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Jason Kidd (l., gegen Kobe Bryant) spielt seit 2008 für die Dallas Mavericks © getty

Jason Kidd wird zum entscheidenden Faktor beim späten Sieg der Mavs bei den Lakers. Trainer Jackson und Kobe Bryant zürnen.

Von Barnabas Szoecs

München - Fünf Sekunden vor dem Ende hatte das Spiel den letzten seiner zahlreichen Höhepunkte erreicht.

Pau Gasols misslungener Pass auf Kobe Bryant, blitzschnell vom "alten Mann" Jason Kidd abgefangen, war das i-Tüpfelchen auf ein Schlussviertel, das aus Lakers-Sicht kaum schlimmer hätte ablaufen können.

Mit nur 16 Punkten im vierten Durchgang verspielte der Champion seinen komfortablen Vorsprung und musste sich vor eigenem Publikum den Dallas Mavericks mit 94:96 (53:44) geschlagen geben (Spielbericht).

Mavs im entscheidenden Moment zur Stelle

Dirk Nowitzki und seine Kollegen hatten in der Endphase der ersten Playoff-Partie im Conference-Halbfinale alles richtig gemacht, waren im entscheidenden Moment zur Stelle. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Mit Moral und Kampfgeist holten die Texaner 16 Punkte auf, überahmen19 Sekunden vor der Schlusssirene die Führung und setzten das Team von Coach Phil Jackson unter Druck.

Was folgte, war der Steal des 38-jährigen Routiniers Kidd und der Auftaktsieg in L.A.: "Ich brauche den Wettbewerb", so Kidd: "Und weil ich alt bin, daher wohl auch stur und naiv, dachte ich, ich könnte Kobe behindern."

Doch allen Späßchen zum Trotz: Sonderlich große Freude über die 1:0-Führung im Halbfinale kam bei den siegreichen Gästen aus Texas jedoch nicht auf. (393648DIASHOW: Die 2. Playoff-Runde)

Lakers wie gegen New Orleans

"Das ist natürlich ein toller Sieg für uns", sagte Nowitzki: "Aber wenn man sich ihre letzte Serie anschaut, wird deutlich, dass sie ihr erstes Spiel ebenfalls verloren haben, um dann die nächsten zwei Partien zu gewinnen und den Gegner zu kontrollieren." (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Man ist durchaus gewarnt vor den Lakers, der Sieg bedeutet nicht viel. Denn der Champion patzte auch schon im Auftaktspiel der 1. Runde gegen die New Orleans Hornets, um sich dann zu fangen und mit 4:2 zu gewinnen.

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Es scheint fast, als ob die Lakers in den Playoffs mindestens ein Spiel benötigen, um sich auf den Gegner einzustellen. Trainer-Fuchs Phil Jackson wird seinem Team ordentlich ins Gewissen reden.

Jackson: "Haben aufgehört zu spielen"

Aus seiner Sicht ist der bereits sichergeglaubte Sieg gegen Dallas auf die eigene Unzulänglichkeit der Lakers zurückzuführen: "Wir haben aufgehört zu spielen. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive", analysierte Jackson die Passivität des Meisters harsch.

Kobe Bryant jedoch schien sich nach der Niederlage nicht so sicher, ob der schlechte Start in die "best-of-seven"-Serie tatsächlich nur am eigenen Leichtsinn der Lakers lag. Vielmehr wirkte er nachdenklich: "Wir sind sehr besorgt. Dieses Team kann uns schlagen, das steht fest. Jetzt müssen wir vorbereitet in Spiel zwei gehen."

Einen moralischen Vorteil können sich die Mavericks aus den Statistiken holen. Zum ersten Mal überhaupt gelang den Mavs ein Auftaktsieg bei den Lakers in den Playoffs. Davor kassierten sie zehn Niederlagen am Stück.

Bryant geht auf Bankspieler los

Bei Spielmacher Bryant scheint die knappe Pleite Spuren hinterlassen zu haben. Er wütete gegen die Bankspieler und kritisierte, dass große Spieler wie Gasol und Andrew Bynum nicht genügend gesucht wurden.

"Das hatte mit mir nichts zu tun", wies der 32-Jährige jegliche Schuld von sich: "Ich werde machen was ich kann. Aber die Reservespieler müssen wesentlich effektiver die Mitspieler unter dem Korb suchen."

Starker Teamgeist klingt etwas anders. Doch mit dem wohl besten Spieler der NBA ist immer zu rechnen.

"Magic" Johnson propherzeit Bryant "Monster-Serie"

So sah es auch Lakers-Ikone "Magic" Johnson vor dem ersten Spiel gegen Dallas. Via Twitter prophezeite er: "Niemand in Dallas kann Kobe verteidigen. Ich erwarte eine Monster-Serie von ihm."

Über den ersten Teil des Satzes wird ein gewisser Herr Kidd wohl leise schmunzeln.

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