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Dirk Nowitzki weist in den Playoffs einen Karriereschnitt von fast 26 Punkten auf © getty

"Dirkules" spielt groß auf und führt Dallas in Portland zum vierten Sieg. Er findet endlich sein Händchen und bleibt eiskalt.

Von Eric Böhm

München/Portland - Die Dallas Mavericks haben das Viertelfinale der NBA-Playoffs erreicht.

Das Team um Dirk Nowitzki gewann bei den Portland Trail Blazers 103:96 (52:43) und entschied die Best-of-Seven-Serie mit 4:2 für sich. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Der deutsche Superstar war mit 33 Punkten, elf Rebounds sowie vier Assists der überragende Mann auf dem Parkett. In der zweiten Runde geht es nun gegen die Los Angeles Lakers.

"Wir haben vor und während der Partie darüber gesprochen, dass wir uns durchbeißen müssen. Ob damit unsere unrühmliche Playoff-Vergangenheit abgehakt ist, wird sich noch zeigen müssen", meinte Nowitzki.

Nowitzki findet sein Händchen

Dabei mussten die Mavericks erneut bis zum Schluss zittern, obwohl sie sich im dritten Viertel bereits einen Vorsprung von 16 Zählern erarbeitet hatten.

Nach einer schwachen Anfangsphase drehte vor allem Nowitzki richtig auf. Zum ersten Mal in der Serie kam er in seinen gewohnten Wurfrhythmus und verwandelte in der ersten Hälfte acht seiner elf Versuche.

Seine 19 Zähler halfen Dallas, aus einem 9:19-Rückstand eine 52:43-Halbzeitführung zu machen, die Jason Terry mit einem Buzzer-Beater sicherstellte. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Dallas bleibt cool

Die Blazers wollten sich jedoch vor ihrer heimischen Kulisse nicht sang- und klanglos aus der K.o.-Runde verabschieden.

Im letzten Abschnitt kamen sie zwischenzeitlich bis auf einen Punkt heran, aber Dallas blieb - im Gegensatz zum Debakel in Spiel vier - diesmal cool.

Jason Kidds einziger Dreier der Partie und ein wichtiger Treffer des stark aufspielenden Terry (22 Punkte, acht Assists) verschafften den Mavs wieder etwas Luft.

"Wir haben viel Selbstvertrauen. Mit Dirk oder J-Kidd haben wir unglaublich viel Erfahrung, die uns in engen Spielen zugute kommt", erklärte "Jet".

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"Big D" eiskalt

In den letzten 30 Sekunden bewies dann Nowitzki einmal mehr seine Nervenstärke und sorgte mit acht verwandelten Freiwürfen für die Entscheidung.

Flügelspieler Shawn Marion (16 Punkte, sechs Rebounds) zeigte ebenfalls eine ausgezeichnete Leistung und lieferte sein bestes Spiel der gesamten Serie ab.

Nach 18 Pleiten in den vergangenen 20 Playoff-Auswärtspartien gelang Dallas zudem endlich wieder ein Sieg in fremder Halle. In den fünf Spielen zuvor hatten jeweils die Heimteams die Oberhand behalten.

"Dieser Erfolg in einem echten Hexenkessel wird uns hoffentlich beflügeln. Unser letzter wichtiger Auswärtssieg in den Playoffs ist lange her. Es war gut, die Serie gleich hier zu beenden", freute sich "Dirkules".

Mavs setzen Marschroute um

Neben der erneut sehr ordentlichen Verteidigung war das exzellente Passspiel der Mavericks ein Schlüssel zum Erfolg.

Das Team verbuchte insgesamt 23 Assists und leistete sich in den ersten drei Vierteln zusammen lediglich drei Ballverluste.

"Das war schon über die gesamte Saison unser Erfolgsrezept. Wir setzen den Gegner ohne Fouls unter Druck, gestatten ihnen keine Fast Breaks und holen Rebounds. Das bringt uns auch offensiv in Schwung", hatte Coach Rick Carlisle bereits vor dem Spiel betont.

Seine Mannschaft setzte die Marschroute - abgesehen von der kleinen Schwächephase im Schlussabschnitt - sehr gut um.

Roy unauffällig

Bei Portland überzeugten vor allem Gerald Wallace (33 Zähler, zwölf Rebounds), obwohl er fast das gesamte zweite Viertel hindurch am Rücken behandelt werden musste und nicht zur Verfügung stand.

Power Forward LaMarcus Aldridge steuerte mit 24 Punkten sowie zehn Rebounds ebenfalls ein Double-Double bei.

"Wir haben in dieser Saison viele Rückschläge erlitten. deshalb war es ein gutes Jahr für uns. Trotzdem hatten wir uns ein anderes Ende vorgestellt", bilanzierte der gebürtige Texaner.

Dennoch gelang den Blazers letztlich keine Wiederholung des unglaublichen 23-Zähler-Comebacks aus Spiel vier. Denn der damalige Matchwinner Brandon Roy (neun Punkte) lieferte eine recht unauffällige Partie ab.

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