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"Nur die starken Überleben" steht auf Tyson Chandlers rechter Schulter tätowiert © getty

Dallas macht gegen Portland die Zone dicht und gewinnt die Partie an den Brettern. Auch der "motivierende Faktor" ist entscheidend.

Von Björn Seitner

München/Dallas - Dallas hat aus seinen Fehlern in Portland gelernt.

Das Debakel in Spiel vier (Nachbericht) war offenbar groß genug für die Mavs, um daraus schnell die nötigen Lehren zu ziehen.

Konnten die Blazers vor zwei Tagen noch einen 23-Punkte-Rückstand in 14 Minuten aufholen, blieb ihnen dieses Kunststück in Texas nun versagt. Der Versuch scheiterte gar schon im Ansatz.

Brandon Roy, das Schreckgespenst aus Spiel vier, markierte zwar die ersten zwei Punkte des letzten Viertels, danach traf Portland aber bis 4:09 Minuten vor Schluss keinen Wurf mehr (Spielbericht).

Schockbewältigung während der Eiersuche

Defensive und Aggressivität waren Trumpf beim dritten Sieg gegen die Blazers. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Wir haben dasselbe in Portland gemacht, aber nur in drei Vierteln", erklärte Tyson Chandler den groben Ausrutscher vor zwei Tagen und fügte an: "Heute haben wir bis zum Schluss durchgehalten und deshalb auch gewonnen."

So schnell wie gewünscht konnte man den Schock vom Samstag offenbar nicht verdrängen. "Wir mussten an Ostern während der Eiersuche die ganze Zeit daran denken", gab Jason Kidd zu.

Chandler Mann des Spiels

Rick Carlisle nahm die taktischen Fehler auf sich und stellte sein Team um.

Tyson Chandler selbst hatte den Mavs-Coach darum gebeten, mehr ins Spiel eingebunden zu werden und offensiver agieren zu dürfen.

Der Schachzug glückte - Chandler avancierte mit 14 Punkten und herausragenden 20 Rebounds zum Mann des Spiels. (STATISTIK: Die Tagesbesten)

Doch Dallas hat noch einige andere Dinge deutlich besser gemacht als in Spiel vier. SPORT1 analysiert den Sieg:

Defense:

"Wir wussten, dass sie viel Wert auf die Verteidigung legen würden", sagte Portland Coach Nate McMillan nach dem Spiel.

Darauf einstellen konnte der 46-Jährige sein Team aber offenbar nicht. "Wir waren nicht ruhig genug in der Offensive", erklärte McMillan.

Dallas lies die Trail Blazers nicht zu freien Würfen kommen, was sich deutlich in den Statistiken widerspiegelt.

Roy traf nur zwei seiner sieben Versuche aus dem Feld. Am Ende kam er auf magere fünf Punkte.

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LaMarcus Aldridge traf auch nur sechs von 15 Würfen und blieb mit zwölf Zählern deutlich unter seinem Saisonschnitt von 21,8 Punkten.

"Wir haben uns damit beschäftigt. Ich glaube es hat sie verlangsamt und die Shot-Clock lieg unaufhörlich runter. Dadurch mussten sie einige schwere Würfe nehmen", sagte Kidd über die gelungene Zonen-Verteidigung.

Chandler/Rebounds:

49:37 Rebounds sprechen eine klare Sprache. Wer die Bälle am Brett herunterpflückt, hat die nächste Chance zu punkten.

"Dallas hat an den Brettern grundlegend dominiert", musste auch McMillan zugeben.

Und weiter: "Tyson hatte 13 Offensiv-Rebounds und diese führen nun einmal zu Fouls." 24 waren es am Ende bei Portland.

Nicht nur dass Chandler einen Franchise-Rekord in dieser Kategorie aufgestellt hat, Dallas bekam auch ganze 16 Freiwürfe mehr als die Blazers.

26 Punkte erzielten die Mavs von der Linie - Portland nur 14.

"Sie hatten an der Freiwurflinie die Nase vorn. Wir hatten in Halbzeit eins dagegen nur einen Versuch von der Linie und der ging daneben", so McMillan.

Motivation/Aggressivität:

"Ich habe nur versucht aggressiv zu sein", sagte Chandler zu seiner starken Leistung.

Motivation genug für die Mavs war, nicht "mit einem Rückstand nach Portland" fahren zu müssen, wie Chandler erklärte.

Das Einzige, was bei Dallas nach der Spiel-vier-Pleite noch übrig blieb, war laut Kidd der "motivierende Faktor".

"Wir haben uns gesagt: 'Hey, das wird nicht noch einmal passieren.' Das im Hinterkopf zu haben war positiv für uns", so der Point Guard, der starke 14 Asissts verbuchen konnte.

Lob gab es dafür auch von Carlisle: "Kidd hat ein rundherum gutes Spiel abgeliefert. Auch wenn er die Würfe nicht wie in anderen Spielen traf, seine Führungsqualitäten geben den Spielern Selbstvertrauen."

Nowitzki:

Dirk Nowitzki agierte in Spiel fünf insgesamt glücklicher als zwei Tage zuvor. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Mit 25 Punkten war er klar der beste Werfer auf dem Parkett und schnappte sich zudem noch acht Rebounds.

Als es im dritten Viertel eng wurde übernahm der Würzburger das Kommando und trug mit wichtigen Punkten zum 15:5-Lauf bei, der die Mavs mit einer 14-Punkte-Führung ins Schlussviertel gehen lies.

Wie schon in Spiel eins und zwei zieht Nowitzki zu den passenden Gelegenheiten in die Zone und lässt sich diesmal nicht stoppen.

Auch wenn sich die Mavs zu Ostern selbst ein Ei ins Nest gelegt haben, haben sie die Suppe ausgelöffelt und nun zwei Matchbälle für den Einzug ins Conference-Halbfinale.

Mit der gleichen Einstellung und gut aufgelegten Stars kann Dallas vielleicht schon in Portland (ab 1 Uhr LIVESCORES) die Serie entscheiden.

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