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Pau Gasol (M.) wechselte 2008 von den Memphis Grizzlies nach Los Angeles © getty

Der Meister taumelt in das dritte Viertelfinale in Dallas. Der Coach reagiert flapsig, Magic versteht es nicht. Nowitzki warnt.

Von Eric Böhm

München - Phil Jackson macht dieser Tage seinem Beinamen "Zen-Meister" alle Ehre.

Der Coach der Los Angeles Lakers, der nach dieser Saison die Schiefertafel für immer an den Nagel hängt, zeigt sich trotz der Auflösungserscheinungen seines Teams weiter in der gewohnten Gelassenheit.

Der Titelverteidiger liegt gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks mit 0:2 hinten, der Center meckert, das Enfant terrible ist gesperrt und die Klublegende wendet sich ab.

Vor Spiel drei des Viertelfinales in Dallas (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) herrscht Aufruhr in "Lala-Land" - doch dem Trainer-Denkmal ist noch nach Witzen zumute.

"Werde sie auspeitschen"

Auf die Frage, wie er sein Team wieder in die Spur bringen wolle, antwortete der 65-Jährige: "Ich werde sie auspeitschen."

Diese Flapsigkeit muss aber eher als Galgenhumor gedeutet werden, denn L.A. steckt in großen Schwierigkeiten. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Ein 0:3-Rückstand droht akut, etwas, was noch kein Team hat in der Geschichte der NBA gedreht hat. Dennoch geben sich die Spieler vor dem richtungsweisenden Spiel nach außen selbstbewusst.

"Verzweiflung? Das ist ein hartes Wort. Wir müssen uns entspannen und unsere Fehler korrigieren", so Kobe Bryant.

"Haben viel gelernt"

Im Training arbeiteten sie vor allem an ihrer Verteidigung gegen Pick-and-Roll-Spielzüge, die im letzten Viertel von Spiel zwei Mavs-Backup J.J. Barea wie einen All-Star wirken ließ (393648DIASHOW: Die 2. Playoff-Runde).

"Wir haben einige Sachen probiert und viel dazugelernt. Wir werden uns auf diese Situationen jetzt besser einstellen können", erklärte Bryant.

Allerdings müssen sie in diesem richtungsweisenden Spiel auf ihren besten Verteidiger Ron Artest verzichten.

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Artest verweigert Kommentar

Nach seinem Schlag gegen Barea wurde "Ron Ron" erwartungsgemäß für eine Partie gesperrt. Die Notwendigkeit sich zu entschuldigen sah er trotzdem nicht.

"Ich habe dazu nichts zu sagen. Ich schaue nach vorn und möchte einfach wieder Basketball spielen", verweigerte Artest jeglichen Kommentar.

Vermutlich wird Matt Barnes in der Startformation stehen. Bryant und der in den Playoffs überhaupt noch nicht eingesetzte Luke Walton könnten ebenfalls einige Minute auf der kleinen Flügelposition aushelfen.

Magic übt Kritik

Die verbale Entgleisung von Andrew Bynum hat dagegen kein Nachspiel. Der Center hatte nach der Schlappe in Spiel zwei die mangelnde Kommunikation und das fehlende Vertrauen im Team kritisiert.

"Ich möchte gleich anfangen zu weinen. Nein, ich glaube, er meinte nicht 'trust' sondern 'truss'. Mein Vater trug diese spezielle Art von Krawatten", amüsierte sich Jackson.

Magic Johnson tat diese Angelegenheit nicht so schnell ab: "Pat Riley (in den 80en Trainer der Lakers, die Red.) hätte Bynum wahrscheinlich aus dem Team geworfen. Er hätte das nicht sagen dürfen."

Nowitzki warnt

Die einzige Hoffnung des strauchelnden Titelverteidigers ist, dass die Mavericks genau in solchen Situationen früher regelmäßig den Faden verloren - siehe NBA-Finals 2006.

In diesem Jahr scheint aber alles anders zu sein. Nach dem Einbruch im vierten Spiel der Portland-Serie machten sie souverän den Sack zu und heben jetzt auch nicht ab.

"Es ist noch nicht vorbei. Ich war schon einaml 2:0 in Führung und habe die Serie noch verloren. Wir müssen weiter zusammenhalten und konzentriert bleiben, dann werden uns die Fans hoffentlich zu einem weiteren Heimsieg treiben", warnte Nowitzki. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Tradition wiederbelebt

Die Mavs haben außerdem eine alte Tradition aus den Playoffs 2006 wieder aufleben lassen.

Auf einer bekannten Internet-Plattform warnen alle Mavericks-Akteure in einem Video Mütter davor, ihre Kinder zu Lakers-Fans werden zu lassen.

Wenn sie an ihre Leistungen aus den ersten zwei Spielen der Serie anknüpfen, wird es wohl nicht die letzte Botschaft dieser Art gewesen sein.

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