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Point Guard Derrick Rose (M.) spielt seit 2008 bei den Chicago Bulls © getty

Underdog Atlanta schockt den Favoriten in Chicago und geht im Playoff-Viertelfinale in Front. MVP-Anwärter Derrick Rose verletzt sich.

Von Barnabas Szoecs

München - Den Fans der Chicago Bulls war die Feierlaune nach dem ersten Conference-Halbfinale gegen Atlanta mächtig vergangen.

Dass Tom Thibodeau vor der Partie im United Center zum Trainer des Jahres gekürt wurde, ging nach der 95:103 (50:51)-Heimniederlage gegen die Hawks ziemlich unter (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Viel schockierender für den Favoriten war der Anblick seines humpelnden Spielmachers Derrick Rose und dessen schmerzverzerrtes Gesicht.

Wenige Sekunden vor der Schlusssirene stieg Chicagos Point Guard beim Dribbling unglücklich auf den Fuß von Hawks-Guard Jamal Crawford und musste vom Feld (393648DIASHOW: Die 2. Playoff-Runde).

Erneute Verletzung von Rose

Die Sorge des Teams war verständlich. Bereits im Conference-Viertelfinale gegen die Indiana Pacers zog sich Rose eine nahezu identische Verletzung zu.

Seine erste Diagnose jedoch sorgte bei Mannschaft und Fans für Erleichterung: "Es ist wohl nichts Schlimmes. Ich werde nun umgehend behandelt und gehe davon aus, für das zweite Spiel fit zu sein", so Rose.

Medien: Rose wird MVP

Die enorme Wichtigkeit des 22-Jährigen machte auch die Reaktion von Bulls-Center Joakim Noah nach der Pleite deutlich: "Es ist hart, wenn der beste Akteur des Teams mit einer Verletzung vom Parkett humpelt, die er nicht zum ersten Mal hat. Das ist hart, aber in weniger als 48 Stunden haben wir schon die nächste Partie."

Nach übereinstimmenden Medienberichten wird Rose zum MVP gekürt und ist damit der jüngste NBA-Spieler überhaupt, dem diese Ehre zuteil wird. Außer Michael Jordan ist es bislang noch keinem Bulls-Akteur gelungen, MVP zu werden.

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Johnson bester Schütze des Spiels

Auch gegen die siegreichen Gäste aus Atlanta war Rose der auffälligste "Bulle". Mit 24 Punkten war er bester Schütze seiner Mannschaft, Luol Deng steuerte 21 Zähler hinzu, der von einer Zehenverletzung wiedergenesene Carlos Boozer kam auf 14.

Der überragende Mann des Spiels war aber Joe Johnson. Atlantas Shooting Guard trumpfte gegen das Topteam des Ostens mit 34 Punkten und vier Rebounds auf, zeigte auf dem Feld Präsenz und traf aus sämtlichen Lagen.

Bulls-Coach frustriert

Entsprechend enttäuscht zeigte sich Thibodeau, dessen Team nicht ihr vorhandenes Potenzial abrufen konnte: "Die Intensität hat gestimmt. Es gab keinen guten Aspekt in unserer Defensive. Meine Mannschaft ist zu gut, um solch ein Spiel abzuliefern."

Die Bulls vergaben einfachste Würfe - mit einer Trefferquote von 44,6 Prozent aus dem Feld lagen sie deutlich hinter den Gästen zurück, die auf 51, 3 Prozent kamen.

Während einer Drangphase der Gäste zwischen Ende des dritten Viertels und Beginn des letzten Spielabschnitts verwandelte Johnson alleine drei Dreierversuche, erzielte elf Punkte und drehte so einen 65:69-Rückstand in eine 80:71-Führung.

Fünf von fünf

Insgesamt traf der 29-Jährige zwölf seiner 18 Versuche aus dem Feld und erreichte mit fünf Dreierwürfen, die allesamt im Korb landeten, eine hundertprozentige Ausbeute.

"Ich wollte einfach nur hart spielen und gute Aktionen landen. Als Team treten wir in den Playoffs fantastisch auf", sagte Johnson, dessen Hawks bereits im Achtelfinale mit Orlando einen Favoriten eliminiert hatten: "Wir gehen jedes Spiel intensiv an".

Hawks unter dem Radar

Die Rolle des Underdog scheint den Hawks zu liegen: "Wir sind das Team, über das niemand spricht", sagte Crawford nach dem Auftaktsieg.

Mit 22 Punkten avancierte der Bankspieler zur wichtigsten Stütze Atlantas nach Johnson. Zusammen mit Jeff Teague (zehn Punkte) konnten nur drei Akteure der Hawks zweistellig punkten.

"Niemand hat in dieser Serie irgendetwas auf uns gesetzt. Jetzt führen wir mit 1:0", freute sich Power Forward Josh Smith.

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