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Derrick Rose wurde 2009 zum Rookie des Jahres gewählt © getty

Chicago schafft gegen Atlanta dank eines starken Endspurts das 1:1. D-Rose glänzt auch ohne Wurfglück. Noah motzt gegen die Fans.

Von Eric Böhm

München/Chicago - Die Chicago Bulls haben sich für ihre Auftaktpleite im Viertelfinale der NBA-Playoffs revanchiert.

Das beste Team der regulären Saison schlug die Atlanta Hawks im heimischen United Center 86:73 (48:37) und glich die Best-of-Seven-Serie aus.

Der frischgebackene MVP Derrick Rose traf zwar lediglich einen seiner acht Dreierversuche, sammelte aber dennoch 25 Punkte, sechs Rebounds sowie zehn Assists.

"Einige Würfe, die normalerweise sitzen, gingen heute nicht rein. Ich werde aber weiter werfen. Das Glück wird zurückkommen. Der Sieg ist das Wichtigste", meinte der Point Guard.

D-Rose erleichtert

Vor der Partie hatte er von NBA-Boss David Stern unter tosendem Applaus seine Trophäe als wertvollster Spieler entgegengenommen.

"Derrick ist ein bewundernswerter Mensch. Er ist nie mit sich zufrieden und ist immer für seine Teamkollegen da", lobte Bulls-Coach Tom Thibodeau, der einige Tage zuvor als bester Trainer der NBA ausgezeichnet worden war.

D-Rose zeigte sich erleichtert, dass der Trubel um seine Person jetzt nachlässt: "Ich bin froh. Jetzt können wir uns wieder auf Basketball konzentrieren."

Hawks kommen spät auf

Speziell vor der Pause deutete er mit 16 Zählern an, weshalb er zum jüngsten MVP aller Zeiten gewählt wurde. Sein Knöchel behinderte ihn laut eigener Aussage jedenfalls nicht mehr.

Center Joakim Noah (19 Punkte, 14 Rebounds) zeigte seine beste Playoff-Leistung und unterstützte seinen jungen Spielmacher tatkräftig. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

So behaupteten die Bulls bis Mitte des letzten Viertels einen deutlichen Vorsprung von 14 Zählern, ehe Atlanta sich auf 71:77 heran kämpfte.

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Defensive herausragend

Luol Deng (14 Punkte, zwölf Rebounds) erzielte daraufhin vier wichtige Zähler, und Chicago beendete die Partie mit einem 9:2-Lauf. (393648DIASHOW: NBA - Die 2. Playoff-Runde)

Der Brite hob jedoch die herausragende Defensivarbeit seiner Mannschaft als entscheidenden Faktor heraus: "Wir haben sie in extrem schwere Würfe gezwungen."

Chicago hielt die Hawks bei einer Feldwurfquote unter 34 Prozent. In den letzten 15 Jahren wiesen nur zwei Teams in einem Playoff-Spiel einen schwächeren Wert auf.

Noah kritisiert Fans

Für etwas Verstimmung sorgten bei den Gastgebern einzig die eigenen Fans, weil sie den gehandicapten Carlos Boozer ausbuhten.

Der Power Forward leidet nach wie vor unter einer Zehenverletzung und verbuchte lediglich acht Zähler, schnappte sich aber immerhin elf Rebounds.

"Das macht mich wirklich sauer. Wir müssen zusammenhalten. Carlos spielt mit einer Verletzung. Er ist nicht in Topform, reißt für uns andere Spieler aber immer wieder Lücken und spielt mit vollem Einsatz", stellte sich Noah vor seinen Teamkollegen.

Er weiß wovon er spricht, schließlich war Noah als Rookie selbst mehr als einmal Zielscheibe der eigenen Anhänger.

Crawford schwach

Atlanta hofft dagegen in Spiel drei (Sa., ab 1 Uhr LIVESCORES) mit dem Heimvorteil eine Antwort auf den Bulls-Riegel zu finden.

Neben ihrer fehlenden Treffsicherheit waren sie auch an den Brettern hoffnungslos unterlegen. Mit 39 Rebounds holten sie 19 weniger als Chicago.

Auch Atlantas Topscorer Jamal Crawford (elf Punkte) erwischte gegen eines seiner früheren Teams keinen guten Tag. Der Sixth Man traf nur zwei seiner zehn Versuche aus dem Feld.

Guard Jeff Teague überzeugte mit 21 Zählern und lieferte eine treffende Analyse: "Sie standen uns immer auf den Füßen. Wir hatten kaum Luft zum Atmen."

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