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Manu Ginobili (l.) kam 2002 aus Bologna zu den San Antonio Spurs © getty

San Antonio rettet sich gegen Memphis Sekunden vor Schluss in die Overtime und erzwingt Spiel sechs. Ein Rookie bleibt cool.

Von Eric Böhm

München/San Antonio - Die San Antonio Spurs haben sich in der ersten Runde der NBA-Playoffs in ein sechstes Spiel gerettet.

Gegen die Memphis Grizzlies gelang der Nummer eins des Westens ein dramatischer 110:103 (50:42, 97:97)-Heimerfolg nach Verlängerung und damit auch der 2:3-Anschluss in der Best-of-Seven-Serie.

Der überragende Manu Ginobili (33 Punkte) und Rookie Gary Neal brachten die Spurs mit ihren Treffern innerhalb der letzten drei Sekunden auf den letzten Drücker in die Overtime.

"Es war wirklich ein verrücktes Spiel. Es wird in die Spurs-Geschichte eingehen. Denn wir haben durch Manu und Gary gleich zwei Buzzer-Beater hintereinander getroffen", freute sich Tony Parker.

Parker stark in der Overtime

Der Aufbauspieler markierte sechs seiner insgesamt 24 Zähler in der Verlängerung und trug damit entscheidend zu dem nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg bei.

Grizzlies-Spielmacher Mike Conley (20 Punkte) verfehlte kurz vor Schluss einen Dreier, der die Gäste nochmal heran gebracht hätte, und Ginobili machte von der Freiwurflinie alles klar.

Dennoch war es die turbulente Endphase der regulären Spielzeit, die Memphis letztendlich den K.o. versetzte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Ginobili und "Zebo" im Duell

Der erneut groß aufspielende Zach Randolph (26 Zähler, elf Rebounds) sorgte mit seinem Treffer 13 Sekunden vor Ultimo für die 93:90-Führung der Gäste.

Ginobili konterte mit einem Korbleger. Dann stellte Randolph mit zwei Freiwürfen den alten Abstand wieder her.

Mit nur noch 2,2 Sekunden auf der Uhr gab San Antonios Argentinier aus der Ecke im Rückwärtsfallen einen Verzweiflungswurf aus der Ecke ab und glich die Partie tatsächlich aus.

Zumindest dachten das alle Spieler, Coaches und Zuschauer in der Halle. Doch die Schiedsrichter entschieden nach dem Studium der Fernsehbilder, dass Ginobilis Zeh auf der Linie war.

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Neal bleibt cool

Damit lagen die Spurs 94:95 im Hintertreffen. Wieder schickten sie "Zebo" an die Linie, und der Power Forward verwandelt erneut beide Versuche.

Doch dann schlug die Stunde Neals, der nach dem Einwurf von Ginobili über O.J. Mayo hinweg den Dreier zum 97:97 setzte.

"In dieser Situation denkst du nicht über die Bedeutung nach. Du willst dir nur den bestmöglichen Wurf erarbeiten. Er fühlte sich gut an und ging rein", blieb der Neuling auch im Interview erstaunlich cool.

Battier zollt Spurs Respekt

Ginobili hatte mindestens einen ebenso großen Anteil an dem erfolgreichen Comeback, schließlich war der All-Star an den letzten elf Punkten der regulären Spielzeit direkt beteiligt.

"Mit Spielern wie Manu war es doch klar, dass sie nicht einfach aufgeben würden. Wir haben 47 Minuten und 58 Sekunden gut gespielt, aber eben nicht die vollen 48", sagte Grizzlies-Flügelspieler Shane Battier.

Memphis hat nun allerdings in der Nacht auf Samstag (ab 3 Uhr LIVESCORES) die Chance, vor heimischer Kulisse alles klar zumachen.

Duncan mit Double-Double

Die Frage wird sein, ob sich diese vergebene Chance nicht doch noch rächen wird.

Erst acht Teams kamen nach einem 1:3-Rückstand zurück, doch die Art und Weise dieses Erfolges wird San Antonio sicher beflügeln.

Schon vor dem an Dramatik kaum zu überbietenden Finale präsentierte sich die Truppe von Coach Gregg Popovich deutlich verbessert.

Center Tim Duncan zeigte vor allem in der Anfangsphase seine alte Klasse und lieferte mit 13 Zähler sowie zwölf Rebounds ein Double-Double ab. Die Dynastie lebt zumindest noch bis Spiel sechs weiter.

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