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Zach Randolph (l.) wurde 2004 zum Most Improved Player der NBA gewählt © getty

Memphis schafft die Sensation und schaltet die Nummer eins des Westens aus. Zach Randolphs Mega-Endspurt bringt die Entscheidung.

Von Eric Böhm

München/Memphis - Die San Antonio Spurs haben sich sensationell bereits in der ersten Runde aus den NBA-Playoffs verabschiedet.

Die Nummer eins der Western Conference musste sich bei den Memphis Grizzlies 91:99 (43:46) geschlagen geben und verlor die Best-of-Seven-Serie mit 2:4.

Grizzlies-Forward Zach Randolph markierte 17 seiner 31 Punkte im letzten Viertel und schaltete die Spurs so fast im Alleingang aus.

"Er hat uns in der Endphase wie ein englisches Schlachtross auf seinem Rücken getragen. Der Rest des Teams musste ihn nur füttern", schwärmte Trainer Lionel Hollins.

"Zebo" bringt die Vorentscheidung

Knapp fünf Minuten vor Schluss führte San Antonio noch 80:79 und schickte sich an, ein entscheidendes siebtes Spiel zu erzwingen.

Doch Randolph verbuchte zehn der nächsten 14 Zähler und führte so die Vorentscheidung herbei.

"Das ist nicht nur für die Memphis Grizzlies, sondern für die gesamte Stadt ein emotionaler Moment. Es ist ein schöner Erfolg, aber jetzt geht es weiter", blickte "Zebo" bereits voraus.

Vorteil in der Zone

Die Grizzlies gewannen ihre erste Playoff-Serie überhaupt und treffen im Viertelfinale auf die Oklahoma City Thunder um NBA-Topscorer Kevin Durant. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Nach der bitteren Overtime-Niederlage in Spiel fünf trat Memphis hochkonzentriert auf und markierte in der Zone 62 Punkte - den Spurs gelangen dort nur 38 Zähler.

Randolph (elf Rebounds) und der starke Marc Gasol (zwölf Punkte, 13 Rebounds) brachten den Gastgebern zudem einen 43:32-Vorsprung an den Brettern.

"Sie haben das wirklich gut gemacht. Sie haben unter den Körben dominiert und trotzdem kaum offene Dreier zugelassen", bilanzierte San Antonios Coach Gregg Popovich.

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"Sie sind wie Vampire"

Vor allem Spielmacher Tony Parker (23 Zähler) und Manu Ginobili stemmten sich mit aller Macht gegen das Aus.

Der Argentinier verkürzte am Ende des dritten Viertels mit einem Dreier von der Mittellinie auf 66:70, letztlich behielt jedoch das physisch stärkere Team die Oberhand.

"Sie sind wie Vampire. Sie haben nicht locker gelassen. Als Manu von der Mittellinie traf, dachte ich nur, gebt endlich auf", zollte Shane Battier den Spurs Respekt.

Spurs ohne Wurfglück

Wie schon in der gesamten Serie zuvor fanden die Texaner von draußen nie ihren Rhythmus. Nur fünf ihrer 22 Versuche von jenseits der Dreierlinie verwandelten sie. In allen sechs Spielen zusammen lag San Antonios Quote unter 30 Prozent.

"Wir haben in der regulären Saison gut gespielt. Das zählt in den Playoffs nicht mehr. Sie haben sich auf unsere Stärken konzentriert und waren einfach besser", so ein enttäuschter Parker.

Routinier Tim Duncan konnte erneut nur phasenweise überzeugen. Mit zwölf Punkten sowie zehn Rebounds lieferte der Center zwar ein Double-Double, leistete sich aber auch fünf Ballverluste.

"Wir hatten gehofft, sie würden unter Druck Fehler machen. Das Gegenteil war der Fall. Memphis hatte immer die richtige Antwort", stöhnte Duncan.

Grizzlies schreiben Geschichte

Die Grizzlies sind erst das zweite NBA-Team, das seit Einführung des Best-of-Seven-Modus in der ersten Runde als Achter das Spitzenteam seiner Conference bezwingen konnte.

2007 scheiterten Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks völlig überraschend an den Golden State Warriors.

"Viele Leute wussten vor der K.o.-Runde nicht viel über uns, aber wir haben uns gut präsentiert und einige Augen geöffnet", sagte Coach Hollins.

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