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Kobe Bryant hat den europäischen Kontinent auf der Weltkarte entdeckt und will einen Wechsel zumindest nicht ausschließen.

Von Marc Ellerich

München - Ist es lediglich ein geschickter Schachzug im Poker um noch mehr Dollar-Millionen?

Oder packt NBA-Superstar eines Tages die Koffer und spielt in Europa Basketball?

Der Gedanke, der von Experten bisher für undenkbar gehalten wurde, scheint Bryant offenbar nicht mehr gänzlich fremd zu sein.

Wie einige Stars der Liga vor ihm, hat der 29-Jahre alte Shooting Guard der Los Angeles Lakers den europäischen Basketball entdeckt und will einen Wechsel nicht ausschließen.

"Das Basketball-Geschäft hat sich verändert"

Er werde seinen bis 2011 gültigen Vertrag nicht verlängern, ehe er weltweit den Markt sondiert habe, sagte Bryant jetzt gegenüber "Yahoo Sports".

"Mal sehen, wie die Liga darauf reagiert."

Tags zuvor hatte er dem "Boston Globe" verraten, dass er es bei einem 50 Millionen-Dollar-Angebot durchaus in Betracht ziehen würde, für ein Team auf dem Alten Kontinent zu spielen.

"Das Basketball-Geschäft hat sich verändert", sagte Bryant am Rande des olympischen Basketball-Turniers in Peking: "Ich denke als Free Agent sieht man nun weltweit seine Möglichkeiten."

"Wenn Spieler frei werden, konkurriert deren bisheriges Team nicht mehr nur mit den anderen NBA-Klubs, sondern mit Mannschaften in der ganzen Welt", fügte Bryant hinzu: "Der Markt ist mittlerweile offen. Mal sehen, wie die Liga darauf reagiert."

Gleichzeitig Eigentümer?

Bryant steht bei den Lakers noch drei Jahre unter Vertrag, besitzt aber eine Ausstiegsklausel. Nun wird spekuliert, dass er bei einem europäischen Team eine Doppelrolle als Spieler und Eigentümer übernehmen könnte.

Konkret wird der US-Profi von Experten mit dem italienischen Top-Team Olimpia Milano in Verbindung gebracht, wo er vor sieben Jahren für seinen Vater Joe Anteile kaufte. Bryant hat zudem einige Jahre seiner Kindheit in Italien zugebracht.

In Peking betonte er, dass es für ihn nicht mehr unvorstellbar wäre, eines Tages der NBA den Rücken zu kehren. "Ich denke, die Leute machen mehr daraus, als wirklich dran ist".

Weggang "sehr schwierig"

Im selben Atemzug betonte der MVP der abgelaufenen Saison, dass es "fast unmöglich" und "sehr schwierig" wäre, die Lakers zu verlassen.

Doch auch der derzeit weltbeste Basketball-Profi hat den Aderlass der berühmtesten Basketball-Liga der Welt in Richtung Europa registriert.

Den Anfang hatte Josh Childress von den Atlanta Hawks gemacht, der beim griechischen Spitzenteam Olympiakos Piräus einen Dreijahres-Vertrag mit einem Volumen von 20 Millionen Dollar unterzeichnet hatte.

Auch junge Stammspieler gehen

Ihm folgten weitere junge NBA-Stammspieler, darunter Carlos Delfino und Juan Carlos Navarro.

"Auf einmal erfährst du von den Plänen der Teams dort drüben", bestätigte nun auch Bryant, dass die europäischen Top-Ligen durchaus für Gesprächsstoff unter den NBA-Stars sorgen.

Bryant weiter: "Als Sportler solltest du das zumindest nicht ignorieren."

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