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Jason Terry (r.) spielt seit 2004 für die Dallas Mavericks © getty

Das Playoff-Duell zwischen Dallas und L.A. ruft Erinnerungen an ein turbulentes Regular-Spiel hervor. Nowitzki mahnt sein Team.

Von Barnabas Szoecs

München - An den 31. März hat Jason Terry äußerst unangenehme Erinnerungen.

Nach einem absichtlichen Foul an Lakers-Guard Steve Blake flog der "Jet" zusammen mit drei weiteren Spielern vom Feld und sorgte so maßgeblich für die 82:110 (51:54)-Pleite seiner Dallas Mavericks. Spielbericht

Dirk Nowitzkis Teamkamerad hatte einfach die Nerven verloren und musste beim Champion kräftig dafür büßen.

Das Ende vom traurigen Mavs-Lied war eine herbe Demontage in Los Angeles - und das jähe Ende einer Siegesserie.(DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Müssen gelassen bleiben"

In den Conference-Halbfinals kommt es nun erneut zum Duell der Giganten aus dem Westen.

Die Voraussetzungen vor der ersten Partie (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) sind völlig neu, die Fehler vom 31. März aber noch im Hinterkopf:

"Wir müssen unsere Gelassenheit behalten", warnt Nowitzki seine Mavericks vor dem brisanten Spiel 1 im Staples Center.

Nowitzki beschwört Zusammenhalt

Der 32-jährige Deutsche, schon beim letzten Aufeinandertreffen bester Mann bei Dallas, beschwört bewusst den Zusammenhalt:

"Wir müssen ruhig bleiben, mehr ist es auch nicht. Sie werden sehr körperbetont gegen uns spielen. In Playoff-Partien wird es immer Widrigkeiten geben, daher müssen wir als Team auftreten", sagt der gebürtige Würzburger.

Gasol gegen Nowitzki

Eine enorme Widrigkeit dürfte für Nowitzki Gegenspieler Pau Gasol darstellen.

Neben dem Würzburger ist der Spanier in Diensten der Lakers der erfolgreichste Europäer in der NBA ? ein zusätzlicher Spannungspunkt im Spiel:

"Natürlich wird meine größte Aufgabe darin bestehen, Nowitzkis Wurfquote zu reduzieren und ihn von der Linie fernzuhalten", so Gasol über den Kapitän der Mavs: "Denn er ist ein fantastischer Freiwerfer." (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

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Kobe freut sich auf das Europa-Duell

Der Plan scheint für Gasol klar: "Ich will ihn in der Defensive beschäftigen. Er soll müde werden und sich im Spiel nicht wohlfühlen."

Sogar Kobe Bryant freut sich auf das Duell der großen Europäer:

"Es wird für Pau nicht leicht. Dirk wird schwieriger zu bewachen sein als irgendein anderer Spieler", sagt der Superstar. "Aber auch für Dirk wird es nicht leicht. Das wird ein sehr interessantes Aufeinandertreffen."

X-Faktor "Roddy Buckets"

Für zusätzliche Unterstützung von Nowitzki könnte beim Team von Ricky Carlisle Roddy Beaubois sorgen.

Der französische Shooting Guard musste die ersten fünf Playoff-Spiele gegen Portland wegen einer Verletzung am linken Fuß als Zuschauer verfolgen, während er im entscheidenden Game 6 zwar einsatzbereit war, von Carlisle jedoch nicht gebracht wurde.

"Ihm geht es schon viel besser", sagte der Mavs-Coach nach dem Weiterkommen ins Halbfinale.

Vorteil Wurfquote

Und weiter: "Wir würden ich nicht bringen, wenn er nicht völlig fit wäre. Wir werden sehen. Diese Entscheidung werde ich vor dem Spiel treffen."

Der große Vorteil des 21-Jährigen ist seine Wurfquote, die gegen den Meister aus Los Angeles entscheidend sein könnte.

Als erster Rookie in der NBA kam Beaubois auf eine Trefferquote von 50 Prozent aus dem Feld und 40 von der Dreier-Linie.

Beaubois für Brewer

"Er war in etwa 20 Spielen als Starter im Einsatz. Das ist das Positive", meint Carlisle. Der Franzose würde wohl Corey Brewer ersetzen.

Carlisle wird alles daran setzen, Bryant und Co. die vierte Finals-Teilnahme hintereinander zu vermasseln.

Vor dem Spiel lassen sich die Mannschaften sogar zu einigen Höflichkeiten verleiten, die dennoch eher negativ klangen: "Die Mavericks sind das beste Team, das man mit Geld kaufen kann", sagt Lakers-Coach Phil Jackson mit besten Absichten und schob gleich hinterher: "Genau wie wir".

Bryant ist Heimvorteil egal

Währenddessen zeigt sich Superstar Bryant wenig beeindruckt vom Heimvorteil: "Das interessiert mich überhaupt nicht. Viele Leute macht es nervös, aber mich interessiert es nicht."

Jason Terry jedenfalls wird sich trotz aller Umstände vor dem Spiel die Worte Nowitzkis zu Herzen nehmen.

Ein Spiel, wie es am 31. März ablief, will "Jet" sicher nicht mehr erleben.

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