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Derrick Rose gewann mit den USA 2010 die Weltmeisterschaft © getty

Der MVP beschert Chicago mit seiner One-Man-Show gegen Atlanta das 2:1. Die Hawks sind chancenlos: "Sie haben uns verprügelt."

Von Eric Böhm

München/Atlanta - Derrick Rose hat die Chicago Bulls im Viertelfinale der NBA-Playoffs fast im Alleingang mit 2:1 in Führung gebracht.

Das beste Team der regulären Saison gewann bei den Atlanta Hawks souverän 99:82 (56:43) und holte sich den Heimvorteil in der Best-of-Seven-Serie zurück.

Rose gab eine MVP-würdige Vorstellung und stellte mit 44 Punkten eine persönliche Bestleistung auf.

"Er ist so schon unheimlich schwer zu verteidigen. Wenn aber auch noch seine Sprungwürfe fallen, ist er wirklich der wertvollste Spieler", zollte ihm Atlantas Jeff Teague Respekt.

Rose mit One-Man-Show

Von Beginn an gab der 22-Jährige die Richtung vor und markierte im ersten Viertel 17 von Chicagos 29 Zählern.

Als die Hawks sich im Schlussabschnitt mühsam auf 75:86 herangearbeitet hatten, machte der Spielmacher mit zwei Dreiern die leisen Comeback-Hoffnungen endgültig zunichte.

"Ich nehme mir immer vor, von Beginn an zu attackieren. Das konnte ich heute wieder gut umsetzen", so Rose.

Noah kämpferisch

Die anderen Starter beschränkten sich darauf, für ihren Anführer den Weg frei zu machen, keiner von ihnen punktete zweistellig.

Center Joakim Noah zeigte aber trotz seiner schwachen Quote aus dem Feld - ein Treffer bei acht Versuchen - vollen Einsatz und sammelte 15 Rebounds sowie fünf Blocks. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Ihm und dem starken Backup-Forward Taj Gibson (13 Zähler, elf Rebounds) war es in erster Linie zu verdanken, dass Chicago mit 18 Offensiv-Rebounds die Bretter dominierte.

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Jordan in einer anderen Liga

"Das ist die Stärke unseres Teams. Wir sind uns nicht zu schade, auch diese scheinbar unwichtigen Sachen zu erledigen", meinte D-Rose, der zusätzlich noch fünf Rebounds und sieben Assists verbuchte.

Der Jungstar ist erst der vierte Spieler der Klubgeschichte, dem in der K.o.-Runde ein 40-Punkte-Spiel gelingt.

Zu Michael Jordans Teamrekord ist jedoch noch ein ganz weiter Weg. "His Airness" lieferte in seiner großen Karriere 38 solcher Auftritte ab.

Johnson abgemeldet

Die starke Verteidigung der Gäste meldete Atlantas Schlüsselspieler, All-Star Joe Johnson (zehn Zähler) und Ex-Bulle Jamal Crawford (sieben), völlig ab.

Die beiden herausragenden Akteure beim Auswärtserfolg der Hawks in Spiel eins konnten sich nur selten offene Würfe erarbeiten, sodass für das ganze Team letztlich nur ein Dreier zu Buche stand.

Die Bulls trafen dagegen dank Rose (vier Treffer) und Spezialist Kyle Korver (drei von vier) zehn ihrer 20 Distanzwürfe.

"Sie haben uns verprügelt

Für Atlanta war Teague (21 Punkte) bester Schütze. Die Leistung des Guards ist umso bemerkenswerter, da er in der Defensive vom jüngsten MVP aller Zeiten regelrecht vorgeführt wurde.

"Sie haben uns ein heftige Tracht Prügel verpasst. Ich kann es nicht anders beschreiben", stöhnte Trainer Larry Drew.

Wiederholt sich Geschichte?

1997 standen die Hawks vor derselben Situation. Gegen Jordans übermächtige Bulls hatten sie ebenfalls ein Auswärtsspiel gewonnen.

Damals verpatzten sie jedoch beide Partien vor heimischer Kulisse und verloren die Serie mit 1:4. Chicago marschierte danach bis ins Finale und holte seinen fünften Titel.

Um die Wiederholung dieses Szenarios abzuwenden, muss für die Gastgeber in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVESCORES) unbedingt ein Sieg her.

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