichem Rekord

Seit der Saison 2008/2009 kommt er meistens von der Bank und lieferte regelmäßig starke Leistungen ab.

Der 31-Jährige kam in dieser Saison im Schnitt auf 14,4 Punkte sowie 8,7 Rebounds und stellte mit einer Wurfquote von 53 Prozent eine persönliche Bestleistung auf. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich freue mich sehr für ihn. Er hat es wirklich verdient. Diese Anerkennung war schon lange überfällig", meinte Superstar Kobe Bryant, der mit einigen Teamkollegen bei der Verleihung vor Ort war.

Titel brachten Umdenken

Dabei konnte und wollte sich "The Goods" lange nicht mit der Rolle als Sixth Man zufrieden geben. Immerhin stand er in seinen neun NBA-Jahren zuvor immer in der ersten Fünf.

"Mein großer Ehrgeiz hat es mir zunächst nicht erlaubt diese Entscheidung zu akzeptieren. Ich merkte aber, dass unser Team profitieren würde", erklärte er.

Die beiden Meisterschaften mit Pau Gasol und Andrew Bynum in der Startformation dürften sein Umdenken erleichtert haben.

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Terry wird Zweiter

96 der 117 nordamerikanischen Sportjournalisten, die stimmberechtigt waren, wählten ihn auf Platz eins.

Dirk Nowitzkis Klubkollege Jason Terry folgte mit großem Abstand auf Rang zwei. Philadelphias vielseitiger Flügelspieler Thaddeus Young wurde Dritter.

"Es ist auch eine Auszeichnung für die Fans. Als ich erstmals von der Bank kam, feierten sie mich wie nie zuvor. Das werde ich nie vergessen", bedankte sich Odom bei den Anhängern der Lakers.

Neben der Trophäe erhielt Odom ein Auto des Hauptsponsors, das er postwendend einem guten Zweck spendete.

Emotionale Auszeichnung

Der sympathische Big Man musste in seinem Leben schon einige Rückschläge verkraften. In der Stunde seines größten persönlichen Erfolges konnte er deshalb seine Emotionen nur schwer kontrollieren.

"Ich wünschte, einige besondere Menschen wären heute hier", konnte er die Tränen kaum zurückhalten.

Sein Sohn starb 2006 im Alter von sechs Monaten. Als Odom zwölf Jahre alt war, erlag seine Mutter ihrem Krebsleiden. 2003 verlor er seine Großmutter - bei ihr war er aufgewachsen.

Vor jedem Spiel schreibt der Weltmeister von 2010 eine kleine Erinnerung an alle drei auf seine Schuhe.

Meister-Fluch?

Für die Lakers verheißt die Auszeichnung eines ihrer Schlüsselspieler freilich nichts Gutes. Denn seit der Preis 1983 erstmals vergeben wurde, gewannen nur vier Titelträger mit ihren Teams auch die Meisterschaft.

Bulls-Legende Toni Kukoc schaffte das Kunststück 1996 als bislang letzter Sixth Man. Den Playoff-Auftakt gegen New Orleans vergeigte L.A. bereits.

Odom wird versuchen diesen Fluch im zweiten Spiel der Best-of-Seven-Serie (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) zu vertreiben.

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