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Dirk Nowitzki stand mit den Mavericks bereits 2006 in den NBA-Finals © getty

Der Mavs-Star öffnet mit seinem aggressiven Spiel in den Playoffs nicht nur Gegner Portland die Augen. Das Viertelfinale winkt.

Von Eric Böhm

München - Dirk Nowitzki ist nicht gerade als übermäßig aggressiver Spieler bekannt.

Dem deutschen NBA-Superstar und seinen Dallas Mavericks wird bisweilen sogar das Prädikat "soft" angeheftet.

Die Portland Trail Blazers haben in den ersten beiden Playoff-Duellen allerdings einen ganz anderen Nowitzki erlebt. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Dirkules" suchte immer wieder das direkte Duell mit Jungstar LaMarcus Aldridge und zog unglaublich aggressiv zum Korb.

Portland im Dilemma

Die Blazers konnten ihn häufig nur mit Fouls stoppen und schickten den 32-Jährigen bereits 30 Mal an die Freiwurflinie - nur zwei Versuche konnte er nicht im Korb unterbringen.

Lediglich Derrick Rose und Dwight Howard waren in der K.o.-Runde bisher öfter an der Linie.

Daher steckt Portland vor dem dritten Duell der Serie (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) im heimischen Rose Garden in einem Dilemma.

"Wir dürfen ihm nicht so oft foulen, gleichzeitig müssen wir an ihm dranbleiben, um ihm keine offenen Würfe zu gestatten", sagte Flügelspieler Gerald Wallace.

Carlisle adelt Nowitzki

Da Nowitzki über weite Strecken beider Partien sein gewohntes Wurfglück abging, stellte er siein Spiel um und weist nun einen Schnitt von 30,5 Punkten pro Partie auf.

"Ich war ziemlich frustriert. Aber im letzten Viertel zählen die drei Abschnitte zuvor nicht mehr. Da habe ich mir mit Drives das nötige Selbstvertrauen geholt", beschrieb der Würzburger sein Umdenken.

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Für Coach Rick Carlisle ist diese Aggressivität und Härte im Spiel seines Schlüsselspielers dagegen nicht neu.

"Er ist fraglos einer der härtesten Jungs, die ich je gesehen habe. Ich habe viele Jahre mit Larry Bird oder Kevin McHale gespielt. Dirk gehört in diese Kategorie", so Carlisle.

Wurfrhythmus fehlt noch

Wenn er jetzt auch noch sein Wurfgefühl wiederfindet, muss den Trail Blazers Angst und Bange werden.

Immerhin stellte Nowitzki in der regulären Saison mit einer Trefferquote von fast 52 Prozent eine persönliche Bestleistung auf.

Gegen Portland kommt er dagegen bisher nur auf 38 Prozent und fordert mehr von sich: "Ich hatte einige Möglichkeiten. Ich muss diese Würfe versenken."

Zweiter Scorer gesucht

Sollte sich darüber hinaus nach Jason Kidd - seit fast 40 Minuten ohne Ballverlust - und Peja Stojakovic auch in Spiel drei ein verlässlicher zweiter Scorer herauskristallisieren, könnte die Serie frühzeitig entschieden sein.

"Das ist unsere Stärke. Wir haben viele Spieler, die einer Partie ihren Stempel aufdrücken können", meinte Nowitzki.

In Oregon verloren die Mavericks allerdings beide Spiele der regulären Saison und gestatteten den Gastgebern jeweils über 100 Punkte.

Roy sorgt für Ärger

Die Blazers haben vor dem richtungsweisenden Aufeinandertreffen allerdings ganz andere Probleme.

Der zum Reservist degradierte dreimalige All-Star Brandon Roy ist mit seiner Rolle nicht einverstanden und sorgt für mächtig Wirbel.

"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht enttäuscht und frustriert bin. Ich dachte, man würde mich etwas besser behandeln", beschwerte sich der Guard im "Oregonian".

Terry freut sich

Roy kam im zweiten Spiel nur acht Minuten zum Einsatz, obwohl er bei den Siegen in der regulären Saison eine gute Rolle gespielt hatte.

"Wir wollen die Schwachstellen der Verteidigung nutzen. Die Matchups sind entscheidend", wollte sich Portlands Trainer nicht näher zu der Kontroverse äußern.

Jason Terry kann mit der Nebenrolle für den ehemaligen Go-to-Guy gut leben: "Er ist unheimlich gefährlich. Je weniger er spielt, umso besser für uns."

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