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Jason Kidd ( M.) war 1995 gemeinsam mit Grant Hill Rookie des Jahres © getty

Dallas führt im Viertelfinale gegen die Lakers mit 3:0 und widerlegt die Unkenrufer. Dirkules lässt auch Mitspieler staunen.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks versetzen die gesamte Basketball-Welt weiterhin ins Staunen.

Vor jeder Partie werden die Unkenrufe laut, die Dirk Nowitzkis Team ihren üblichen Playoff-Einbruch prognostizieren.

Doch mit jedem cool herausgespielten Sieg entfernen sie sich weiter von dem Bild der wackeligen Schönwetter-Truppe, die in den vergangenen vier Jahren dreimal in der ersten Runde der NBA-Playoffs die Segel streichen musste.

Nach dem 4:2 gegen die als Geheimfavorit gehandelten Portland Trail Blazers haben sie nach dem beeindruckenden 98:92-Erfolg nun auch die großen Los Angeles Lakers am Abgrund.

Besen stehen bereit

Am Sonntag (ab 21.30 Uhr LIVESCORES) hat Dallas die Chance, den Titelverteidiger mit einem 4:0-Sweep aus der Halle zu fegen. Die Besen stehen schon bereit.

Dabei kontrollierten die Kalifornier über weite Strecken die Partie, ehe die Mavs - wie in Spiel eins - ihren neugewonnen Killerinstinkt erneut unter Beweis stellten und die Schlussphase dominierten. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Sie bringen die Spiele besser zu Ende als wir. Sie treffen mehr wichtige Würfe als wir. Es ist enttäuschend, aber sie gewinnen verdient", gab ein zerknirschter Lakers-Coach Phil Jackson zu.

Der Trainerlegende droht in seiner letzten Saison der erste Sweep seiner langen und erfolgreichen Karriere. Die Lakers verloren seit 1999 keine Playoff-Serie mehr zu Null - damals gegen San Antonio.

Nowitzki macht den Unterschied

Dabei ist der Höhenflug der Mavericks zu großen Teilen auf die fantastischen Leistungen Nowitzkis zurückzuführen.

"Er hat den Unterschied gemacht. Alles, was wir gemacht haben, geschah, weil er die Impulse gegeben hat. Er ist einer der ganz Großen in der Geschichte dieses Spiels", schwärmte sein Trainer Rick Carlisle.

Speziell im letzten Viertel wurde deutlich, dass die Lakers ihn in den entscheidenden Momenten einfach nicht stoppen können (393648DIASHOW: NBA - Die 2. Playoff-Runde).

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"Das habe ich nich nie gesehen"

Sein Hakenwurf mit der linken Hand sorgte 1:23 Minuten vor Schluss für die 93:91-Führung, die L.A. endgültig auf die Verliererstraße brachte.

"Ich beobachte ihn jetzt seit fünf Jahren. Diesen Wurf hat er noch nie gezeigt. Sein Siegeswille ist einfach gigantisch. Er hat uns getragen", sagte J.J. Barea.

In allen drei Spielen degradierte er den Weltklasse-Forward Pau Gasol zum Statisten und stellt in der Crunch-Time regelmäßig Kobe Bryant in den Schatten - immerhin der vielleicht beste Closer der NBA-Geschichte.

Finale 2006 treibt "Big D" an

"Ich habe ihn wirklich noch nie so fokussiert gesehen. Seine Leistungen in den Playoffs sind einfach fantastisch", so Barea.

Den so Gelobten treibt vor allem die böse Erinnerung an die verlorene Finalserie von 2006 an: "Ich glaube, dass ich das Finale gegen Miami mein Leben lang nicht vergessen kann, wenn ich nicht noch einmal so eine Chance bekomme." (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Damals verspielten die Mavs gegen die Heat leichtfertig eine 2:0-Führung und fing sich ein Playoff-Trauma ein, das sie offenbar erst in diesem Jahr abschütteln konnten.

Bauerman prophezeit Rematch

Nach einem Erfolg gegen den Meister steht zwar noch das Finale der Western Conference auf dem Programm, mit einem Final-Rematch gegen die Heat würde sich der Kreis aber schließen.

Bundestrainer Dirk Bauermann macht sich zwar Sorgen um die EM-Teilnahme seines Führungsspielers, glaubt aber dennoch daran.

"Die anderen Teams, die noch in den Playoffs stehen, kochen auch nur mit Wasser und sind allesamt schlagbar. Mein Tipp: Es kommt zur Neuauflage Dallas vs. Miami", sagte Bauermann bei "spox".

Nowitzki will aber zunächst einmal die Lakers erledigen: "Wir spielen gegen den Champion. Also müssen wir bis zum Schluss alles geben. Darum geht es in den Playoffs."

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