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Dwyane Wade (l.) war 2006 MVP der Finalserie gegen die Dallas Mavericks © getty

Die Heat widerlegen ihre Kritiker und gehen selbstbewusst in das dritte Viertelfinale in Boston. LeBron kämpft gegen einen Fluch.

Von Eric Böhm

München - Die Kritiker, die Skeptiker, die Buhrufer, sie sind seit dieser Saison treue Begleiter der Miami Heat.

Seit sich das Starensemble im letzten Sommer mit seiner vorgezogenen Meisterfeier - oder war das nur die Präsentation? - noch vor der ersten Partie als meistgehasstes Team der NBA etablierte, nahmen Hohn und Spott der "Heat Haters" bei jeder Niederlage zu.

Speziell die drei ernüchternden Pleiten gegen die Boston Celtics ließen selbst Heat-Anhänger an der Titelchance zweifeln.

Vor dem dritten Playoff-Viertelfinale in Boston (So., ab 2 Uhr LIVESCORES) haben plötzlich die Heat plötzlich gut lachen.

James mit Horror-Serie

Nach zwei souveränen herausgespielten Erfolgen gegen den Angstgegner strotzen LeBron James und Co. nur so vor Selbstvertrauen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich glaube, wir sind wesentlich besser als bei unseren ersten beiden Auftritten in Boston. Trotzdem dürfen wir sie nicht unterschätzen", sagte der "King" dem "Sun Sentinel".

James weiß, wovon er spricht, immerhin scheiterte mit Cleveland innerhalb der letzten drei Jahre zweimal an den Celtics und verlor 13 seiner vergangenen 14 Auftritte im altehrwürdigen TD Garden.

Wade noch vorsichtig

Der letzte Sieg Miamis in "Beantown" liegt auch schon mehr als vier Jahre zurück - damals stand Shaquille O'Neal noch in Diensten der Heat - seitdem setzte es zehn Niederlagen am Stück.

Entsprechend zurückhaltend äußerte sich Dwyane Wade: "Die Serie hat gerade erst angefangen. Wir haben dort schon lange nicht mehr gewonnen. Das wollen wir unbedingt ändern."

Die Zeichen stehen so gut wie nie, denn seit dem 10. April tritt die Truppe von Erik Spoelstra so dominant auf, wie sie es vor der Saison erhofft hatte (393648DIASHOW: NBA - Die 2. Playoff-Runde).

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Sieg als Initialzündung

An diesem Tag überrollte Miami den Rekordmeister. Der Sieg mit 23 Punkten Vorsprung brachte den Heat nicht nur den Heimvorteil in der Playoff-Serie, er verlieh ihnen auch ihr Mojo.

Es ist schwer zu glauben, dass NBA-Superstars an ihren Fähigkeiten zweifeln, aber erst dieser Durchbruch scheint den Glauben an den Titel wirklich verfestigt zu haben.

"Es war unglaublich wichtig für uns diese Partie zu gewinnen. Es stand etwas auf dem Spiel und wir haben daraus viel Selbstvertrauen gezogen", blickte Chris Bosh zurück.

Bosh brilliert gegen "KG"

Der Power Forward hat einen großen Anteil an der Leistungssteigerung der Heat. Bereits in den letzten Wochen der regulären Saison agierte er viel effektiver und wurde in der Folge auch immer mehr in die Offensive eingebunden.

In den ersten beiden Spielen gegen die Celtics stellte er nun Kevin Garnett in der Abwehr deutlich in den Schatten.

Bostons All-Star traf im direkten Duell mit Bosh nur 36 Prozent seiner Würfe und holte neun Rebounds weniger als sein Kontrahent.

Außerdem kam das starke Pick-and-Roll-Spiel zwischen Rajon Rondo und Garnett dank Miamis Big Man fast vollständig zum Erliegen.

Heat drehen Spieß um

Die zusammengewürfelte Startruppe hat offenbar endlich ihre Identität gefunden und mit guter Verteidigung und Heimstärke den Spieß gegen den erfahreneren Gegner umgedreht.

Die letzten zwölf Viertel zwischen den beiden Teams dominierten die Heat mit insgesamt 43 Zählern Vorsprung.

"Wenn wir im April zu Hause verloren hätten, wäre die Serie in Boston losgegangen. Vielleicht würden wir jetzt 0:2 hinten liegen", unterstrich Bosh die Bedeutung des Spiels im April.

Beenden sie jetzt auch noch ihre schwarze Serie in der Höhle des Löwen, ist für den ehemals belächelten Topfavoriten alles möglich.

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