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Dirk Nowitzki stand bereits viermal im All-NBA First Team © getty

Der deutsche Superstar trumpft gegen die Lakers groß auf. Dallas fehlt noch ein Sieg zum Sweep. Bryant gibt noch nicht auf.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks stehen dank eines starken Schlussspurts mit einem Bein im Halbfinale der NBA-Playoffs.

Dirk Nowitzkis Team schlug die Los Angeles Lakers 98:92 (41:47) und ging in der Best-of-Seven-Serie mit 3:0 in Führung.

Der deutsche All-Star bewies mit 32 Punkten sowie neun Rebounds erneut seine Ausnahmestellung.

"Wir sind nicht gut genug, um jetzt den Fuß vom Gas zu nehmen. Wir werden mit aller Macht versuchen, die Serie mit diesen fantastischen Fans im Rücken zu beenden", sagte Nowitzki bei "espn".

Odom in der Startformation

Vor der Mavericks-Rekordkulisse von 21.156 Zuschauern hatte Lakers-Coach Phil Jackson sich wegen Ron Artests Sperre überraschend für Lamar Odom und damit eine sehr große erste Fünf entschieden.

Dieser Schachzug schien zunächst aufzugehen, denn der Titelverteidiger lag in der umkämpften Partie nahezu ständig knapp in Führung. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Mitte des letzten Viertels brachte ein 7:0-Lauf L.A. sogar einen Vorsprung von acht Zählern.

"Sind nicht in Panik geraten"

Dann drehten jedoch die Routiniers Nowitzki und Peja Stojakovic richtig auf. Der Serbe markierte elf seiner insgesamt 15 Punkte im letzten Viertel.

"Dirkules" brachte Dallas 1:23 Minuten vor dem Ende mit 93:91 in Front, und L.A. kam nicht mehr zurück.

"Als sie mit acht Punkten führten, sind wir sind nicht in Panik geraten. Wir haben konzentriert weiter gearbeitet. Dann gingen die Würfe endlich rein", so der Topscorer (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

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Stojakovic dreht auf

Nach einer schwachen ersten Hälfte - er traf keinen seiner vier Würfe - profitierte vor allem Stojakovic von dem besseren Passspiel der Gastgeber.

Mit ihrer großen Aufstellung machten die Lakers zwar die Zone dicht, kamen aber nicht mehr rechtzeitig an die Dreierlinie zu den gefährlichen Schützen.

"Wir brauchen Pejas Treffer, aber seine Verteidigung gegen Odom in der Endphase war mindestens genauso wichtig", lobte Mavs-Coach Rick Carlisle seinen Flügelspieler.

Auch Sixth Man Jason Terry setzt sich immer wieder in Szene und zeigte mit 23 Zählern eine starke Leistung.

Carlisle lobt

Seine Truppe gestattete dem noch amtierenden Meister in der zweiten Hälfte lediglich 42 Punkte bei einer Wurfquote unter 37 Prozent.

"Du musst sie ständig attackieren und darfst sie nicht in ihren Rhythmus kommen lassen. Alle Jungs haben in der Abwehr voll dagegengehalten. Nur so hast du gegen L.A. eine Chance", war Nowitzki zufrieden mit der Mannschaftsleistung.

Carlisle gehen langsam die Superlative für die überragenden Leistungen seines Go-to-Guys aus: "Er hat am Ende jede unserer Aktionen abgeschlossen oder eingeleitet. Das ist unglaublich."

Kobe bleibt kämpferisch

Beim Titelverteidiger gelang Center Andrew Bynum (21 Punkte, zehn Rebounds) ein Double-Double.

"Wir sind sehr enttäuscht. Wie in Spiel eins haben wir erneut das Geschehen kontrolliert und haben es nicht zu Ende gebracht. Wir glauben weiter an uns", bilanzierte Jackson.

Kobe Bryant verbuchte nur 17 Zähler, gab sich jedoch noch nicht geschlagen: "Haltet mich für verrückt, aber ich glaube, wir gewinnen die Serie noch. Ein Sieg am Sonntag, dann sehen wir weiter."

Statistik spricht gegen L.A.

Die Statistik spricht freilich eine deutliche Sprache. Alle 98 Mannschaften, die in der NBA-Historie 0:3 in Rückstand gerieten, schieden am Ende auch aus.

Deshalb werden in Dallas vor Spiel Nummer vier (So., ab 21.30 Uhr LIVESCORES) schon die Besen rausgeholt, denn der Sweep ist möglich.

Die Lakers kassierten zuletzt vor zwölf Jahren gegen die San Antonio Spurs ein 0:4.

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