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Chris Paul (l.) gelingt gegen die Los Angeles Lakers das erste Triple-Double der Saison © getty

Die Hornets gleichen die Serie gegen die Lakers aus. Chris Paul zeigt eine Gala-Vorstellung und feiert eine Saisonpremiere.

Von Olaf Mehlhose

München/New Orleans - In dieser Form könnte Chris Paul für die Los Angeles Lakers zum Stolperstein werden.

Dank einer Gala-Vorstellung des 25-Jährigen haben die New Orleans Hornets in der Playoff-Serie gegen den NBA-Champion zum 2:2 ausgeglichen.

Paul war beim 93:88 (49:45)-Erfolg über das Team von Phil Jackson bester Akteur auf dem Feld und führte New Orleans mit seinem ersten Triple-Double (27 Punkte, 13 Rebounds, 15 Assists) der Saison zum Sieg.

"Das war eine der besseren Leistungen, die ich in den Playoffs gesehen habe", lobte Coach Monty Williams: "Gepunktet haben viele - er hat Punkte gemacht, Vorlagen gegeben und Rebounds ergattert."

Paul legt für Jack auf

Aber der viermalige All-Star lieferte nicht nur glänzende Statistiken ab - auch die spielentscheidende Szene erklärte "CP3" zur Chefsache.

Paul zog Sekunden vor der Schlusssirene auf dem linken Flügel gegen Kobe Bryant und Pau Gasol zum Korb, legte den Ball aber im letzten Moment auf den freistehenden Jarett Jack ab. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Der 27-Jährige ließ sich die Chance nicht nehmen und versenkte einen Sprungwurf aus rund zweieinhalb Metern zum vorentscheidenden 90:86.

"Fast hätte ich einen der schlechtesten Würfe im gesamten Spiel genommen", sagte Paul: "Gott sei Dank habe ich Jack im Augenwinkel gesehen."

Zwist mit Bryant

Während der 44 Minuten, in denen er zum Einsatz kam, lebte der Aufbauspieler den unbedingten Siegeswillen vor.

Das bekam auch Bryant zu spüren. Auf dem Feld gerieten die beiden mehrere Male aneinander, Paul kassierte bei einer Auseinandersetzung sogar ein technisches Foul.

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"Das war kein 'Ich-komme-unter-deine-Haut-Spiel', bei Kobe würde das sowieso nichts bringen", erklärte Paul: "So bin ich einfach."

Sieg für New Orleans

Der Matchwinner widmete den Sieg den - seit Hurrikan "Katrina" - leidgeprüften Einwohnern von New Orleans, die sich über mindestens eine weitere Playoff-Partie in ihrer Stadt freuen dürfen: "Egal, was in der Serie noch passiert, es war gut, die Stadt mit einem Lächeln im Gesicht zu sehen. Ich bin dankbar dafür, sagen zu können, das ist meine Art zu leben."

Neben Paul gefielen bei den Hornissen noch Trevor Ariza (19 Zähler), Carl Landry (16) sowie der nervenstarke Jack, der die letzten fünf Punkte für den Außenseiter erzielte.

Tiefpunkt für Bryant

Beim Team von Phil Jackson war Bryant mit 17 Punkten der beste Werfer, traf dabei allerdings nur fünf seiner 18 Würfe aus dem Feld.

In der erste Hälfte blieb die "Black Mamba" erstmals seit 2004 in einer Halbzeit eines Playoff-Spiels ohne Punkte. Immerhin verbuchte Bryant während der Durststrecke sieben seiner insgesamt acht Assists.

Mit Pau Gasol (16), Ron Artest (16), Andrew Bynum (11), und Derek Fisher (10) erreichten noch vier weitere Spieler eine zweistellige Punktausbeute.

Lakers weiter im Vorteil

Trotz der Niederlage stehen die Chancen, die nächste Runde zu erreichen, für Los Angeles nicht schlecht. Spiel fünf findet am kommenden Mittwoch (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) im heimischen Staples Center statt.

Bei einem entscheidenden siebten Spiel hätte der 16-malige Champion ebenfalls Heimrecht.

Doch die Serie hat bereits gezeigt, dass die Hornets dank eines in Gala-Form aufspielenden Paul durchaus in der Lage sind, für eine Überraschung zu sorgen.

Und: Dass sich der mit 1,83 Metern nicht gerade als Rebound-Monster bekannte Spielmacher genauso viele Abpraller schnappte, wie Bynum (9) und Gasol (4) zusammen, sollte den Lakers zu denken geben.

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