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Dirk Nowitzki markiert in seiner Playoff-Karriere im Schnitt 25,7 Punkte pro Partie © getty

Dallas siegt auch im zweiten Viertelfinale bei den Lakers. Nowitzki und die Abwehr ziehen dem Meister den Zahn. Artest fliegt.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Die Dallas Mavericks haben in den NBA-Playoffs einen großen Schritt auf dem Weg ins Finale der Western Conference gemacht.

Das Team um Dirk Nowitzki gewann bei den favorisierten Los Angeles Lakers überraschend auch das zweite Spiel mit 93:81 (51:49) und benötigt in der Best-of-Seven-Serie nur noch zwei Siege, um den Titelverteidiger auszuschalten.

Der deutsche Superstar war mit 24 Punkten bester Schütze der Partie und holte sich zudem noch sieben Rebounds.

"Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass wir hier beide Spiele gewinnen würden, hätte ich das nicht geglaubt. Wir haben es uns aber verdient", so "Dirkules".

Carlisle sieht sich bestätigt

Die Mavericks zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung und gingen mit einem Vorsprung von sechs Zählern ins Schlussviertel.

Ersatz-Spielmacher J.J. Barea steuerte dort vier Punkte zu einem 9:0-Zwischenspurt bei, der den Gästen knapp fünf Minuten vor Schluss die vorentscheidende 84:69-Führung einbrachte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Nowitzki machte mit einem seiner patentierten Sprungwürfe im Rückwärtsfallen plus Foul wenig später den Sack zu. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Sein Trainer Rick Carlisle sah sich im Anschluss bestätigt: "Wir kamen hierher, um zwei Spiele zu gewinnen. Klar ist, dass wir jetzt auch zu Hause aus allen Rohren feuern müssen."

Mavs kontrollieren Spiel

Dallas hatte das Spiel von Beginn an unter Kontrolle und zog die Abwehr des Meisters mit seinen vielen guten Schützen immer wieder wirkungsvoll auseinander.

Außerdem erzielte die Bank - trotz schwacher Trefferquoten von Jason Terry (drei von zwölf) sowie Peja Stojakovic (zwei von neun) - 20 Punkte mehr als die Lakers-Reserve.

Flügelspieler Shawn Marion steuerte 14 Zähler sowie neun Rebounds zum nächsten Überraschungscoup bei. Bereits das erste Duell im Staples Center von Los Angeles hatten die Mavs knapp für sich entschieden (393648DIASHOW: NBA - Die 2. Playoff-Runde).

"Wir wollten hier unbedingt zeigen, was wir drauf haben. Ihr Druck hat uns in Abwehr und Angriff keine Probleme bereitet. Wir haben die Leistung abgerufen, die uns schon über die gesamten Playoffs auszeichnet", freute sich "The Matrix".

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Verteidigung stoppt L.A.

Die Lakers kamen mit der erneut ausgezeichneten Verteidigung der Texaner überhaupt nicht zurecht und verwandelten nur zwei ihrer 20 Dreierversuche. Im dritten Viertel verbuchten sie nur 13 magere Pünktchen.

Kobe Bryant markierte zwar 23 Zähler, traf seinen einzigen Dreier jedoch erst drei Minuten vor dem Ende und musste regelmäßig sehr schwere Würfe nehmen.

Andrew Bynum gelangen 18 Punkte und 13 Rebounds. Der Meister band den Center nach der Pause aber überhaupt nicht mehr ins Spiel ein. Er kam in der Offensive nur noch dreimal in Ballbesitz.

Artest rastet aus

Der stark aufspielende Barea (zwölf Zähler, vier Assists) bekam in der Endphase die riesige Frustration der Gastgeber zu spüren.

Denn Ron Artest leistete sich 24 Sekunden vor Schluss noch einen seiner berüchtigten Ausraster. Er rannte über das gesamte Spielfeld und streckte Barea nieder.

Das Enfant terrible der Lakers wurde vorzeitig in die Kabine geschickt und muss eine Sperre fürchten.

"Diese Aktion hatte mit Basketball nichts zu tun. Also warten wir mal, wie die Liga entscheidet", meinte Barea.

Lakers sind müde

Sogar Coach Phil Jackson geht davon aus, dass ihm "Ron Ron" mindestens in Spiel drei nicht zur Verfügung stehen wird. Diese Partie wird bereits in der Nacht auf Samstag (3.30 Uhr LIVESCORES) in Dallas ausgetragen.

In der NBA-Historie bogen nur drei Teams eine Serie noch um, wenn sie vor heimischer Kulisse mit 0:2 in Rückstand gerieten.

"Ich habe bei uns einige erschöpfte Jungs gesehen. In der zweiten Hälfte lief nur noch wenig zusammen", stöhnte Jackson.

Die Mavericks haben sich mit dieser souveränen Vorstellung endgültig zum legitimen Titelkandidaten gemausert und könnten den amtierenden Champion in eigener Halle eliminieren.

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