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Brandon Roy wurde 2007 zum Rookie des Jahres gewählt © getty

Dallas will einen Fluch beenden und in die nächste Runde einziehen. Ein Abwehr-Kniff soll Portlands Schlüsselspieler einengen.

Von Eric Böhm

München/Portland - Brandon Roy hat in der Serie gegen die Dallas Mavericks vermutlich mehr Höhen und Tiefen erlebt als so mancher NBA-Profi in seiner gesamten Karriere.

Vor Beginn der K.O.-Runde wurde er als potenziell entscheidender X-Faktor der Trail Blazers gehandelt, nach zwei schwachen Auftritten in Dallas wurde ihm fast schon das Karriere-Ende nahegelegt.

Dann kam seine grandiose Vorstellung im Schlussviertel von Spiel vier, bevor der dreimalige All-Star zuletzt wieder abtauchte. Es ist kein Zufall, dass Dallas genau die drei Spiele gewann, in denen Roy keine Rolle spielte.

Um gleich den ersten Matchball in Portland (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) zu nutzen, hat die enge Beschattung des gefährlichen Guards für Dirk Nowitzkis Team höchste Priorität.

Diskrepanz nicht zu erklären

Vor allem in Portland läuft Roy regelmäßig zur Hochform auf. Die riesige Diskrepanz zwischen seinen Heim- und Auswärtsauftritten ist logisch kaum zu erklären.

In den beiden Partien im berüchtigten Rose Garden traf Roy 15 seiner 23 Würfe und sammelte 40 Punkte - in drei Spielen in Dallas kommt er auf mickrige sieben Zähler. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Er hat in Portland fantastisch gespielt. Er traf Dreier, tankte sich zum Korb durch und zog Fouls. Wir müssen ihn unbedingt abmelden", forderte Nowitzki.

Zonendeckung als Schlüssel?

Die in Spiel fünf erfolgreich praktizierte Ball-Raum-Verteidigung könnte auch in Portland zu einem Trumpf der Mavericks werden.

Dadurch kamen die athletischen Guards der Blazers kaum noch zu ihren gefährlichen Drives. Außerdem setzten sie vor allem Jason Kidd und Jason Terry bereits auf Höhe der Mittellinie stärker unter Druck.

"Ich muss noch aggressiver sein. Dann muss sich Dallas in der Abwehr auf mich konzentrieren. Dadurch ergeben sich Räume für unsere anderen Scorer", verriet Roy seine Taktik.

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Aldridge ausgepumpt

Durch die stetig nachlassenden Leistungen von LaMarcus Aldridge - seine Ausbeute fällt von Partie zu Partie - lastet allerdings auch mehr Druck auf ihm.

Tyson Chandler und Brendan Haywood kommen mit dem zunehmend müde wirkenden Shooting Star immer besser zurecht und gestatteten dem Kapitän der Blazers zuletzt ganze zwölf Punkte.

"Tyson ist in der Verteidigung unser Anker. Er hatte Aldridge im Griff und rei?t das komplette Team mit", stellte Nowitzki die Bedeutung des Centers heraus.

Chandler mit Spagat

Mit seinem herausragenden Double-Double - 14 Zähler und 20 Rebounds - bewies er zuletzt erneut seinen Wert. Umso wichtiger ist, dass er sich nicht selbst durch zu viele Fouls hemmt.

"Ich versuche immer Fouls zu vermeiden. Dennoch muss ich meiner aggressiven Spielweise treu bleiben", beschrieb "TC" seine Zwickmühle.

In Spiel fünf gelang ihm dieser Spagat eindrucksvoll. Mit einem Chandler in dieser Form verwandelt sich die Center-Position von der großen Playoff-Achillesferse der Mavs - an dieser Stelle sei nur an den Phlegmatiker Erick Dampier erinnert - in eine der größten Stärken.

Nowitzki selbstbewusst

Ein heißer Tanz in der aufgeheizten Atmosphäre des Rose Garden ist also vorprogrammiert, denn Dallas will sich unter keinen Umständen auf ein eventuelles Finale verlassen.

"Wir wissen, was zu tun ist. Wir sind ein erfahrenes Team und wollen unbedingt das siebte Spiel vermeiden. Da kann alles passieren", meinte Shawn Marion.

Dafür müsste jedoch endlich die unsägliche Auswärtsschwäche beendet werden. Seit den Finals von 2006 verloren die Texaner 18 ihrer 20 Playoff-Auftritte in der Fremde.

"Sie haben zu Hause eine gute Bilanz. Aber kein Team ist unschlagbar. Das hat man in den anderen Serien gesehen. Wir müssen unser Spiel durchziehen und werden hoffentlich einen großen Sieg einfahren", gab sich "Dirkules" selbstbewusst.

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