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Die Entscheidung: Zach Randolph trifft über Tim Duncan hinweg den Dreier © getty

San Antonio verliert in Memphis auch Spiel 3. Denver hakt das Weiterkommen ab. Die Pacers siegen "auswärts" in Indiana.

Von Rainer Nachtwey

München/Memphis - Nur vier der letzten 12 Spiele hatten die San Antonio Spurs vor Beginn der Playoffs gewonnen.

Die Stars Tony Parker, Tim Duncan und Manu Ginobili sollten sich von ihren Blessuren erholen, um für die K.o.-Runde fit zu sein.

Doch auch in den Playoffs hält der Negativ-Trend des viermaligen Champions weiter an.

Bei den achtplatzierten Memphis Grizzlies verlor die Nummer Eins der Western Conference der Regular Season mit 88:91 (42:52) und kassierte damit die zweite Niederlage im dritten Spiel der Best-of-Seven-Serie. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Gutes Gefühl bei Randolph

Verantwortlich dafür war vor allem Zach Randolph, der 25 Punkte erzielte, darunter ein Dreier 41 Sekunden vor Schluss zum 91:86.

"Normalerweise denkt jeder: 'Gut, dass Zach den Dreier nimmt, statt zum Korb zieht'. Also muss es ein außergewöhnlicher Wurf gewesen sein. Und darum geht es nun mal in den Playoffs: Die Würfe zu treffen", meinte San Antonios Trainer Gregg Popovich.

Der Schütze war nicht überrascht: "Das sind die Würfe, an denen ich jeden Tag im Training arbeite. Als der Ball die Hand verließ, hatte ich bereits ein gutes Gefühl."

"Nein, nein, jaaaaa!"

Weniger überzeugt von Randolphs Dreier-Fähigkeiten war Teamkollege Shane Battier. "Das war einer solcher Momente, wenn du denkst: Nein, nein, nein, nein, nein, ja, jaaaaa!", beschrieb der Forward die Gefühlslage im FedEx Forum.

"Das war ein kollektives Luftanhalten bei seinem Wurf."

Randolph spielt Gegner schwindelig

Auch Gegenspieler Tim Duncan, der in der zweiten Hälfte gegen Randolph verteidigte, nachdem der Grizzly Antonio McDyess und DeJuan Blair in den ersten beiden Vierteln schwindelig gespielt hatte, erkannte Randolphs Leistung an.

"Ich habe ein wenig Abstand gehalten", erinnert sich Duncan an den Wurf, der über seinen ausgetreckten Arm den Weg ins Ziel fand, "Ich wollte sichergehen, dass er kein schnelles Pick-and-Roll mit Gasol spielt, aber dann hat er den Dreier genommen. Das war ein großartiger Wurf."

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Erster Playoff-Sieg in Memphis

Für die Grizzlies bedeutete Randolphs Dreier den ersten Playoff-Erfolg der Klubgeschichte auf heimischem Boden.

In der Nacht auf Dienstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) bietet sich Memphis die Chance zum zweiten.

SPORT1 fasst die weiteren Playoff-Partien zusammen:

Denver Nuggets - Oklahoma City Thunder 94:97

Während sich die Spurs, Los Angeles Lakers und Dallas Mavericks gegen ihre Erstrundengegner quälen, sind die Oklahoma City Thunder nur noch einen Sieg entfernt vom ersten Playoff-Serien-Sieg der Klubgeschichte entfernt.

Bei den fünftplatzierten Denver Nuggets setzte sich das Team um NBA-Scorerkönig Kevin Durant mit 97:94 (56:49) durch.

Durant mit 26, Russell Westbrook mit 23 und Serge Ibaka mit 22 Zählern erledigten die Gastgeber fast im Alleingang. Zudem steuerte James Harden noch 10 Punkte bei.

Erst Defense, dann Offense

"Darum geht es in der Liga. Du kannst nicht nur mit einem oder zwei Spielern gewinnen. Du brauchst die Unterstützung der ganzen Mannschaft", sagte Durant lobte Durant seine Teamkollegen.

In Spiel 1 hatte Eric Maynor mit 12 Punkten geglänzt, in Spiel 2 stach Harden mit 18 Zählern heraus, nun Ibaka.

"Der Schlüssel zu meinem persönlichen Erfolg war, dass ich mich zu allererst auf die Verteidigung konzentriert habe. Dadurch habe ich Selbstvertrauen für Angriffsaktionen aufgebaut", meinte Ibaka.

Afflalo gibt bereits auf

Den Nuggets reichten selbst fünf Spieler mit zweistelliger Punkteausbeute nicht.

"Dieses Team viermal in Serie in den Playoffs zu schlagen, ist nicht wahrscheinlich", gibt Denvers Arron Afflalo die Hoffnung, das vorzeitige Aus zu verhindern, wohl schon auf. "Aber sie einmal zu schlagen ist möglich. Und das muss unsere Einstellung sein."

Die erste Möglichkeit dazu bietet sich den Nuggets in der Nacht auf Dienstag (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) beim zweiten Spiel in der Mile High City.

Indiana Pacers - Chicago Bulls 89:84

Das vorzeitige Aus und damit den "Sweep" abgewendet haben die Indiana Pacers. Die Mannschaft aus Indianapolis feierte im heimischen Conseco Field House ihren ersten Playoff-Erfolg seit 2006.

Nach drei Niederlagen in den ersten drei Partien setzten sich die achtplatzierten Gastgeber gegen das beste Team der Regular Season, die Chicago Bulls, mit 89:84 (49:33) durch.

Dabei verspielten die Pacers in den letzten fünf Minuten beinahe eine 16-Punkte-Führung. Center Roy Hibbert hatte Indiana 5:05 Minuten vor Ende mit 82:66 in Führung gebracht, 15 Sekunden vor Ende brachte Joakim Noah die Bulls durch ein Drei-Punkt-Spiel auf 84:85 heran.

Mit vier verwandelten Freiwürfen in Serie machte Danny Granger den Sack zu ? sehr zum Leidwesen der anwesenden Zuschauer.

Bulls-Fans stürmen Indy

Denn ein Großteil der Fans war aus Chicago nach Indiana gereist um, den Sweep ihrer Mannschaft zu feiern.

Völlig schockiert von der Stimmung in der Halle war Indianas Jeff Foster. "Ich habe jedes professionelle Spiel hier in der Halle gesehen, aber so etwas noch nie", meinte der Center, der seit 12 Jahren für die Pacers aufläuft.

Vor heimischer Kulisse bietet sich den Bulls in der Nacht auf Mittwoch dann die nächste Möglichkeit, um den Einzug in Runde zwei klar zu machen. Um welche Zeit die Partie ausgetragen wird, steht noch nicht fest.

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